Patronatsfest zu Ehren von Maria Magdalena in Grotewiese

Die Festmesse endete mit der Eucharistiefeier. Im Bild die Ministranten mit Werner Bering, Pastor i.R. aus Essen. - Foto: Schmidt

GROTEWIESE -   Das Patronatsfest zu Ehren von Maria Magdalena, der Namensgeberin der Kapelle in Grotewiese, feierte die Gemeinde am Sonntag mit einer Festmesse. Zugleich begingen die Besucher aus Nah und Fern den 150. Jahrestag der Grundsteinlegung für die kleine Kirche im Ihnetal am 22. Juli 1863.

Auf Einladung von Pfarrer Peter Keinecke zelebrierte Werner Bering, Pastor i.R. aus Essen, die Messe. Einer Kurzfassung seiner Vita stellte er voran, seit mehr als 40 Jahren mit Keinecke befreundet zu sein. Gekannt habe er auch den zuletzt am Ort wirkenden Pastor Paul Teske. Er selbst komme aus der Bruderschaft „Charles de Foucauld“. Die in Weiß-Gelb liebevoll geschmückte Kapelle sei die „erste gottesdienstliche Stelle in Meinerzhagen gewesen“, erinnerte er.

„Ich hab’ mal ein bisschen in der Geschichte nachgeschaut, im Kalendarium, was denn so die besonderen Daten gewesen sind“, blickte der Prediger auf 1700 Jahre bis in die Zeit des Kaisers Diokletian zurück. Der römische Herrscher erlaubte und duldete anfangs das Christentum; im Jahr 303 jedoch befahl er eine allgemeine Christenverfolgung. Die gebe es gegenwärtig noch in vielen Ländern. Die Reformation bezeichnete er als „den Beginn einer allmählichen Verflachung des Glaubens“. Alle heutigen Errungenschaften seien in den zurückliegenden 150 Jahren erreicht worden: „Großartige Errungenschaften und die größten Entsetzlichkeiten der Menschheit“. Den 20. Juli 1944, den Tag des gescheiterten Attentats auf Hitler, mit der anschließenden Hinrichtung „der Besten aus dem besseren Deutschland“, ließ er nicht unerwähnt. In Bezug auf „Maria aus Magdala“ kritisierte Bering die „kleingeistige Denkweise“, mit der man ihr die Rolle der Geliebten Jesu andichten wolle; sie sei vielmehr ein Apostel gewesen. Das sollten auch die Gläubigen unserer Tage sein. Sie sollten in der heutigen Welt auf vielfältige Weise Zeugnis ablegen und Zeichen des Friedens setzen. Eine Fülle von Anregungen zum Nachdenken böten dazu die 150 Jahre der Moderne.

Zahlreiche Gemeindemitglieder engagierten sich bei der Vorbereitung, Erarbeitung, Durchführung und musikalischen Gestaltung der Feierstunde. Die Lesung sprach Klaudia Alschner. Die Messdiener übernahmen entsprechend der Liturgie ihre besonderen Aufgaben. Den Kirchenchor St. Maria Immaculata leitete Maria Hartel an der Orgel. Die Festmesse endete mit der Eucharistiefeier. Im Schatten der Magdalenenkapelle und der sie umgebenden Natur fand sich abschließend noch Gelegenheit, den Gedenktag bei erfrischenden Getränken und Gesprächen ausklingen zu lassen. - As

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