Große Chance: Umbau von Haus Nordhelle

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Klaus Majoress (links) und Kai-Uwe Kersten sind zuversichtlich, dass die Pläne umgesetzt werden können. ▪

VALBERT ▪ Die evangelische Tagungsstätte Haus Nordhelle in Valbert bietet den Gästen 168 Betten in 78 Zimmern. Die Einrichtung in Trägerschaft der evangelischen Kirchenkreise Lüdenscheid-Plettenberg, Iserlohn, Wittgenstein und Siegen verfügt über zwölf Tagungsräume, Kegelbahn, Hallenbad, Kaminzimmer, Andachtsraum, Küche und Restaurantbereich – doch vieles „atmet“ hier noch den Charme der 80er Jahre.

Das soll sich ändern. Mit Investitionen von mehr als drei Millionen Euro soll Haus Nordhelle modernisiert und umgebaut werden. Doch es gibt einen „Haken“: Die vier Kirchenkreise müssen sich weiter zu dem kirchlichen Haus bekennen, sprich: Sie müssten die Bürgschaft für ein Darlehen übernehmen, durch das der Umbau bezahlt werden könnte. Der „Treueschwur“ steht aber noch aus, am 28. November tagen zeitgleich die Kirchensynoden in allen vier Kreisen. Sie müssen dann ihr o.k. für die Planungen geben und auch erklären, ob sie weiterhin Mitglied im Trägerverband Haus Nordhelle bleiben wollen.

In Lüdenscheid-Plettenberg und Iserlohn stehen die beiden Superintendenten Klaus Majoress und Martina Espelöer dem Projekt „Modernisierung“ auf jeden Fall sehr aufgeschlossen und positiv gegenüber. Sollten ihnen die Synoden folgen, wäre der Fortbestand des Hauses „Auf dem Koppenkopf“ wohl gesichert. Denn: „Um die ehrgeizigen Umbaupläne realisieren zu können, bräuchten wir mindestens zwei Kirchenkreise, die dabei sind“, erläuterte Klaus Majoress im Gespräch mit der MZ. Er ist sehr zuversichtlich, dass das gelingen wird. Sollte sich ein Kirchenkreis aus dem Trägerverband verabschieden, würde zudem eine Abstandszahlung fällig – die wieder in die Sanierung fließen könnte.

Mehr als drei Millionen Euro wären nach ersten Planungen nötig, um Haus Nordhelle auf modernste Standards „umzurüsten“ – ebensoviel würde laut Majoress übrigens ein Abriss der kompletten Anlage kosten, doch daran mag niemand ernsthaft denken.

Das Einverständnis von mindestens zwei Kirchenkreisen vorausgesetzt, soll im Jahr 2014 mit der Modernisierung begonnen werden. Ein erster Projektentwurf zur Umgestaltung existiert bereits in Katalogform. „Wasser und Licht“ ist er überschrieben. Beide „Elemente“ sollen das Haus nach Ende der Umbauphase einmal prägen. Große Glasflächen, fließendes Wasser in unterschiedlichen „Spielarten“ und großzügige Räume in modernem Design, hell und freundlich, sind geplant. Und natürlich sollen auch die Zimmer auf Hotelstandard gebracht werden.

Auch nach Vollendung des Projekts soll Haus Nordhelle eine klar kirchliche Ausrichtung behalten. Doch natürlich richtet sich das Angebot auch an „externe“ Kundschaft. Kai-Uwe Kersten, kaufmännischer Geschäftsführer des Hauses, knüpft dazu Kontakte zu Firmen, der Handwerkskammer oder Städten. Später ist sogar die Einrichtung eines Projektbüros geplant, dessen Mitarbeiter sich beispielsweise um die Gäste-Akquise und das Beantragen von Fördermitteln kümmern sollen.

„Doch wir werden im Kern eine Tagungsstätte und ein kulturelles Zentrum bleiben“, ist Kersten sicher. Dazu gehört auch ein pädagogischer Mitarbeiter, der – wie zurzeit Joachim Stöver – für diesen Bereich zuständig ist. Stöver wird zum 28. Oktober in den Ruhestand verabschiedet. „Seine Stelle wird aber neu besetzt. Doch wir müssen nun erst einmal die Entscheidungen der Kreissynoden abwarten“, erläutert Klaus Majoress.

Ein Jahr würde der Umbau der Einrichtung etwa dauern, danach könnte es sogar wieder einen hauseigenen Pfarrer geben, wie einst Arno Lohmann. „Wenn es gut läuft, warum nicht. Wünschenswert wäre das“, bekräftigt Klaus Majoress. Der neue Geistliche würde optimale Arbeitsbedingungen vorfinden, ebenso wie seine zurzeit 35 Kolleginnen und Kollegen. Denn die Umbaupläne sehen sogar eine eigene Kapelle in Haus Nordhelle vor. ▪ beil

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