Festakt „100 Jahre Stadtwerke Meinerzhagen“

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Die Stadtwerke-Geschäftsfüher Jens Groll (r.) und Michael Berkenkopf (2.v.l.) freuten sich über viele Gäste. ▪

MEINERZHAGEN ▪ 100 Jahre Stadtwerke Meinerzhagen – dazu gratulierte heute im Rahmen einer Feierstunde im Ratssaal sogar ein waschechter Goldmedaillengewinner.

Professor Dr. Ing. Harro Bode war allerdings nicht als Olympiateilnehmer im Segeln von 1976 gekommen, er sprach dem heimischen Versorgungsunternehmen als Vorsitzender des Ruhrverbandes seine Glückwünsche aus.

Als Gratulant befand sich Professor Bode in illustrer Gesellschaft: Bürgermeister Pierlings, Vertreter aller Ratsfraktionen, Schulleiter, Vorstände von Sparkasse und Volksbank, Ludwig Fuchs als Repräsentant der Firma Otto Fuchs, die Ehrenringträger Dr. Manfred Luda und Jürgen Pietsch, Vertreter der Kirchengemeinden und Gäste aus dem öffentlichen Leben waren geladen.

Besonders würdigten die Redner, die ab 11 Uhr das Wort ergriffen, die Rolle der Stadtwerke. Zunächst begrüßte Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Groll die Gäste und stellte sie vor. Er machte zudem deutlich: „Wasser ist unverzichtbar für das Leben und für die Stadtentwicklung.“ Sein Kollege in der Geschäftsführung, Michael Berkenkopf, hatte es übernommen, einen Überblick über die vergangenen 100 Jahre aus Sicht der Stadtwerke zu geben, frei nach dem Motto: „Wer seine Geschichte nicht kennt, kann seine Zukunft nicht erfolgreich gestalten.“ Er nahm die über 100 Gäste in seinem Vortrag mit auf eine Zeitreise, die von den früher üblichen Hausbrunnen bis zur modernen Wasserversorgung führte. Und auch der „Meilenstein“, der Einstieg in die Versorgung der Bevölkerung mit Gas und Strom, kam nicht zu kurz.

Den breitesten Raum nahmen jedoch die Ausführungen der beiden Gastredner ein. Neben Professor Dr. Bode war das Dr. Hermann Janning, der Vorsitzende des Verbandes kommunaler Unternehmen NRW und Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Duisburg. Er bescheinigte, dass sich die kommunalen Stadtwerke am Markt behauptet hätten. „Sie sind ein Erfolgsmodell, auch im europäischen Vergleich.“ Und weiter: „Die Bürger wollen kommunale Stadtwerke. Jetzt geht der Trend zur Energieversorgung vor Ort, die Stadtwerke müssen sich dem stellen.“ Dr. Janning warnte zugleich, die Stadtwerke nicht zur Spielwiese der Kommunalpolitik zu machen.

Professor Dr. Bode hält Stadtwerke landesweit ebenfalls für unverzichtbar: „5000 Menschen sterben täglich an schlechtem Wasser. Es geht uns um den Schutz der Menschen, der Natur, der Arten und um die Versorgung mit Süßwasser generell. Deutschland ist in der Wasserwirtschaft sehr erfolgreich. Nur die Niederlande, Österreich und wir erfüllen die höchsten EU-Standards.“ Als größte Herausforderung der Stadtwerke bezeichnete der Gastredner die Modernisierung und Liberalisierung des Wassermarktes. „Das ist bei uns aber zum Glück abgekoppelt von der Politik.“ Bode hatte auch noch eine gute Nachricht in Sachen Fürwigge: Nach dem Fischsterben ergaben umfangreiche Untersuchungen noch keine Schadstoff-Belastung. Bislang habe der Ruhrverband für Untersuchungen und begleitende Maßnahmen 70 000 Euro eingesetzt. „Die akute Gefahr ist vorüber“, befand er. Letzte Testergebnisse werden aber noch abgewartet, bevor Meinerzhagen wieder mit Trinkwasser aus der Fürwigge versorgt wird.

Bürgermeister Pierlings hielt seine Ansprache kurz. Seine Kernaussage: „Die Stadtwerke sind ein durch und durch gesundes Unternehmen für die Bürger.“ Er bescheinigte lokale Präsenz und Kompetenz. „Stadt, Sparkasse, Baugesellschaft und Stadtwerke bilden eine starke kommunale Plattform.“ ▪ beil

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