Ab Frühjahr 2020

Internet: Es soll schneller werden

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Warten auf Messung: Seit Wochen ist die Baugrube am Parkplatz Altes Rathaus nicht geschlossen, die Kabel fürs Internet sind sichtbar.

Meinerzhagen - Wenn´s mal wieder länger dauert, nützt in Meinerzhagen auch der Griff zum Schoko-Riegel nichts. Dann drehen sich auf Computermonitoren und Handys Kreise, wartet das Mailprogramm auf Post oder sendet der Streaming-Dienst eine Warnung.

Kurzum: Mit der Internet-Geschwindigkeit ist´s nicht allzu gut bestellt. Das soll sich aber ändern.

Für viele Bürger des Märkischen Kreises ist er ein Heilsbringer – doch schnelles Internet herbeizaubern kann auch Sergej Rudsinski nicht. Der Mitarbeiter der Kreisverwaltung ist Breitbandkoordinator beziehungsweise „Gigabit-Koordinator“, wie es künftig auf Drängen der Landesregierung offiziell heißen wird. Gigabit, das sind etwas mehr als 1000 Megabit (Mbit). Eine Datenrate, die in Meinerzhagen auch künftig nicht in jedem Haushalt pro Sekunde erreicht werden dürfte. Aber zumindest für 250 Mbit/Sekunde sollte es am Ende aller Ausbaustufen an insgesamt 5500 Adressen reichen.

Rudsinski berichtete jetzt im Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt, wie weit die Netzwerkbetreiber mit dem Ausbau des Glasfasernetzes gediehen sind, mit dem solche heute für viele Bürger utopisch anmutende Übertragungsraten gelingen sollen. 

Orte im ländlichen Raum müssen sich gedulden

Die gute Nachricht: Die ersten neuen Kunden dürfen sich spätestens im Frühjahr 2020 über schnelles Internet freuen. Die schlechte: Die letzten Orte im ländlichen Raum müssen sich wohl bis Ende 2025 gedulden. Dabei gibt es bereits jetzt, zumindest im Innenstadtbereich, recht ordentliche Geschwindigkeiten, wie Rudsinski erklärte. Bis zu 250 Mbit/Sekunde seien möglich – um entsprechende Angebote aber nutzen zu können, müssten die Bürger sich selbst auf die Suche nach dem passenden Provider machen. Aber: Weitere Ausbaugebiete sollen folgen. Der Breitbandkoordinator lieferte dazu eine Übersicht. 

Regionales Wirtschafts-förderprogramm (RWP): Dieses Programm zum Ausbau des Glasfasernetzes richtet sich insbesondere an Gewerbetreibende, die gegen eine pauschale Anschlussgebühr von 799,95 Euro den Zugang zu schnellem Internet erhalten können. Bis im Frühjahr 2020 sollen folgende Gebiete versorgt sein: Weststraße, An der Woeste, Immecker Straße, Oststraße, Weidenstraße und das Gewerbegebiet Ihne. „Bewerbungen von Gewerbetreibenden sind immer noch möglich“, betonte Sergej Rudsinski.

3. Call des Bundesförderprogramms: Dieses Programm richtet sich an Privathaushalte und soll 4637 Adressen (84 Prozent) in Meinerzhagen abdecken. Dabei wird die Glasfaser bis ins Gebäude verlegt – ohne Kosten für die Bewohner. 50 Prozent dieser Kosten trägt der Bund, 40 Prozent das Land und 10 die Kommune. Aber nicht in Meinerzhagen: Da sich die Stadt zum Zeitpunkt der Antragsstellung im Haushaltssicherungskonzept befand, übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen den kommunalen Anteil. Bis im Jahr 2022 sollen die Arbeiten zu diesem sogenannten 3. Call abgeschlossen sein. „Ambitioniert“, wie auch der Breitbandkoordinator sagte. Immerhin sind allein in Meinerzhagen Tiefbauarbeiten auf einer Länge von 1000 Kilometer notwendig.

6. Call des Bundesförderprogramms: Bis zum Jahr 2025 sollen weitere weiße Flecken auf der Glasfaser-Landkarte geschlossen sein. Die konkreten Planungen dafür seien aber noch nicht abgeschlossen, erklärte Sergej Rudsinski. Auch „graue Flecken“ in Industriegebieten, in denen es noch keinen vollständigen Glasfaserausbau gibt, sollen dann getilgt werden, unter anderem 135 Adressen im Gewerbegebiet Scherl. Geduld ist also an manchen Stellen im Stadtgebiet durchaus gefragt – zu einer Priorisierung konnte sich der Breitbandkoordinator im Ausschuss auch auf Drängen von Dietmar Lüling und Hans-Gerd Turck (beide CDU) allerdings noch nicht äußern. „Jeder im Kreis will natürlich der Erste sein.“

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