Liberale streben Duell um Bürgermeisteramt an

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Für den 25. Mai werden die Bürger Meinerzhagens an die Wahlurnen gerufen. Im Rahmen der Kommunalwahl gilt es dann auch, einen neuen Bürgermeister zu wählen.

MEINERZHAGEN - Seitdem Jan Nesselrath als gemeinsamer Bürgermeisterkandidat von CDU und SPD feststeht, ist es mit der Spannung für die Wahl am 25. Mai dahin – will man meinen. Dabei werden im Hintergrund durchaus noch Gespräche geführt, um einen Gegenkandidaten aufzustellen.

Kai Krause, Fraktionsvorsitzender der FDP im Meinerzhagener Rat, erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Liberalen durchaus beabsichtigen, einen potenziellen Bürgermeister ins Rennen zu schicken. Allein: Es fehlt (noch) der richtige Mann beziehungsweise die richtige Frau. „Wir haben bis jetzt niemanden gefunden, sind aber noch nicht ganz davon ab“, hofft Krause weiterhin auf einen geeigneten Kandidaten. Über die weitere Vorgehensweise soll in der kommenden Woche im Rahmen einer Fraktionssitzung beraten werden – beim Ortsparteitag der Meinerzhagener Liberalen Ende Februar könnte die Entscheidung für einen Bürgermeisterkandidaten dann legitimiert werden.

„Eine Ein-Mann-Wahl widerspricht einfach meinen Demokratieverständnis“, erklärte Kai Krause die Motivation der FDP. Dass dabei auch ein gemeinsamer Kandidat mit den Grünen ein mögliches Mittel zum Zweck sein könnte, schließt er persönlich allerdings aus – dafür sind die Gräben zwischen beiden Fraktionen nach der Stadthallen-Diskussion offenbar zu tief. „Für mich kommt es nicht in Frage, in dieser Sache etwas mit den Grünen zusammen zu machen.“

Und für die Grünen selbst ist das Kandidatenthema ohnehin bereits abgeschlossen. „Von uns wird es keinen geben. Wir sind eine kleine Fraktion und erst vor fünf Jahren hier durchgestartet. Da macht das noch keinen Sinn“, sagte Fraktionssprecher Ingolf Becker. Während die Grünen-Liste für die Wahlbezirke Anfang Februar wohl ohne größere Probleme gefüllt werden kann, habe sich kein Bewerber gefunden, der im Zweifel tatsächlich bereit wäre, die Verwaltung zu führen. „Und nur einen Kandidaten aufzustellen, damit man nachher einen aufgestellt hat, macht meiner Ansicht nach keinen Sinn“, so Becker.

Und auch die UWG wird voraussichtlich mit keinem eigenen Bürgermeisterkandidaten an den Start gehen. Das erklärte Fraktionsvorsitzender Raimo Benger im Gespräch mit der MZ. „Es sieht derzeit nicht so aus. Wir hätten sicherlich genügend Leute mit der fachlichen Qualifikation. Aber die sind beruflich zu fest im Sattel.“ Die letzte Entscheidung zu diesem Thema soll jedoch erst am 24. Januar fallen, wenn die UWG-Fraktion ihre Liste für die Kommunalwahl aufstellt.

Die Unterstützung eines möglichen FDP-Kandidaten will Benger jedoch nicht ausschließen. „Entscheidend sind das Charisma, die berufliche Qualifikation und die Aura des Kandidaten – und nicht die Parteizugehörigkeit“, sagt der UWG-Ratsherr. Und stimmt in diesem Punkt mit Georg Follert von der Partei „Die Linke“ überein, die ebenfalls keinen eigenen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt aufstellen wird. „Es kommt am Ende auf die Person an, ob wir sie unterstützen“, sagte Follert, der es grundsätzlich begrüßen würde, zumindest zwei Kandidaten für den Meinerzhagener Chefsessel zur Wahl zu haben. „Wir selber haben nur leider niemanden, der das machen will.“ - zach

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