Vier Jahrzehnte Essen auf Rädern – ein Erfolgsmodell

Zubereitet wird das Essen auf Rädern im Wilhelm-Langemann-Haus. 48 ehrenamtliche Helfer sorgen dann dafür, dass es bei den Kunden täglich warm auf den Tisch kommt. - Archivfoto: M. Schulte

Meinerzhagen - In Kierspe muss das Essen auf Rädern zum 1. Juli eingestellt werden – in Meinerzhagen ist dieser Service auch weiterhin gesichert.

Dort werden die Mahlzeiten wie üblich ins Haus geliefert. Die Personalprobleme, die in Kierspe zum Aus führen, gibt es volmeaufwärts nicht.

In Meinerzhagen stehen insgesamt 48 ehrenamtliche Helfer zur Verfügung, um den Dienst am Nächsten sicherzustellen. Dieses Fazit zog Heinz-Gerd Maikranz, Leiter des städtischen Fachbereiches Bürgerservice. Eine beruhigende Nachricht, die exakt 40 Jahre nach Einführung von Essen auf Rädern in Meinerzhagen bekanntgegeben wurde. Beliefert werden viele Menschen, die ihre Wohnung beispielsweise aus Altersgründen nicht aufgeben möchten, sich selbst aber täglich keine warme Mahlzeit mehr zubereiten können.

Heute ist die Stadt Meinerzhagen Träger des Essens auf Rädern. Unterstützt wird sie dabei von ehrenamtlichen Helfern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, der Awo und vom DRK. Allein das Rote Kreuz ist laut Stadtverwaltung mit 26 Ehrenamtlern beteiligt, die samstags und sonntags für die zuverlässige Verteilung der warmen Mahlzeiten sorgen. Die Speisen werden übrigens zubereitet im Wilhelm-Langemann-Haus. Für das Auto, mit dem die Gerichte ausgeliefert werden, sorgt die Stadt.

50 Bezieher von Essen auf Rädern leben über das Innenstadt-Gebiet verteilt – damit seien die Kapazitäten nach heutigem Stand auch erschöpft, erläuterte Maikranz weiter. Ob die Meinerzhagener nun in Kierspe einspringen könnten? Für Maikranz stellt sich diese Frage derzeit nicht. „Mit einem Auto und der Anzahl an Helfern, die wir momentan haben, wäre das nicht machbar“, erläutert er.

Zwar gibt es in Meinerzhagen augenblicklich genügend Freiwillige, die Speisen ausfahren und verteilen, doch interessierte Bürger seien dennoch willkommen, sagt Maikranz. Er ist froh, dass Essen auf Rädern nach dem Wegfall der Zivildienst-Stellen und auch ohne „Bundesfreiwillige“ funktioniert.

„Häufig machen die Menschen, die augenblicklich aktiv bei dem Angebot mithelfen, Mund-zu-Mund-Propaganda und werben weitere Helfer. Oft sind das Rentner, die Zeit haben und sich deshalb einbringen“, ist er zufrieden mit der augenblicklichen „Personalstärke“ und dem internen Zusammenhalt der Gruppe. „Den konnte man auch beim letzten Dankeschön-Essen feststellen, das für die Fahrer und Verteiler vor einigen Wochen stattfand.“

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