Verabschiedung

Pfarrer Peter Winterhoff geht nach 34 Jahren

Abschied von Pastor Winterhoff in der Evangelischen Kirche Valbert
+
Peter und Bärbel Winterhoff wurden stellvertretend für die Gemeinde vom Presbyteriumsvorsitzenden Thomas Friedrich verabschiedet, der ein Kirchenfenster in Kleinformat überreichte.

„Ohne Bärbel und Peter – das geht eigentlich nicht.“ Was Kita-Leiterin Simona Busch-Brock in einem Satz ausdrückte, war zuvor schon in vielen Worten deutlich geworden. Abschiedsworte, die zugleich auch geprägt waren von einem damit verbundenen Neuanfang. In der Valberter Gemeinde wird es zukünftig ohne Peter Winterhoff gehen müssen. Nach mehr als drei Jahrzehnten wurde der Pfarrer der Ebbegemeinde in den Ruhestand verabschiedet.

Valbert - Superintendent Dr. Christof Grote entpflichtete den 64-Jährigen am Sonntag in einem feierlichen Gottesdienst, der Corona-bedingt nur in einem kleinen Kreis bestehend aus Familie, Gemeindemitarbeitern und Weggefährten, stattfinden konnte, dafür aber geprägt war von vielen persönlichen Ansprachen. Einmal mehr wurde dabei deutlich, wie sehr Peter Winterhoff seine Gemeinde prägte.

„Über Gott und Glauben reden, das wollte ich, darum bin ich Gemeindepfarrer geworden“, erklärte Peter Winterhoff zu Beginn seiner letzten Predigt als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Valbert, in der er auf das Glaubensgespräch zwischen Jesus und dem Pharisäer Nikodemus, zu finden im Johannes-Evangelium, einging und es deutlich wurde, dass es im Leben auch einen neuen Anfang braucht. Den Neustart verglich er mit einem „sicherheitsrelevanten Update“. „Das Programm des Lebens läuft weiter, mit allen Freizeit-Apps und dem eingespielten himmlischen Netzwerk, das jederzeit online ist.“

Dr. Christof Grote, seit vergangenem Jahr Superintendent des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, zitierte aus Winterhoffs Berufung als Valberter Gemeindepfarrer vor 34 Jahren. Im Vertrauen auf „nicht ermüdende Liebe und Geduld“ habe Peter Winterhoff seinen Dienst gelebt, in Valbert habe er ein Zuhause und eine Familie gefunden. Ruhig und umsichtig, charakterisierte Grote, „das ist deine Art.“ Sein Wirken in der Gemeinde, bei dem er von seiner Ehefrau bedingungslos unterstützt worden sei, lasse sich kaum in Worte fassen. „Die Valberter wissen das viel besser.“ Er selbst habe als Pfarrer der Nachbargemeinde in Attendorn gern den Rat des Kollegen gehört: „Wie du die Dinge eingeschätzt hast, das war mir wichtig.“ Und als stellvertretender Superintendent habe Winterhoff Verantwortung übernommen in einer Zeit, die von Veränderungen geprägt sei.

Der Vorsitzende des Presbyteriums Thomas Friedrich erinnerte an das Jahr 1987, als Peter Winterhoff am 2. Advent als neuer Gemeindepfarrer eingeführt wurde. „Seht, welch ein Mensch“ sei der Leitspruch des Kirchentages gewesen, der im gleichen Jahr stattgefunden habe. „Welcher Mensch ist der neue Pfarrer? Das hat sich auch die Gemeinde gefragt. Welche Akzente wird er setzen?“ Nach mehr als 30 Jahren ist auch der Mensch Peter Winterhoff bekannt, zwischen der Gemeinde und ihrem Pfarrer ist eine tiefe Verbindung gewachsen.

Zuverlässig und stets gut vorbereitet, nannte Friedrich zwei Attribute Winterhoffs, durch die auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde geprägt worden sei. „Von deinem Weitblick und deinen Erfahrungen über die Ortsgrenzen hinweg haben wir profitiert.“ Die Verkündung des Evangeliums sei für Peter Winterhoff eine Herzensangelegenheit, nicht nur ein Beruf. Als Erinnerung an „seine“ Kirche und den Blick durch die bunten Fenster, den er hier stets vom Altar aus hatte, überreichte Friedrich ein Glasfenster im Miniaturformat.

Seit der Gründung der Gemeinde im Jahr 1533 sei er nicht nur der 36. Pfarrer, „du wirst auch als Valberter Pfarrer mit der längsten Amtszeit in die Geschichte eingehen“, erinnerte er. Peter Winterhoff und seine Ehefrau Bärbel prägten die Gemeinde, stießen im Laufe der Jahrzehnte vielfach Neues an. Das spiegelte sich am Sonntag auch in der Auswahl der Lieder der Gemeindeband „CP one“ wider. Aufgrund der Corona-Pandemie in kleinster Besetzung sangen Lara Berghaus und Michael von der Mühlen unter anderem Stücke von Wincent Weiss („Frische Luft“) und Mark Forster („Au revoir“).

Auf 20 gemeinsame Jahre im Kirchenkreis blickte auch Grotes Vorgänger Klaus Majoress zurück, Stärkung und Stütze sei Peter Winterhoff während dieser gemeinsamen Zeit gewesen. „Wie machen wir das?“ Diese Frage habe beide während der letzten gemeinsamen Monate beschäftigt, erinnerte der ehemalige Superintendent und brachte humorvoll die Vorliebe fürs Fahrradfahren („Vielleicht treffen wir uns dann mal auf der Nordhelle“). und den bevorstehenden Umzug und die Auflösung eines großen Pfarrhauses ins Spiel und stellte mit Augenzwinkern fest: „Ihr geht nicht in die Welt, ihr bleibt in Valbert.“

Neben Klaus Kemper-Kohlhase, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Meinerzhagen, und Pastor Stefan Beilicke von der katholischen Gemeinde St. Christophorus verabschiedete sich auch Ortsvorsteher Hans Gerd Turck stellvertretend für Rat und Verwaltung bei Peter Winterhoff, „der für mich solange Herr Pastor war, bis er meine Schwester Bärbel heiratete“. Turck ging auch auf die Veränderung ein, die der Ruhestand seines Schwagers bedeutet und wünschte sich „eine gute und verträgliche Lösung.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare