Soziales Engagement: Kostenlos nach Köln

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Manfred Potempa, Günther Friebe und Frank Friebe (von links) mit den Elektro-Scootern.

Meinerzhagen - „Es wird zu wenig getan. Soziales Engagement ist heute nicht selbstverständlich. Und deshalb haben wir uns etwas überlegt.“ Frank Friebe ist selbstständig. Er zieht dieses traurige Fazit und will deshalb ein Zeichen gegen Egoismus und Gleichgültigkeit setzen.

Friebe befördert Menschen mit seinen Fahrzeugen. Krankentransport ist eines seiner „Standbeine“. Durch den ständigen Kontakt mit Menschen, die selbst nicht mobil sein können und auf die Hilfe anderer angewiesen sind, entstand ein konkreter Plan: „Wir bieten sonntags nach Absprache Fahrten an, bei denen wir Rollstuhlfahrer und eine Begleitperson kostenlos zum Kölner Zoo fahren.“ Unterstützt werde er dabei auch von Manfred Potempa. Der ist ebenfalls selbstständiger Fahrdienst-Unternehmer und Friebe arbeitet mit ihm zusammen – auch bei dem kostenlosen Service für Menschen mit Handicaps.

Konkret sieht das Angebot so aus: „Wir holen die Menschen ab und befördern sie, gemeinsam mit dem Begleiter, nach Köln. Da ist das Wetter auch immer besser als in Meinerzhagen und so ein Zoo ist immer ein dankbares Ausflugsziel. Alle unsere Fahrer, die im Krankentransport eingesetzt sind, ziehen dabei übrigens mit und opfern hin und wieder mal einen Sonntag. Das macht allen großen Spaß, denn man tut etwas Gutes und bereitet anderen eine Freude, denen es nicht so gut geht“, sagt Frank Friebe.

Alles, was die gehandicapten Ausflügler für den Köln-Trip bezahlen müssten, sei der Eintritt in den Zoo. „Dabei wird nur für den Rollstuhlfahrer kassiert, die Begleitperson hat freien Eintritt“, berichtet Friebe. Eventuell, so der heimische Unternehmer weiter, könne man aber noch Gespräche mit der Leitung des Zoos führen und erreichen, dass auch die Rollstuhlfahrer kostenlos eingelassen würden.

Und damit nicht genug: Friebe hat sich jetzt drei Elektro-Scooter angeschafft, mit denen nicht mobile Menschen kurze Strecken ohne Hilfe zurücklegen können – wenn sie dazu in der Lage und mit der Bedienung nicht überfordert sind. „Zum Ausprobieren werden die von mir an gehandicapte Bürger kostenlos verliehen. Auch Seniorenheime können dieses Angebot in Anspruch nehmen. Wir würden die Scooter dann liefern und wieder abholen.“

Seine soziale Motivation und die seines Kooperationspartners Manfred Potempa beschreibt Frank Friebe übrigens mit nur einem Satz: „Wir verdienen beim Krankentransport Geld mit diesen Menschen – und da müssen wir einfach etwas zurückgeben.“

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