Meinerzhagen soll fairer werden

Ingolf Becker will Meinerzhagen zu einer „Fairtrade-Stadt“ machen.

Meinerzhagen - Werden die Ausschusssitzungen in Meinerzhagen bald ein wenig fairer? Zumindest in Sachen Verpflegung könnte dies bald der Fall sein, denn die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen will mit einem entsprechenden Antrag die Bewerbung um den Titel „Fairtrade-Stadt“ anstoßen. Der Rat soll am 8. Juni über das weitere Vorgehen entscheiden.

„Nach wie vor existieren massive Armutsproblematiken in vielen Entwicklungsländern, die zu einem großen Teil auf ungerechte Handelspraktiken und unökologische Wirtschaftsweisen zurückzuführen sind“, schreibt der Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingolf Becker in dem Antrag, den er jetzt der Verwaltung übermittelte. Durch eine Bewerbung könne die Stadt Verantwortung übernehmen und diesem Trend nach ihren Möglichkeiten gegensteuern. Profitieren würde letztlich nicht nur das Image der Stadt, sondern auch der heimische Einzelhandel, so Becker weiter. Dieser muss bei den Bestrebungen, Fairtrade-Stadt zu werden, definitiv mit ins Boot geholt werden. Denn der Verein Transfair verlangt von zertifizierten Städten seiner Kampagne „Fairtrade-Town“, dass die heimischen Geschäfte mindestens zwei Produkte aus fairem Handel anbieten. Gastronomische Betriebe müssen mindestens ein entsprechendes Produkt vorhalten. Und auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen sollen Produkte aus fairem Handel verwenden – dabei kommt eben auch die Kommunalpolitik zum Zuge: In öffentlichen Sitzungen soll nämlich fair gehandelter Kaffee sowie ein weiteres zertifiziertes Produkt angeboten werden.

Weitere Bedingung für die Akzeptanz als Fairtrade-Stadt ist die Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe, die die Aktivitäten auf dem Weg zum Titel koordiniert und der mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft angehören müssen.

„Ziel der Kampagne sind der Ausbau des fairen Handels, eine diesbezügliche Zusammenarbeit verschiedener Akteure aus Handel, Politik und Zivilgesellschaft und eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Aspekte des fairen Handels“, so Ingolf Becker, der sich nach Erfüllung der Kriterien eine Bewerbung als Fairtrade-Stadt erhofft.

Träger der Fairtrade-Town-Kampagne, die es seit 2000 gibt, ist der gemeinnützige Verein Transfair, der ausdrücklich nicht selbst mit Fairtrade-Produkten handelt, sondern nur entsprechende Siegel vergibt. Mittlerweile gibt es in Deutschland, wo die Kampagne erst vor sechs Jahren startete, 319 zertifizierte Kommunen. Attendorn gehörte zu den ersten Städten, die sich an der Aktion beteiligten, seit Januar 2013 darf sich auch Gummersbach offiziell „Fairtrade-Town“ nennen. - zach

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