Evangelische Gemeinde neu strukturiert

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Der Vorsitzende des Presbyteriums Friedrich-Wilhelm Schnöring informierte im Rahmen der Gemeindeversammlung über die Aufteilung in zwei Pfarrbezirke. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Im Rahmen einer Gemeindeversammlung informierte der Vorsitzende des Presbyteriums, Friedrich-Wilhelm Schnöring, am Dienstagabend über die Neustrukturierung der Gemeinde. Sie wird nun in einen westlichen und einen östlichen Bezirk aufgeteilt.

Im Osten der Volmestadt wird der „Pfarrbezirk Nummer 1“ mit der Johanneskirche von Pfarrerin Petra Handke betreut, Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase übernimmt „Pfarrbezirk 2“ mit der Jesus-Christus-Kirche. Etwa 50 Gläubige hatten sich im Jugendzentrum an der Genkeler Straße eingefunden.

„Sie haben für Friedrich Tometten eine unglaublich schöne Abschiedsfeier organisiert, aber im tiefsten Inneren war es auch eine Trauerfeier“, sprach Superintendent Klaus Majoress sicherlich vielen Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde aus der Seele. Bei diesen Worten hatte er wohl nicht nur das Bedauern über den Abschied von einem beliebten und geschätzten Seelsorger und seiner Familie im Sinn. Er meinte damit auch den Trend, der Pfarrer Tometten Ende 2012 dazu veranlasste, sich am Seminarzentrum der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal zu bewerben. Die Zahl der Gemeindemitglieder nimmt stetig ab, die damit verbundenen geringeren finanziellen Zuteilungen für die Pfarrgemeinde hätten den Erhalt von drei Pfarrstellen langfristig unmöglich gemacht.

Auf einem ausgehängten Stadtplan wurde die Trennlinie zwischen den beiden neuen Bezirken durch eine dicke schwarze Markierung angezeigt. Im Gemeindeleben soll aber genau dies nicht der Fall sein. „Wir sind eine Gemeinde und wollen die Zusammenarbeit stärken“, so Schnöring. Die Bezirksgrenze verläuft im Norden zwischen Lessingstraße und Jomendorfer Weg, folgt dann dem Verlauf von Inselweg (Ostbezirk) und Birkeshöhstraße (Westbezirk) bis zur Stadthalle und verläuft dort entlang der Hauptstraße bis zur Kirchstraße. Über Kirchstraße und Hochstraße führt die Linie über den Stadtplan weiter zur Heerstraße und folgt ihrem Verlauf.

Umstrukturierung

schon 2010 eingeleitet

Der Erhalt der Johanneskirche sei derzeit absolut unstrittig, zerstreute Superintendent Majoress Bedenken der Gemeindemitglieder. Schnöring erinnerte daran, dass die Umstrukturierung bereits 2010 eingeleitet wurde. Seit dieser Zeit war Friedrich Tometten vier Monate im Jahr für das evangelische Missionswerk Papua-Neuguinea tätig, so dass Vertretungen organisiert werden mussten und die Gottesdienstzeiten geändert wurden. „In naher Zukunft werden diese Zeiten beibehalten“, informierte der Presbyteriumsvorsitzende. Damit wird der Nachteil in Kauf genommen, dass die Pfarrer bei zwei hintereinander liegenden Gottesdiensten keine Zeit für „Nachgespräche“ haben. Die Lektoren beider Pfarrbezirke sollen gemeinsame Treffen organisieren, auch der Konfirmandenunterricht könne verändert werden, so Schnöring. „Da wir im Presbyterium derzeit noch beraten, möchte ich das noch nicht im Detail vorstellen“, erklärte der Vorsitzende. Es sei aber angedacht, dass einige Lehreinheiten auch von Gemeindemitgliedern übernommen werden könnten.

Die Zuständigkeiten in der Gemeinde seien klar geregelt, bei Fragen zu allen Gebäuden könnten die Baupaten kontaktiert werden, auch Küster Arne Schumacher sei der richtige Ansprechpartner. Schnöring sagte, er sei erschüttert, dass die Zahl der Gemeindemitglieder alleine im vergangenen Jahr um 112 auf aktuell 5853 Mitglieder gesunken sei. „Das liegt nicht in erster Linie an Kirchenaustritten“, informierte er. 96 Mitglieder seien verstorben, 20 aus der Kirche ausgetreten. Im gleichen Zeitraum gab es nur fünf Eintritte. „Das Problem betrifft viele Gemeinden“, erläuterte Superintendent Majoress. „In den nächsten Jahren wird uns der Nachwuchs kolossal wegbrechen.“ Die Gläubigen müssten mehr denn je auf die Menschen zugehen und sie einladen, am Gemeindeleben teilzunehmen. Die Resonanz aus den Reihen der Versammlung war verhalten, die Minen drückten aber ihre Sorge über die Entwicklung aus.

Ein Gemeindemitglied brachte seine Gedanken schließlich so auf den Punkt: „Wir suchen verzweifelt nach Möglichkeiten, wie unsere Gemeinde auch in dieser Situation weiterhin nach vorne gehen kann und nicht einfach nur einen geordneten Rückzug vornimmt.“ ▪ ps

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