Feinstaub-Feuerwerk in Meinerzhagen

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Bei der Auswertung der Feinstaub-Daten: Horst Skerra (links) und Matthias Kretschmer.

Meinerzhagen - Feinstaub ist schädlich. Und immer zum Jahreswechsel, in der Silvesternacht ab 0.00 Uhr, steigt der Feinstaub-Wert in der Luft explosionsartig an. So auch diesmal. Das ergaben Messungen, die Horst Skerra und Matthias Kretschmer  in Meinerzhagen vorgenommen haben.

Horst Skerra hat seine Feinstaub-Messanlage selbst gebaut und an der Dachrinne seines Hauses am Rothenstein installiert. Amtliche Ergebnisse liefert die Station nicht, dafür aber Anhaltspunkte. Die Silvester-Daten von diesem Jahr sind dabei sehr eindrucksvoll: Nach dem Verfahren PM10 ergab sich während des Feuerwerkes ein Wert von mehr als 450 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Zum Vergleich: Am Tag zuvor wurde die Marke von 100 Mikrogramm nicht überschritten. 

Auch Matthias Kretschmer, Leiter des wald- und umweltpädagogischen Zentrums Heed, besitzt eine Feinstaub-Messanlage. Auch er zeigte Eigeninitiative und baute das Gerät selbst zusammen. Er entschied sich allerdings für eine transportable Variante. Kretschmers in der Silvesternacht ermittelten Werte stützen die Ergebnisse von Horst Skerra: „In der Spitze habe ich in Heed Werte von 380 bis 400 Mikrogramm festgestellt“, berichtet der Meinerzhagener. 

Horst Skerra relativiert die Ergebnisse dieses Jahres allerdings und verweist in diesem Zusammenhang auf das Wetter: „Es herrschte Nebel – und der hat Einfluss auf die Messergebnisse. Er lässt sich schlecht herausrechnen.“ Dass das Feuerwerk nebst Knallkörpern allerdings einen großen Einfluss auf die Feinstaub-Konzentration in der Luft hat, das wissen beide Volmestädter. Kretschmer verweist dabei auf das Umweltbundesamt: „Dort wurde ermittelt, dass in der Silvesternacht eine hohe Feinstaub-Konzentration erreicht wird. Die entspreche etwa 15 Prozent von dem Wert, den der Straßenverkehr in einem Jahr verursacht.“

Der Leiter des wald- und umweltpädagogischen Zentrums engagiert sich das ganze Jahr über für die Umwelt. Sein mobiles Feinstaub-Messgerät gehört bei Spaziergängen oder anderen „Outdoor-Aktivitäten“ dann oft zur Ausrüstung. Aus vergangenen Monaten weiß Kretschmer deshalb auch, dass Spitzenwerte über das Jahr verteilt durchaus öfter erreicht werden. „Im Sommer habe ich teilweise noch höhere Werte als an Silvester festgestellt. Die lagen dann zwischen 500 und 600 Mikrogramm.

 Allerdings muss man auch bedenken, dass es sich zum Jahreswechsel um einen zusätzlichen Eintrag von Feinstaub handelt, der zu allen anderen noch hinzukommt. Ich persönlich habe nicht den Eindruck, dass in diesem Jahr weniger geböllert wurde, aber mehr Raketen zu sehen waren. “

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