"Donnerschläge" schrecken Meinerzhagener auf

J Foto: Henrik Wiemer

Meinerzhagen - „Gegen den Knall heute früh ist das Böllern mit der dicken Berta ein laues Fürzchen“ – mit diesen deutlichen Worten kommentiert ein Meinerzhagener im sozialen Netzwerk Facebook ein Phänomen, das mittlerweile auch die Polizei und das Ordnungsamt beschäftigt.

Die Erfahrungen der Bürger ähneln sich: Regelmäßig schrecken sie nachts aus dem Schlaf, weil ein ohrenbetäubender Knall durch die Stadt schallt. Während die einen selbstgebaute Böller im Verdacht haben, spekulieren andere auf ein Flugzeug, das die Schallmauer durchbrochen hat. Wieder andere meinen einen hellen Blitz im Bereich des Inselwegs geortet zu haben – und sogar die Dicke Berta der Schützen ist bereits in Verdacht geraten. Doch selbst die Schützenkanone sei bei Weitem nicht so laut wie jener Knall, der die Meinerzhagener seit einigen Wochen regelmäßig um den Schlaf bringt. „Außerdem ist die Dicke Berta in Einzelteile zerlegt und derzeit definitiv nicht im Einsatz“, weiß Ute Otto vom Ordnungsamt, das sich mittlerweile ebenfalls mit der Ruhestörung beschäftigt.

Erst am frühen Montagmorgen durchbrach der Knall erneut die nächtliche Ruhe: Gegen 5.30 Uhr schreckten viele Meinerzhagener auf, die dann auch ihren Unmut in der Facebook-Gruppe „Du bist Meinerzhagener, wenn...“ äußerten. Allerdings blieb die Suche nach den Urhebern bislang erfolglos. Die Polizei bestätigte auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung zwar entsprechende Meldungen durch Bürger. „Aber die erreichten uns erst mehrere Stunden nach dem Vorfall. Da können wir natürlich nichts mehr ausrichten“, heißt es aus der Meinerzhagener Wache.

Und auch das Ordnungsamt fischt noch im Trüben, wie Ute Otto einräumte. „Wir haben bislang keine Erkenntnisse, wer das verursacht oder wo der Lärm genau herkommt“, sagt Ute Otto. Angemeldet oder der Verwaltung angezeigt wurde nichts. „Da ist man dann ratlos.“ Allein die Ortung bereitet aufgrund der sich unterscheidenden Angaben Schwierigkeiten. „Einige berichten vom Bamberg, andere von der Freifläche der einstigen Landesschule oder vom Schützenplatz“, berichtet Otto. „Sollten wir den Urheber fassen, würden wir natürlich auch ein Bußgeld verhängen.“ Das kann wegen Ruhestörung anfangs nur 50 Euro betragen, sich im Wiederholungsfall aber auf bis zu 1000 Euro erhöhen.

Bis die Quelle des Lärms aber nicht gefunden ist, lasse sich kaum etwas ausrichten. „Anders als Strafanzeigen lassen sich Ordnungswidrigkeitsanzeigen nicht gegen Unbekannt erstatten“, erklärt Ute Otto. Die Polizei Meinerzhagen mahnt unterdessen, möglichst zeitnah nach dem Knall die 110 zu wählen. „Dann haben wir die besten Möglichkeiten, jemanden zu erwischen“, heißt es aus der Wache.

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