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Inhaberwechsel: Fest- und Hofstaatkleider für den MK in der „Kleiderliebe“

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Von: Simone Benninghaus

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Madeline Mourmaux-Stute übernimmt das Geschäft für Fest- und Hofstaatkleider in Österfeld.
Madeline Mourmaux-Stute übernimmt das Geschäft für Fest- und Hofstaatkleider in Österfeld. © Benninghaus, Simone

In den europäischen Adelshäusern wird der große Auftritt gekrönter Häupter vermutlich minutiös geplant. Die edlen Roben müssen von Kopf bis Fuß sitzen. Doch auch bei den Majestäten, in deren Adern kein blaues Blut fließt, geht es meist um Minuten. Wenn beim Schützenfest der Vogel gefallen ist und der frischgebackene König die größte Hürde genommen hat, läuft für die Regentin in spe die Zeit. Raus aus der Jeans, rein ins Spitzenkleid und rauf auf den Thron – und das alles innerhalb weniger Stunden. Marlies Fritzsche und Madeline Mourmaux-Stute haben diese „Verwandlung“ schon oft erlebt. Wenn die Kleiderfrage ansteht, sind sie zur Stelle.

Österfeld – Wie viele Schützenköniginnen, Prinzessinnen und Kaiserinnen in ihren Ankleidezimmern standen – Marlies Fritzsche hat sie nicht gezählt. In den 25 Jahren, in denen sie ihr kleines Geschäft in Österfeld führte, hat sie unzählige Majestäten beraten, ihre Kleider abgesteckt und geschaut, ob jeder Träger und jede Schlaufe oder Raffung perfekt sitzt.

Erreichbar, wenn der Vogel gefallen ist

Einmal Königin oder Prinzessin sein – für viele Frauen ist das ein Traum. Für manche auch eine Überraschung. Die besonderen Momente waren wohl die, in denen die angehenden Regentinnen nicht mit der Treffsicherheit ihres potenziellen Königs oder Prinzen gerechnet hatten – oder erst gar nicht in die Pläne des Aspiranten eingeweiht worden waren. Unterschiedlichste Gemütslagen und emotionale Momente hat Marlies Fritzsche erlebt, wenn am Schützenfestwochenende, meist am späteren Nachmittag, ihr Telefon klingelte und die eine entscheidende Frage gestellt wurde: „Haben Sie ein Kleid für mich?“

Besuche im Geschäft sind normalerweise zu den Öffnungszeiten zweimal wöchentlich und nach Terminvereinbarung möglich. Spontan funktioniert es aber auch: Einmal stoppte ein Reisebus aus Lippstadt vor der Tür. An Bord Frauen eines Schützenvereins. „Es wurde gefragt, ob man in den Laden kommen könnte. Als ich wissen wollte, wie viele Personen es seien, hieß es ‘Ein ganzer Bus voll’“, erinnert sich Marlies Fritzsche. Die gesamte Schützendamengesellschaft habe ihr kleines Geschäft mit den beiden großen Garderobenräumen bevölkert. „Und alle haben viel eingekauft“, schmunzelt sie noch heute.

Hochsaison in der Schützenfestzeit

In der Schützenfestzeit ist auch in Sachen Festgarderobe Hochsaison. Ein Wochenende ohne Schützenfest? „Nicht zwischen Mai und Juli“, sagt die Kleidausstatterin. Wenn die Kleiderfrage schnell geklärt werden muss, ist Marlies Fritzsche da. Auch von Vereinen aus den Nachbarstädten wie Attendorn oder Olpe erreichen sie dann Anrufe. Der kleine Laden an der L 539 zwischen Meinerzhagen und Valbert ist bekannt.

Kleid sollte zum Typ passen

Ab dem 1. Juli übernimmt Madeline Mourmaux das Geschäft. Mit den jährlichen Schützenfesten im Listertal ist die Hunswinklerin aufgewachsen. Die 32-Jährige liebt Schützenfeste und sie liebt festliche Kleider, die zu diesen Anlässen getragen werden. Der Name „Kleiderliebe“ kommt daher nicht von ungefähr. Denn egal ob Spitze, Tüll oder Taft – „ich mag diese Kleider einfach“, beschreibt Madeline Mourmaux ihr Faible für pompöse Roben ebenso wie für schlichtere, festliche Abendkleider.

Bei der Festkleiderbörse, die der Schützenverein Zur Listertalsperre veranstaltete, war Madeline Mourmaux daher auch eine der Organisatorinnen. „Mir macht es einfach Spaß, diese Kleider zu verkaufen“, sagt die gelernte Erzieherin. Aussuchen, anprobieren, Tipps geben – eine ehrliche Meinung ist dabei gefragt. Wichtig sei, dass ein Kleid gut sitze, sagt Madeline Mourmaux. „Und es muss zum Typ passen.“

Nicht nur Schützenvereinmajestäten haben in den Räumlichkeiten in Österfeld eine große Auswahl, sondern auch Hofstaatdamen, Abiball-Besucherinnen oder Hochzeitsgäste. Nur Bräute werden vermutlich eher nicht fündig werden. Klassische weiße Brautmode führt Madeline Mourmaux ebenso wenig wie ihre Vorgängerin. Das sei schon ein sehr aufwendiges und zeitintensives Geschäft, so die beiden Fachfrauen. „Und die meisten machen daraus ein Event, fahren lieber in die Großstadt.“

Festliche Kleider in allen Konfektionsgrößen

Festliche Kleider in den kleinsten bis hin zu den größeren Konfektionsgrößen hängen dafür in großer Auswahl in Österfeld. Die Farbauswahl ist ebenso groß wie die Auswahl der Stoffe und Schnitte. Einen Trend gebe es nicht. „Viele lieben pastellige Töne, doch letztendlich kommt es immer auf den Typ an“, ist die Mutter von zwei kleinen Töchtern überzeugt. Blumenprints seien inzwischen auch auf Festkleidern zu finden. Doch bis ein Trend auf dem Land entdeckt werde, dauere es erfahrungsgemäß gut zwei Jahre.

Dass ein Kleid richtig sitzt und die Länge stimmt, dafür sorgt bei „Kleiderliebe“ die gelernte Schneiderin Heike Holthaus. „Wenn es nötig ist, näht sie auch nachts, damit ein Kleid morgens rechtzeitig fertig ist“, so Madeline Mourmaux. Auch hier spielt der Faktor Zeit wieder eine Rolle. Erst wenn das richtige Kleid gefunden und alles perfekt ist, können Königinnen oder Prinzessinnen entspannt in ihre Rollen schlüpfen.

Öffnungszeiten

„Kleiderliebe“ ist dienstags und mittwochs von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Termine sind auch nach Vereinbarung möglich. Erreichbar ist Madeline Mourmaux unter der Rufnummer 0151/50625504

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