Stadt hofft auf mehr Ferienspiel-Anbieter

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Auch das Jugendzentrum gehört regelmäßig zu den Anbietern von Ferienspiel-Aktionen, verfügt aber auch naturgemäß über ausgebildetes pädagogisches Personal. Die ausreichende Zahl kann nicht jeder Verein aufbieten.

Meinerzhagen - Die Sommerferien rücken näher – und mit ihnen der große Wunsch von Eltern und Schulkindern, auch außerhalb des Familienurlaubs keine Langeweile aufkommen zu lassen.

Und genau dazu tragen seit Jahrzehnten die Ferienspiele in Meinerzhagen bei (siehe Info-Kasten). Das Problem: Regelungen zum Schutz des Kindeswohls schrecken einige Anbieter offenbar ab. Bislang geht die Verwaltung von insgesamt zehn Aktionen in den kommenden Sommerferien aus. Im Vorjahr waren es noch mehr als 30 Aktionen.

„Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten, ganz klar“, sagt die zuständige Fachdienstleiterin Silvia Markus zur Umsetzung des sogenannten Kindeswohlgesetzes, das im Jahr 2012 in neuer Form in Kraft trat. Daraus ergibt sich für Anbieter von Ferienspiel-Aktionen nämlich die Pflicht, lediglich anerkannte Übungsleiter, Pädagogen, Sporttrainer oder Inhaber einer sogenannten Jugendleitercard als Betreuer einsetzen zu können. Als Vorgabe müssen für Gruppen mit bis zu zehn Kindern zwei Betreuer abgestellt werden, bei bis zu 20 Kindern drei und bis zu 30 Kindern vier Betreuer. Und: Auch ein (grundsätzlich kostenpflichtiges) erweitertes Führungszeugnis muss im Vorfeld der Ferienspiele von jedem einzelnen Betreuer bei der Stadt vorgezeigt werden. „Das führt manches Mal dazu, dass ein Verein sich aus finanziellen Gründen gar nicht erst für ein Angebot hergeben will“, erklärt Markus. Sie weiß aber auch, dass erste Gespräche mit den Beteiligten meist zu einem Umdenken führen. Denn: Die Kosten für das erweiterte Führungszeugnis übernehme die Stadt. Und da nicht nur Übungsleiter mit einem entsprechenden Nachweis, sondern etwa auch Lehrer oder Erzieher als Betreuer fungieren können, ergebe sich je nach Zahl der maximal zu betreuenden Kinder am Ende doch die Möglichkeit, etwas auf die Beine zu stellen.

Kurzum: Die Stadtverwaltung bemühe sich, im Sinne der Ferienspiele Lösungen zu finden, damit auch im Sommer 2018 viele Aktionen angeboten werden können. Dass es infolge einer stringenten Umsetzung des Gesetzes aber auch Einschränkungen geben könnte, räumt Silvia Markus ein. Etwa hinsichtlich der traditionellen Fahrt zu den Karl-May-Festspielen in Elspe. „Ob wir weiterhin 100 Kinder mitnehmen können, wissen wir noch nicht. Eventuell werden es dann nur noch 50 sein“, erklärt Silvia Markus. „Aber im Interesse des Kindeswohls müssen wir so verfahren – schließlich möchten auch die Eltern ihre Kinder in guten Händen und gut betreut wissen.“

Vereine, die noch ein Angebot für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren melden wollen, können sich in Verbindung setzen mit dem Fachdienst 2/50 Soziales unter Tel. 0 23 54/7 71 52 oder 7 71 58. Die Kosten, die entstehen, werden in der Regel von der Stadt übernommen. Eltern/Kinder: Das Ferienspiel-Programm wird wieder einige Wochen vor Ferienbeginn an vielen öffentlichen Stellen wie in Schulen sowie im Rathaus ausliegen.

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