Feierstunde anläßlich des Tages der Deutschen Einheit

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider erläuerte in seiner Rede die Bedeutung der Einheit für Deutschland und Europa.

VALBERT ▪ Rund 40 Meinerzhagener waren am Montag der Einladung des CDU-Stadtverbandes zu einer kleinen Feierstunde anläßlich des Tages der Deutschen Einheit am Gedenkstein an der Ebbehalle gefolgt, wo sie vom ersten Vorsitzenden Axel Oehm begrüßt wurden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider erläuterte in einer Rede die Bedeutung des Nationalfeiertages für Deutschland.

„Als vor nun 21 Jahren in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober die Einheit Deutschlands feierlich begangen wurde, war dies der Schlusspunkt einer geschichtlichen Wandlung, die sich über Monate abgezeichnet hatte und sich in historische Prozesse einfügte,“ sagte Dr. Heider und erläuterte im Folgenden die Präambel des Grundgesetzes für das gesamte deutsche Volk: „In freier Selbstbestimmung haben die Deutschen ihre Einheit gefunden. Damit sind selbstverständlich zu allererst unsere ostdeutschen Mitbürger gemeint, die den Mut hatten, in Leipzig und anderen Städten auf die Straße zu gehen, um ihre Rechte einzufordern. Gemeint sind auch die Oppositionellen, die sich in der Obhut der christlichen Kirchen für Freiheit und Menschenwürde engagiert haben. Freie Selbstbestimmung meint aber auch jene, die in den Jahrzehnten der DDR ihre Heimat verlassen haben, um die Freiheit zu finden, die sie in diesem Unrechtsstaat vergebens gesucht haben. Besonders meine ich dabei diejenigen, die trotz Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl die Flucht wagten, ihr Leben riskierten und viel zu oft verloren. 1065 Grenz- und Mauertote, 75000 Verfahren wegen versuchter Republikflucht. Auch diesen Opfern der deutschen Teilung gilt an diesem Feiertag ein stilles und ehrendes Gedenken.“

Die deutsche Einheit habe aber nur gelingen können, indem sie in ein vereintes Europa eingebettet wurde, betonte Dr. Heider. Sie stehe als Meilenstein in einem Prozess, der in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhundert mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) begonnen habe, und der 1957 der römische Vertrag, die EWG gefolgt sei.

„Die Geschichte unseres Landes ist geprägt von der europäischen Integration,“ sagte der Bundestagsabgeordnete, und weiter: „Für mich gilt daher neben der historischen Verpflichtung ebenso, dass Verantwortung für Europa nicht heißt, mit dem Füllhorn durch die verschuldeten Krisenstaaten zu ziehen. So wie wir die europäischen Befürchtungen gegenüber Deutschland berücksichtigen müssen, gilt es für uns unsere europäischen Freunde, die Stabilitätskultur der Bundesrepublik zu respektieren, die niedergelegt ist Stabilitäts- und Wachstumspakt des Vertrages von Maastricht. Die Wieder-Einhaltung der vorgeschriebenen Regeln muss unser Zeil sein, um Europa in die richtige Richtung zu lenken. Auf Solidarität muß Solidarität folgen!“

Dr. Heider bezeichnete den Tag der Deutschen Einheit als größten Glückstag in der deutschen Geschichte. Neben allen wirtschaftlichen Ärgernissen, bei allen Haushaltszahlen und Ratings dürfe nicht vergessen werden, den Blick für das Ganze zu bewahren: „Europa ist unser Schicksal! Europa ist Staatsräson! Scheitert Europa, scheitert Deutschland an den Aufgaben und Herausforderungen unserer Tage“.

Mit dem Singen der dritten Strophe des Deutschlandliedes endete die Feierstunde.

Luitgard Müller

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