Im Rahmen der Ferienspiele besichtigen 13 Kinder das Klärwerk Meinerzhagen

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Die Ferienspiel-Kinder zusammen mit ihren Begleiterinnen Natascha Mandera und Carina Koop von der Stadt Meinerzhagen sowie Thomas Booß von der Kläranlage Meinerzhagen.

MEINERZHAGEN - Keines der 13 Kinder hat vorher schon mal ein Klärwerk aus nächster Nähe gesehen oder in der Schule etwas darüber gehört. So werden die großen Becken, von denen ein unangenehmer Geruch aufsteigt und in denen es unheimlich brodelt, zunächst mit Scheu betrachtet. Doch ein einsamer Schuh im Abwasser weckt ihre Neugier.

Von Kathrin Barre

Thomas Booß von der Kläranlage Meinerzhagen kann noch von viel mehr Dingen berichten, die man im Abwasser erblicken kann: „In einem Sommer haben wir zum Beispiel unzählige Tennisbälle im Wasser gehabt.“

Anschaulich erklärt er zunächst an einem Schaubild den Aufbau der Anlage, es folgt ein Rundgang, bei dem die Kinder die einzelnen Aufbereitungsschritte des Abwassers ganz nah mitverfolgen können.

Der Rundgang beginnt beim mehr als über 4000 Kubikmeter Wasser fassenden Regenüberlaufbecken, an dem auch der Kanal endet, der die gesamte Abwassermenge Meinerzhagens ins Klärwerk bringt. „Hier kommt alles an, was bei euch zuhause herunter gespült wird“, erklärt Thomas Booß. „Also auch vieles, was nicht ins Abwasser gehört, wie Essensreste, Hygieneartikel, Lumpen und besonders viele Q-Tips.“ Im nächsten Schritt werden größere Gegenstände in einer Rechenanlage herausgesiebt, die Kinder rümpfen die Nase, denn in diesem Bereich des Klärwerks riecht es besonders unangenehm. Nachdem das Wasser noch von Sand und Kies befreit wurde, fließt aus einem weiteren kleineren Kanal Wasser hinzu. „Das kommt direkt von der Firma Fuchs“, berichtet Booß. „Da es sogar im Winter bis zu zwölf Grad warm ist, nutzen wir es mit Hilfe einer Wärmepumpe zum Heizen unserer Betriebsräume. Das hilft uns, Energiekosten zu sparen, die ohnehin durch die großen Anlagen sehr hoch sind.“

Erstaunt zeigen sich die Kinder besonders über die großen Belebungsbecken, in denen Bakterien das Wasser von Phosphat befreien. Nach einem letzten Reinigungsschritt im Nachklärbecken fließt das Wasser in zwei große Teiche und von dort aus in die Volme. Thomas Booß zeigt den Kindern noch den Keller der Kläranlage, in dem sich die großen Pumpen für den Sauerstoff befinden, der in die Belebungsbecken gepumpt wird. Zum Schluss erklärt ihnen die Funktionen des Ruhrverbandes, dem neben der Kläranlage in Meinerzhagen noch 71 weitere Kläranlagen gehören und der verantwortlich ist für die Wasserversorgung eines riesigen Gebietes mit 5,1 Millionen Einwohnern.

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