Die ersten Retter der DLRG übernachteten noch am Ufer der Listertalsperre

+
Bei einer Übung mit der Löschgruppe Homert wurde die Rettung einer ins Eis eingebrochenen Person simuliert.

Hunswinkel - Seit mehr als 60 Jahren existiert die Wasserrettung an der Listertalsperre. Seit dem hat sich vieles geändert. Ein Beispiel: Die ersten Rettungsschwimmer der DLRG übernachteten noch in Zelten am Ufer.Angenehme Temperaturen, Sonnenschein und das Wasser vor Augen. Mehr Badestimmung geht eigentlich nicht. Und die meisten, die sich im Sommer auch am Ufer der Badestelle Heiligenberg an der Listertalsperre tummeln, haben wohl auch dieses Gefühl in sich.

Etwas höher gelegen, in der Wachstation der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, ist das nicht ganz so. Zwar ist man dort ebenfalls ganz entspannt, aber der Grund für die Anwesenheit der Mannschaft ist nicht die wassersportliche Freizeitgestaltung. Vielmehr besetzen die Ehrenamtler der DLRG alljährlich zwischen Mai und September die Station, um von dort aus den Wasserrettungsdienst auf der Listertalsperre auszuüben.

„Seit 1954 sind wir als DLRG hier tätig. Anfangs, bevor die Stadt Meinerzhagen die Station errichtet hat, wurde noch in Zelten übernachtet“, weiß der Vorsitzende der Ortsgruppe Lüdenscheid Peter Rogel im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung zu berichten.

1967 wurde dann die Wachstation in der heutigen Form errichtet. Seitdem bietet sie neben dem Aufenthaltsraum noch ein Wachleiterbüro und zwei Schlafräume, ebenso Sanitäreinrichtungen und eine Küche. Sechs Mitglieder der Ortsgruppe sind es im Regelfall mindestens, die am Wochenende im Einsatz sind, oftmals aber auch deutlich mehr. Ihr Einsatzgebiet auf der Listertalsperre beträgt rund 1,7 Quadratkilometer Wasseroberfläche. Dieses Areal fahren die Wasserretter regelmäßig mit dem eigenen Motorboot ab. An stark frequentierten Badestellen werden bei großem Badebetrieb auch Wachgänger eingesetzt.

Außenstationen sind dann beispielsweise die „Liebesinsel“ Windebruch und die Badestellen Kalberschnacke und Herpel oder der Badesteg in Hunswinkel. Über Funk mit der Station in Heiligenberg verbunden, wird so ein möglichst großer Schutz für die Badegäste geboten.

„Wir warten nicht auf den Ernstfall, sind für ihn aber gut gerüstet und stehen bereit“, so die DLRG-Helfer einmütig. Zu dieser Bereitschaft gehört natürlich die Kontrolle des „Arbeitsgerätes“. Dazu gehört das sogenannte Spineboard. Eine Art Trage, mit der verunglückte Personen, bei denen eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist, schonend gerettet werden können. Aufgrund ihrer Konstruktion sind die Boards schwimmfähig und bieten sogar einen gewissen Auftrieb.

In den „ruhigen“ Einsatzzeiten sind die Wachhabenden derzeit aber mit einer ganz anderen Tätigkeit, bei der sie sich völlig auf dem „Trockenen“ befinden, beschäftigt. Gemeinsam renovieren die Mitglieder der Ortsgruppe ihre Wachstation. Hierzu kam man allerdings beim letzten Dienst nicht. Der Grund war nicht übermäßiger Badebetrieb, sondern rollte mit drei roten Fahrzeugen am frühen Nachmittag an.

Die Löschgruppe Homert der Freiwilligen Feuerwehr Lüdenscheid hatte sich angesagt. Nicht um schwimmen zugehen oder zum gemütlichen Grillen. Vielmehr ging es nach kurzer Lagebesprechung an die andere Uferseite. In einer kleinen Bucht unterhalb des Campingplatzes Kalberschnacke holten sich die Feuerwehrkameraden zunächst die theoretischen Kenntnisse für die Rettung von Personen, die im Gewässer in Eis eingebrochen sind. Der praktische Teil der Übung sorgte anschließend bei aller Ernsthaftigkeit des Themas nicht nur für Abkühlung, sondern auch für jede Menge Spaß.

Wer sich über das Angebot der DLRG informieren möchte, kann das auf der Homepage unter https://luedenscheid.dlrg.de. Möglich ist das aber auch bei einem Besuch in der Wachstation Heiligenberg an den kommenden Wochenenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare