EGM-Theater-AG: „Ich bin nicht die Wahrheit“

Zum Schlussbild des sehenswerten Stückes formierten sich alle 19 Akteure auf der Bühne.

Meinerzhagen - Anreize zu eigener Reflexion bietet das neue Stück der Theater-AG des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen (EGM). Es trägt den Titel „Ich bin nicht die Wahrheit“. Zu seiner Premiere waren am vergangenen Samstagabend zahlreiche Zuschauer in die Aula der Schule gekommen.

Sind Luthers Ideen auch im Jahr des Reformationsjubiläums noch aktuell? Welchen Stellenwert hat der Glaube in der heutigen Gesellschaft? Was bedeutet Glauben für jeden Einzelnen? Ein Jahr lang hatte sich die Theater-AG des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen unter der Leitung von Thomas Erdmann und mit Unterstützung durch den von Dietmar Först geleiteten Projektkurs Q1 mit diesen Fragen beschäftigt, für die sich zurzeit viele Menschen eine Antwort wünschen. Im neuen Stück verkörpern 19 Akteure die unterschiedlichsten Charaktere auf der Suche nach einem Halt, einer Wahrheit, einem Glauben in einer Gesellschaft in der sie sich verloren fühlen.

Die Zuschauer lernen in der rasanten Inszenierung, die Musik, Licht, Ton und Videoeinspielungen gekonnt eingesetzt und mit wenigen Requisiten auskommt, ihre Überzeugungen, Ängste und Zweifel kennen: „Gibt es eine absolute Wahrheit oder hat jeder Mensch seine eigene? Ist mein Glaube wirklich mein Glaube oder die Interpretation anderer? Sind das wirklich meine Werte und Normen oder werden sie mir von der Gesellschaft vorgeben? Kann ich mich frei entscheiden? Was bedeutet eigentlich Freiheit?“

In Devil´s Corner, einem Supermarkt der Superlative, treffen schließlich alle Protagonisten aufeinander. Dort können sie ihre Einkaufskörbe füllen, mit allem, was ihren begehrenswert erscheint. Der Teufel (Lars Albrecht), „a man of wealth and taste“ in Siegerpose, hat sie dort hingelockt, denn er hat noch eine Wette offen mit einer, deren T-Shirt in großen Lettern verkündet „Gott“ (Sofie Sperling). Doch schon bald taucht ein Stromausfall den verheißungsvollen Supermarkt der unbegrenzten Möglichkeiten in Dunkelheit, in der die Menschen auf sich selbst zurückgeworfen werden und sich erneut ihren Ängsten stellen müssen.

Der Verdacht, dass ein Terroranschlag die Ursache sein könnte, lässt die Situation eskalieren. Eine Muslima (Belinda Avimetaj) wird von einem Christen, einem glühenden Fundamentalisten (Jason Niklaus), zu Unrecht dafür verantwortlich gemacht und tätlich angegriffen. Es ist ein ausgerechnet überzeugter Atheist (Julian Thamm), der ihr zur Hilfe eilt und sie verteidigt.

Wie die Wette zwischen Gut und Böse aufgeht, sei hier nicht verraten, denn am Freitag, 24. März, ab 19.30 Uhr, lädt die Theater-AG zu einer weiteren Aufführung in die EGM-Aula ein.

Außer den bereits genannten Schauspielern wirkten ebenso spielfreudig mit: Leandra Sülzer, Hanna Bastek, Sarah Carvalho, Kai Chen, Svenja Hessberg, Pauline Kronenberg, Savannah Lambert, Aurelie Meitz, Celina Moreyko, Phil Niggemann, Charis Reinisch und Lina Schroeder. Für die Technik waren zuständig: Marvin Strangfeld (Musik, Video), Ilja Kirch (Video), Amelie Oekinghaus (Licht), Sebastian Tanzius (Ton). Die helfenden Hände von Julian Jarosch, Lucas Scheming und Daniel Elke unterstützten die sehenswerte Produktion.

Im Anschluss an die Aufführung waren die Zuschauer zu einer Nachbesprechung in die Mensa eingeladen. Die Spenden, um die beim Ausgang gebeten wurde, soll in die weitere Arbeit der Theater-AG fließen und die Fahrtkosten zum Evangelischen Kirchentag mitfinanzieren, bei dem das Stück ebenfalls bei zwei Aufführungen präsentiert wird.

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