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Synode übt Kritik an Personalplänen

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Von: Bettina Görlitzer

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Die Kreissynode des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg tagte diesmal im evangelischen Gymnasium Meinerzhagen.
Die Kreissynode des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg tagte diesmal im evangelischen Gymnasium Meinerzhagen. © Görlitzer, Bettina

Die Pfarrstellenbesetzung war nur einer von acht Punkten im Bericht von Superintendent Dr. Christof Grote zu den Entwicklungen im evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg – aber mit Abstand der brisanteste.

Märkischer Kreis – Denn ab 2031 soll es laut Beschluss der Landessynode vom Juni in den Gemeinden der Westfälischen Landeskirche eine volle Pfarrstelle nur noch ab einer Gemeindegröße von 5000 Mitgliedern geben. Zu diesen Plänen gab es bei der Kreissynode am Mittwoch im evangelischen Gymnasium in Meinerzhagen erheblichen Diskussionsbedarf.

Antrag gegen Erhöhung

Ralf Bohnert, Kirchmeister in Neuenrade, formulierte spontan einen Antrag gegen eine Erhöhung der Gemeindeglieder pro Pfarrstelle, der auch die erforderlichen zehn Unterstützer fand. Derzeit liegt die Grenze noch bei 3000, ab 2026 soll sie sich auf 4000 und 2031 dann auf 5000 erhöhen. Daran wurde vielfache Kritik laut, aber der Antrag von Bohnert wurde dennoch mit nur 19 Ja-, 38-Nein-Stimmen und 26 Enthaltungen abgelehnt. Letztlich wissen auch die Synodalen des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, dass die Pfarrer „nicht auf Bäumen wachsen“. In seinem Bericht hatte der Superintendent betont, dass der Beschluss der Landessynode keine finanziellen Gründe habe: „Es gibt sehr wenig junge Theologinnen und Theologen, die in den Pfarrdienst kommen; gleichzeitig erreicht die Pensionierungswelle in den nächsten Jahren ihren Höhepunkt.“

Visionen eingefordert

„Wir brauchen Visionen, wir brauchen Veränderungen, etwas Wegweisendes“, sagte Inge Stahlschmidt, Presbyterin in der Gemeinde Oberrahmede in Lüdenscheid, die davor steht, eine pfarramtliche Verbindung zusätzlich zur Rahmede auch noch mit Hülscheid-Heedfeld einzugehen, um insgesamt zwei Pfarrstellen für drei Gemeinden zu erhalten. Schließlich sprach sich die Synode geschlossen dafür aus, das Thema des Nachwuchses sowohl für Pfarrer als auch für Gemeinde- oder Jugendreferenten intensiv zu bearbeiten und „einen wirklich durchdachten Antrag“, wie es Assessor Martin Pogorzelski (Halver) formulierte, für die Sommersynode zu erarbeiten.

Haushaltsplan verabschiedet

Angesichts dieser Personaldebatte geriet das eigentliche Hauptthema der Synode – die Finanzplanung des Kirchenkreises – fast in den Hintergrund. Die Haushaltspläne wurden einstimmig verabschiedet. Für die Finanzausgleichskasse wird mit einem Überschuss von 77 500 Euro bei Erträgen von rund 11,5 Millionen Euro geplant, wobei rund 8,3 Millionen Euro an die Kirchengemeinden zugewiesen werden. Der Haushaltsplan des Kirchenkreises weist bei Aufwendungen von 5,3 Millionen Euro ein Defizit von 141 445 Euro aus, das aus dem Eigenkapital gedeckt werden soll. Von den Kirchensteuermehreinnahmen des Jahres 2020 in Höhe von rund 726 000 Euro werden 122 500 Euro aufgrund vorheriger Beschlüsse für die Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt und diakonisch-missionarische Zwecke verwandt. 223 000 Euro fließen dem Baufonds der Finanzausgleichskasse zu und 283 570,30 Euro werden den Kirchengemeinden zugewiesen.

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