SEPA: Umstellung des Zahlungssystems als große Herausforderung

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Anstelle der bisherigen Kontonummer wird künftig eine maximal 34 Stellen umfassende IBAN-Ziffernfolge verwendet, dazu als BIC auch eine neue internationale Bankleitzahl.

MEINERZHAGEN - Die Uhr tickt den Countdown bis zum Stichtag 1. Februar 2014 herunter. SEPA heißt das Zauberwort, mit dem nach einer Umfrage 38 Prozent der Bundesbürger rein gar nichts anfangen können und von dem weitere 76 Prozent der Erwachsenen angaben, zu diesem Thema wünschten sie keine näheren Infos.

Die Einführung des neuen Zahlungssystems im Euro-Raum ist gemessen an der Einführung der fünf- statt vierstelligen Postleitzahl im Jahr 1993, seinerzeit begleiter von einer massiven öffentlichen Werbekampagne, tatsächlich aber eine Riesenherausforderung. „Und wirklich jeder ist betroffen, ob als Privatmann, Unternehmer oder Vereinsfunktionär“, verdeutlicht Abteilungsdirektor Marc Kostewitz von der Volksbank im Märkischen Kreis im Gespräch mit einer dafür repräsentativen Personengruppe in der Bank-Geschäftsstelle Meinerzhagen nachdrücklich.

Der 79-jährige Senior in der Runde gibt sich dabei noch am gelassensten. Herbert Monkowski ist einer von insgesamt rund 90 000 typischen Privatkunden der größten Genossenschaftsbank in der Region. Weil er sich mittlerweile selbst schon etwas näher zum aktuellen Thema schlau gemacht hat, weiß er auch: „Mir kann eigentlich wenig passieren, denn ich weiß ja, dass meine Bank für mich das Meiste ganz automatisch regelt und für die notwendige Umstellung sorgt.“

Monkowski weiß aber ebenso, dass es bei vielen Menschen noch erhebliche Unsicherheiten gibt. Das gilt auch für die Mitglieder des von ihm geleiteten Seniorenkreises Ü-60 der katholischen Kirchengemeinde Meinerzhagen: „Wir werden deshalb genau zu diesem Thema einen besonderen Informationsabend anbieten.“ Marc Kostewitz von der heimischen Volksbank hat dazu sein Kommen bereits zugesagt.

Die wissbegierigen Senioren werden dann erfahren, dass sie sich noch die geringsten Sorgen machen müssen. Zum einen gilt für ganz normale Verbraucher und Bankkunden noch eine zweijährige Übergangsfrist, während derer sie die alte Kontonummer zumindest national noch nutzen weiter können.

Die fälligen Abbuchungen von ihrem Konto, zum Beispiel durch den Energieversorger oder die Grundbesitzabgaben der Stadt, werden ebenfalls wie gewohnt ausgeführt. Doch bei solchen Transaktionen wird von den entsprechenden Institutionen auf jeden Fall anstelle der Kontonummer die neue maximal 34 Stellen umfassende IBAN-Nummer sowie die neue BIC-Kennziffer für die internationale Bankleitzahl des betreffenden Bankinstituts verwendet.

Ab dem 1. Februar 2014 werden die alten Zahlverfahren „Überweisung“ und „Lastschrift per Einzugsermächtigung bzw. Abbuchungsauftrag“ von dem neuen SEPA-Verfahren abgelöst. Kontonummer und Bankleitzahl werden durch IBAN und BIC ersetzt. Lastschriftbelege und Disketteneinreichungen werden abgeschafft.

Schon seit 2003 steht die jeweilige individuelle IBAN-Nummer übrigens auf jedem Kontoauszug, manchmal auch auf Bankkarten – so mittlerweile auch auf der Rückseite der VR-BankCard, die von der heimischen Volksbank für ihre Kunden eingesetzt wird.

Was für den sogenannten „Otto Mustermann“ noch die leichteste Übung sein dürfte, birgt für Unternehmer und auch für Vereinsvorstände dann erheblich, im Ernstfall sogar existenzbedrohende Risiken, wenn nicht früh genug und vor allem nicht richtig reagiert und der eigene Zahlungsverkehr auf SEPA umgestellt wird.

Die Volksbank hat derzeit allein sieben Zahlungsverkehrberater im Dauereinsatz, die hier den Betroffenen aus allen Bereichen praktische Hilfestellung geben.

Wie das zum Beispiel für einen Unternehmer wie den heimischen Autohändler Oliver Starke oder den Vorstand des mit über 1200 Mitgliedern größten heimischen Sportvereins, dem TuS Meinerzhagen aussieht und i nbeiden Fällen auch schon erfolgreich umgesetzt wurde, dazu werden wir im Rahmen einer kleinen Serie zum Thema SEPA hier in den nächsten Tagen noch ausführlicher berichten. - Von Horst vom Hofe

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