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Erst spät zum Traumberuf gefunden

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Von: Simone Benninghaus

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Ein Ständchen gab es für Gisela Schulte von den Kindergartenkindern, der Elternrat bedankte sich ebenfalls bei der Valberter Erzieherin.
Ein Ständchen gab es für Gisela Schulte von den Kindergartenkindern, der Elternrat bedankte sich ebenfalls bei der Valberter Erzieherin. © Busch

„Kinder sind eine Bereicherung. Vor allem die Kleinen sind noch unbedarft, das spürt man beim Spielen, wenn sie einfach loslegen, die Älteren sondieren erst einmal die Lage“, sagt Gisela Schulte.

Valbert – Die 62-Jährige ist Erzieherin – und das mit Leidenschaft. Seit 25 Jahren arbeitet Gisela Schulte im evangelischen Kindergarten in Valbert. Ihren Traumberuf hat sie allerdings erst spät gefunden.

Bürokauffrau – das war ihr erster Beruf, den sie als junge Frau erlernte. Dann kamen die beiden Kinder und eines Tages kam für die Alleinerziehende das Angebot, als Ergänzungskraft im Kindergarten arbeiten zu können. „So bin ich darein gerutscht“, erinnert sich Gisela Schulte und ist glücklich über diesen Weg, der in „ihre“ blaue Gruppe führte. Im Jahr 2008 kamen mit KiBiz, dem Kinderbildungsgesetz, was den verstärkten Ausbau der Betreuungsangebote für unter dreijährige Kinder beinhaltete, auch U3-Kinder in die Valberter Kita: „Als es dann hieß, dass nur noch Fachkräfte für die Betreuung eingesetzt werden dürfen, habe ich dann mit 50 noch einmal die Schulbank gedrückt.“ In einem Alter, in dem sich andere schon langsam über ihre Rente Gedanken machen, absolvierte Gisela Schulte ihre zweite Ausbildung. „Neben Arbeit und Familie war das manchmal ganz schön anstrengend“, erinnert sie sich und schmunzelt: „Das Lernen geht ja irgendwann nicht mehr so schnell.“

Große Freude am Beruf

Bereut hat sie diese Entscheidung nie: „Ich würde es sofort noch mal machen.“ Nur an die Prüfung hat sie nicht so gute Erinnerungen. „Weil es alles in allem sehr aufregend war. Die ganze Vorbereitung, das ist schon eine Hausnummer. Da merkt man dann das Alter“, erzählt sie. Mittlerweile liegt auch diese Zeit lange zurück und die blaue Gruppe ist nach wie vor ihr Reich. Den Schritt, in einen zweiten Beruf umzusteigen, hat sie nie bereut: „Hätte ich sofort gewusst, dass es so viel Freude macht, hätte ich es sofort gelernt.“

„Sie sind neugierig, wollen alles ausprobieren, sie sind für Neues offen“, so beschreibt die Valberterin ihre Schützlinge. „Jeder Tag macht Spaß.“ Den ganzen Tag spielen – der 62-Jährigen wird es nicht leid: „Es gibt Spiele, die könnte ich den ganzen Tag spielen.“ Das Maulwurf-Spiel gehört dazu. Mit den Großen eine Partie „Mensch ärgere Dich nicht“ – auch das macht nach unzähligen Würfelwürfen immer noch Spaß.

Valberter Verhältnisse

Valbert ist klein. Im Dorf kennt man sich. Viele Mütter und Väter, die heute ihren Nachwuchs in die Kita bringen, kamen als Kind selbst hierher. Sie habe einige Eltern schon als Kinder kennengelernt, freut sich Gisela Schulte.

Ob sich die Kinder in all’ den Jahren verändert haben? Ein wenig schon, meint die Erzieherin. Mit Strukturen und Regeln seien die Kinder früher vertrauter gewesen. „Heute müssen wir etwas öfter sagen und öfter erklären, auch im Morgenkreis.“

Dass sie auch schon mal mit Oma angesprochen wird, stört Gisela Schulte hingegen nicht. „Damit habe ich kein Problem. Ich bin ja auch eine Oma“, lacht sie. Bei den Kindern überhöre sie das einfach. Nur nicht bei Lukas. Der Vierjährige ist ihr Enkel und geht auch in die blaue Gruppe. Eher ein Zufall. „Und dass er Oma sagen darf, ist auch der einzige Vorteil“, lächelt Gisela Schulte. Jeden Tag neue Erfahrungen, immer wieder tolle Momente und jeden Tag Lachen – das sei das Schöne an ihrer Arbeit, sagt Gisela Schulte.

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