Jubiläum der Akzise-Vergabe an Meinerzhagen

Bürgermeister Jan Nesselrath (vorne) freute sich über die Resonanz auf die Festveranstaltung, durch deren Programm Beate Wünsch führte. Etwa 100 Bürger waren in der Stadthalle erschienen, um sich auf eine Zeitreise in die zurückliegenden 250 Jahre der Stadt Meinerzhagen zu begeben.

Meinerzhagen - 250 Jahre „Stadt“ Meinerzhagen – das wurde am Dienstagabend gefeiert. Die Verwaltung hatte in die Stadthalle eingeladen, fast 100 Bürger kamen – um unter anderem zu erfahren, dass sich manche Dinge auch im Laufe der Jahrhunderte nicht geändert haben. Stichwort: Schuldenlast.

Im Mittelpunkt der Festveranstaltung, an der außerdem Musiker der Musikschule Volmetal mitwirkten, stand der Vortrag des Historikers Dr. Oliver Schulz, der als Meinerzhagener berufliche und private Interessen gerne miteinander verbindet. Und in seinen knapp 30-minütigen Ausführungen kam eben auch jenes Thema zur Sprache, das die Stadtverantwortlichen auch heute noch umtreibt: die Finanznot.

Es war wohl auch ihr geschuldet, dass die Meinerzhagener im 18. Jahrhundert von Preußenkönig Friedrich II. das Recht auf Besteuerung von Lebens- und Genussmitteln erbaten. Das am 8. Mai 1765, also vor 250 Jahren erklärte Recht, die sogenannte Akzise als Verbrauchsteuer zu erheben, kam der Erteilung von Stadtrechten gleich – und führte letztlich zu jener Feier, die in der Stadthalle zahlreiche Interessierte anlockte.

Und die nahmen dank der Ausführungen von Oliver Schulz an einer Zeitreise durch die vergangenen Jahrhunderte teil, die aus heutiger Sicht manche Kuriosität bereithielt. So war bis zu jenem Tag im Jahr 1765 das Handeltreiben auf dem „platten Land“, zu dem Meinerzhagen gehörte, nicht möglich. Wer einkaufen wollte, musste die nächsten Städte im Kreis Altena anfahren: Das waren zur damaligen Zeit Lüdenscheid und Breckerfeld. „Das wollte man den Meinerzhagenern aber nicht zumuten“, erklärte Schulz die Beweggründe der preußischen Regierung.

Im Jahr 1723 durchgefallen

1723 sei Meinerzhagen bei der Überprüfung auf die Erteilung der Akziserechte durchgefallen, ebenso wie Rönsahl. 1765 war es dann aber so weit: Gemeinsam mit Hagen erhielt die Volmestadt faktisch die Stadtrechte – „und damals war Hagen nicht größer“, betonte Oliver Schulz. „Es kam aber leider nicht zu den blühenden Landschaften, die sich ein Teil der Bevölkerung erhofft hatte“, zog der Historiker eine weitere Parallele zu den Hoffnungen der Neuzeit. Und damit waren auch die damaligen Altschulden in Höhe von 11 000 Talern nicht umgehend vergessen – was für Bürgermeister Jan Nesselrath wiederum Erinnerungen an die derzeitige Haushaltslage weckte.

Das heutige Stadtoberhaupt hatte zuvor die Bedeutung der Stadthistorie für die Gegenwart betont und erklärt, dass die Verbundenheit der Bürger ein wesentliches Fundament für eine gute Zukunft der Stadt sei. Dazu würden auch Projekte wie am Stadthallen-Umfeld beitragen.

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