Ferien im „Alten Leuchtturm“

+
Rolf Meuser leitet die Familienferienstätte des evangelischen Kirchenkreises. ▪

BORKUM ▪ Das Haus „Alter Leuchtturm“ gehört zu Borkum wie die unverwechselbare Kurpromenade mit der markanten Skyline. Früher war der Gebäudekomplex in der Innenstadt Sitz des Inselvogtes, später diente der Backstein-Bau – teilweise – als Dorfhotel.

Heute ist der Alte Leuchtturm die Familienferienstätte des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg und wird von Märkern zwischen Menden und Meinerzhagen gern als Urlaubsquartier in gesunder Nordsee-Luft genutzt.

Rolf Puschkarsky aus Meinerzhagen ist Öffentlichkeitsreferent des Kirchenkreises. Und als stellvertretender Vorsitzender des Leitungsausschusses „Alter Leuchtturm“ ist er auch mitverantwortlich für die Einrichtung und häufig vor Ort. Der Mann, der als Hausleiter ständig in der Verantwortung steht, ist der Ur-Borkumer Rolf Meuser. Er löste im Jahr 2000 den Meinerzhagener Herbert Kindler ab, der zusammen mit Ehefrau Liesel 34 Jahre lang die Geschicke des Hauses leitete.

Dass der Kirchenkreis mit der Auswahl seiner Führungsmannschaft ein glückliches Händchen bewiesen hat, bestätigt auch Borkums Bürgermeister Georg Lübben: „Der Alte Leuchtturm hat auf der Insel einen großen Stellenwert. Das Haus wird hervorragend geführt. Die Stadt hat großes Interesse an diesen Einrichtungen, weil wir hier zu 100 Prozent vom Fremdenverkehr leben.“

120 Betten in modernen Ferienwohnungen mit gehobenem Standard und Einzel- und Doppelzimmern stehen für die Gäste bereit. Und die kommen nicht nur aus dem Märkischen Kreis. Meuser, gelernter Fleischermeister und vorher schon in anderen Häusern tätig, hatte sogar schon des Öfteren Gäste aus der Schweiz. Neben Gruppen vor allen Dingen von Diakonischen Werken sind natürlich auch Individualreisende stets willkommen. Zusammen mit Reisegemeinschaften beispielsweise aus Werdohl, Lüdenscheid oder Plettenberg bilden sie dann eine Hausgemeinschaft, die in den allermeisten Fällen harmonisch unter einem Dach wohnt.

Der christliche Leitgedanke ist überall zu spüren, ohne dass die Besucher missioniert werden. „Wir sind ein offenes Haus und neben dem Service spielt die Freundlichkeit eine ganz große Rolle“, erklärt Meuser, wo die Schwerpunkte gesetzt werden. Und weiter: „Unsere Mitarbeiter dürfen gern mit den Gästen zusammenstehen und sich unterhalten. Wir sind kein Hotel, sondern etwas ganz Besonderes.“ Das zeigt allein der Umgang mit den „Kunden“: Wer mag, darf sich zum Beispiel an der Theke sein Pils selbst zapfen. Das Geld dafür wird in die Spardose auf dem Tresen geworfen – Vertrauen gegen Vertrauen.

Die Seele baumeln lassen, spazieren gehen, sich im „Gezeitenland“ mit Badelandschaft tummeln, ein Sonnenbad am Strand nehmen – all das macht einen Borkum-Urlaub aus. Und natürlich muss zumindest der Gast im „Alten Leuchtturm“ auch nicht selbst den Kochlöffel schwingen. Gruppen können die Vollverpflegung buchen. Und auch Einzelreisende dürfen sich im nach Denkmalschutz-Kriterien renovierten Weißen Saal an den gedeckten Tisch setzen – vorausgesetzt es befinden sich gerade Gruppen im Haus, was meist der Fall ist. Überhaupt kann sich die Hausleitung über den Besucher-Zuspruch nicht beklagen: „Unsere Appartements sind in der Ferienzeit auf zwei Jahre ausgebucht“, freut sich Rolf Meuser.

Der „Alte Leuchtturm“ ist ein Schmuckstück, auch optisch. „Er wurde im Jahr 1792 erbaut und war das erste zweistöckige Haus der Insel“, weiß Bürgermeister Georg Lübben. 1990 erwarb der Kirchenkreis dann das benachbarte traditionsreiche Dorfhotel und gliederte es dem Haus an. Für mehr als sieben Millionen Mark wurde renoviert und damit der Grundstein für den weiteren, erfolgreichen Betrieb des Hauses gelegt. ▪ beil

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare