Fertigstellung der Umgehung verzögert sich

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So sah es gestern Morgen auf der Baustelle für das Schlussstück der neuen Südumgehung bei Scherl aus. Fest steht nunmehr: Trotz der morgigen offiziellen Verkehrsfreigabe der L 306n verzögert sich die vollständige Fertigstellung um einige Wochen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die vollständige Fertigstellung der Meinerzhagener Südumgehung verzögert sich über den noch Anfang des Jahres als „verbindlich“ genannten Termin Ende Mai hinaus um voraussichtlich rund zwei Monate.

Trotzdem findet am Freitag die schon lange zuvor terminierte „feierliche Verkehrsfreigabe des Neubaus der L 306 n – Südumgehung Meinerzhagen“, wie es im offiziellen Einladungstext heißt, wie geplant statt. Und die Meinerzhagener Bürgerschaft darf sich auf hohen Besuch freuen: Wenige Wochen nach ihrem triumphalen Erfolg bei der vorgezogenen Landtagswahl kommt die alte und neue Ministerpräsidentin des Landes NRW, Hannelore Kraft, erstmals in offizieller Mission in die Volmestadt.

Ab 12 Uhr gibt es am Freitag auf dem Schützenplatz eine festliche Veranstaltung, zu der die interessierte Bürgerschaft ausdrücklich eingeladen ist. Gemeinsame Einlader sind höchst offiziell die Ministerpräsidentin des Landes und der Hauptgeschäftsführer des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen, Winfried Pudenz.

Nach einigen Ansprachen soll etwa gegen 13 Uhr die symbolische Verkehrsfreigabe des mit vom Land bereitgestellten rund 20 Millionen Euro finanzierten Großprojekts erfolgen. Das geschieht in Höhe des neu geschaffenen Kreisverkehrsplatzes in unmittelbarer Nachbarschaft zur Vogelrute und dem Domizil der Schützen. Stummer Augenzeuge des historischen Ereignisses wird die nach einem Entwurf des Meinerzhageners Thomas Walther für diesen Platz gestaltete Figurengruppe eines Schützenzuges sein, die den Bezug zwischen Einst und Heute darstellt. Im Gründungsjahr der Meinerzhagener Schützengesellschaft war das Wort Kreisverkehr weder bekannt noch notwendig. Nur wenige Fuhrwerke und einige Fußgänger dürften um 1582 täglich den Ort durchquert haben. Heute, über 430 Jahre später, wird der Schützenplatz von einer leistungsfähigen Verkehrsstraße tangiert, um die Innenstadt zu entlasten und den Durchgangsverkehr um das Stadtzentrum herum zu führen. Nach Durchtrennen eines Bandes durch die prominenten Ehrengäste der morgigen Veranstaltung kann der Verkehr danach weiter auf dem bereits seit dem 10. September 2011 durchgängig vom Baubeginn am Ortseingang von Meinerzhagen in Höhe der Ortslage Hohbüschen bis zum Abzweig ins Industriegebiet Schwenke bei Schnüffel fertig gestellten, 2,5 Kilometer langen Straßenstücks der neuen Landstraße laufen.

Die Hoffnung, dass bis zum morgigen Termin auch das Schlussstück der Südumgehung entlang der Straße „Zum Schnüffel mit Anbindung an die neu gestaltete Autobahnanschlussstelle bei Scherl fertig gestellt und für den Verkehr freigegeben werden kann, erfüllt sich aber leider nicht. Es gab seit der Wiederaufnahme der Bauarbeiten nach nur kurzer Winterpause Anfang Februar auf der Baustelle einige unerwartete Verzögerungen, die den Terminplan über den Haufen warfen. Gestern und auch heute noch wird unter Hochdruck daran gearbeitet, dass zumindest durch Aufbringen der ersten Fahrbahn-Deckschicht ein erkennbarer Abschluss erreicht wird. Das gilt auch für einen Fahrbahnteil der neu gestalteten Anbindung der alten B 54 aus Richtung Olpe. Voraussichtlich ab der kommenden Woche wird der gesamte Verkehr bereits über die neue Autobahnanschlussstelle geleitet. Die alte B 54 wird dann nach unten Richtung Scherl abgebunden sein.

Bis auch die letzten Arbeiten erledigt sind und die komplette Südumgehung genutzt werden kann, dürfte es wohl noch bis in den August hinein dauern, erfuhr die MZ.

Mehr zum Projekt Südumgehung und seiner mehr als 40 Jahre langen Vorgeschichte erfahren Sie auf einer Sonderseite unserer Print-Ausgabe von Donnerstag. ▪ -fe

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