Corona und der Handel

Lockdown: Meinerzhagener Händler freuen sich über treue Kunden

Kontaktlos erfolgt vor der Buchhandlung Schmitz die Übergabe von Ware und Geld. Mitarbeiterin Kerstin Bestgen liefert hier einer Kundin die zuvor telefonisch bestellten Bücher aus. Das Ladenlokal bleibt für Kunden tabu.
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Kontaktlos erfolgt vor der Buchhandlung Schmitz die Übergabe von Ware und Geld. Mitarbeiterin Kerstin Bestgen liefert hier einer Kundin die zuvor telefonisch bestellten Bücher aus. Das Ladenlokal bleibt für Kunden tabu.

Gibt es während des harten Lockdowns überhaupt einen positiven Aspekt für den heimischen Einzelhandel?

Meinerzhagen – Erstaunlich, aber Tatsache: „Wir spüren ganz deutlich, dass sich die Kunden zum Händler vor Ort bekennen. Viele sagen, dass sie bewusst nicht bei dem Online-Händler mit dem großen A kaufen, sondern bei uns. Das freut uns sehr“, sagt Wolfgang Schmitz, Inhaber der gleichnamigen Buchhandlung „Zur Alten Post“.

Handel geht weiter - kontaktlos

Trotz der strengen Auflagen durch den Lockdown kann Schmitz weiter mit Medien wie Büchern handeln. Wie das funktioniert, beschreibt der Einzelhändler so: „Wir haben vor der Tür einen Tisch aufgestellt. Darauf steht eine Geldschale. Die Kunden haben zuvor über unseren Web-Shop oder telefonisch bestellt. Wir legen dann das Buch auf den Tisch, der Kunde legt das Geld in die Schale. Er wurde vorher gebeten, den passenden Betrag bereitzuhalten. Der Kunde nimmt dann sein Buch, ist er weg, holen wir das Geld aus der Schale. Das funktioniert kontaktlos.“ Einbußen durch den Lockdown hatte Schmitz nach eigener Aussage übrigens kaum. Und er fürchtet auch nicht, dass nach den Feiertagen das große Umtauschgeschäft einsetzt: „Die Kunden machen ja ganz gezielte Einkäufe, sie haben sich das Buch schließlich selbst ausgesucht und online auch ohne Beratung.“

Kein Dezember-Minus

Jan Lienenkämper vom Betten- und Wäsche-Fachgeschäft an der Hauptstraße zieht für den Dezember ebenfalls ein positives Fazit. „Wir sind zufrieden und recht erstaunt, dass wir zumindest kein Dezember-Minus gemacht haben“, bilanziert der Geschäftsmann mit Blick auf die Umsätze auch während des Lockdowns. Für die Monate Januar und Februar erwartet er allerdings geringere Umsätze: „Das wird noch einmal hart für uns.“

Das Prozedere der Waren- beziehungsweise Geldübergabe funktioniert auch bei Lienenkämper kontaktlos und ähnlich wie bei Wolfgang Schmitz. Dass zuletzt verstärkt vor Ort gekauft wurde, kann Jan Lienenkäper bestätigen: „Wir haben gemerkt, dass wir viele treue Kunden haben. Die bestellen telefonisch oder über das Internet. Und manchmal steht sogar jemand vor der Tür und wir verständigen uns dann mit Gesten“, berichtet der Geschäftsmann über die Veränderungen, die der Handel in Zeiten des Lockdowns erlebt.

Lockdown „tut weh“

Weniger zufrieden ist hingegen Marc Heyder vom Foto-Fachgeschäft an der Hauptstraße: „Der harte Lockdown tut uns weh“, sagt er. Heyder weiß auch genau, was zum Umsatzrückgang geführt hat: „Viele Geräte können dem Käufer einfach nicht per Online-Beratung erklärt werden. Und auch das Aussuchen von Bildern und passenden Rahmen lässt sich auf diese Weise schlecht bewerkstelligen.“ Ganz brach liegen seine Geschäfte allerdings nicht. Heyder: „Wir bekommen noch einiges an Bildern über das Internet herein.“ Wird Ware abgeholt, erfolgt das auch bei ihm natürlich kontaktlos, ebenso wie das Bezahlen.

Was die nahe Zukunft betrifft, ist der Meinerzhagener Geschäftsmann momentan auch nicht gerade optimistisch gestimmt: „Wenn ich auf die Infektionszahlen schaue, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich im Januar viel an der Situation ändern wird. Aber wir werden die Zeit für Veränderungen in unserem Geschäft nutzen. Das gilt etwa für den Studiobereich. Wir müssen jetzt halt das Beste daraus machen.“

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