Weniger Gäste als erhofft

Erste Manga- und Anime-Convention in Meinerzhagen

+

Meinerzhagen - Viel Mühe mit ihrer Kostümierung und ihrem Make-up hatten sich die Jugendlichen gegeben, die am Samstag zur ersten Manga- und Anime-Convention ins Meinerzhagener Jugendzentrum gekommen waren. Ob Zelda, Sailor Moon, Tuxedo Mask Miku oder Sakura Haruno – wer sich in der Anime- und Mange-Szene auskennt, konnte viele bekannte Figuren treffen.

Erstmalig richtete das Team des Jugendzentrums für die Cosplay-Szene eine Convention mit Maid Café und Bühnenprogramm, Überraschungsgast, Künstlern und Händlern, Zeichnern und Cosplay-Wettbewerb aus. Kleiner Wermutstropfen: Es kamen weniger Fans als erhofft.

Dabei konnte sich das, was das Team des Jugendzentrums auf die Beine gestellt hatte, mehr als sehen lassen. Die, die kamen, hatten an der Convention ihren Spaß. Teilweise weite Anfahrten – aus Bonn, Wuppertal, Koblenz, Hennef, Overath und anderswo – nahmen die jungen Rollenspieler dafür in Kauf.

Maids verwöhnten ihre Gäste

Maids unter sich.

Im Mittelpunkt des Szenetreffens standen die Maids, die den Besuchern im Maid Café no Shinzo sprichwörtlich alle Wünsche von den Augen ablasen. Mit vielen leckeren Köstlichkeiten, mit selbst für japanische Verhältnisse mit äußerster Zuvorkommenheit und Hingabe serviert, verwöhnten die Maids – gewandet wie adrette französische Dienstmädchen – ihre Gäste. Zwischen belegten Brötchen, Blechkuchen, Muffins, Obstkuchen, Cup-Cakes und vielem mehr hatten die Cafébesucher – laut Rollenspiel „Meister“ und „Gebieter“ – die Qual der Wahl. Zum „Rundum-Wohlfühl-Erlebnis“ im Café gehörten Spiele als geselliger, vergnüglicher Zeitvertreib.

Convention von Jugendlichen für Jugendliche

„Es soll eine Convention von Jugendlichen für Jugendliche sein“, erklärte Larissa Lukas (19), Schülerin der Gesamtschule Kierspe und Mitarbeiterin im Meinerzhagener Jugendzentrum, die die Idee zum ersten Treffen der Cosplay-Szene vor Ort hatte. Sie selbst mischt schon seit Jahren in der Anime- und Manga-Szene mit. Als Silke Stöhr, Leiterin des Meinerzhagener Jugendzentrums, ihr Team Anfang des Jahres nach Wünschen und Ideen fragte, regte die Schülerin die Convention an.

Offenheit und der Respekt voreinander

An der Szene gefallen ihr die Offenheit und der Respekt voreinander. „Wir sind wie eine große Familie. Es gibt keine Vorurteile.“ Jeder kann tragen, was er will, und wird dafür nicht schief angesehen. Ob dick oder dünn, groß oder klein: Ist das Kostüm, in dem die Cosplayer ihre Lieblingsfiguren - Zelda, Tuxedo Mask und wie sie alle heißen – nachspielen, mit Liebe und Sorgfalt kreiert, ist alles andere egal.

Auch diese beiden „Figuren“ kamen zur ersten Manga- und Anime-Convention.

„Es herrscht Harmonie.“ Toleranz ist in der Szene ein hohes Gut, wie auch anderweitig immer wieder zu hören war.Selbst mit Sailor Moon, der schönen Mädchenkriegerin aus der Feder der japanischen Manga-Zeichnerin Naoko Takeuchi aufgewachsen und von der Fantasy-Serie begeistert („Jedes Mädchen hat seine Sailor Moon“), verkörperte Larissa Lukas am Samstag eine Maid im Lolita-Stil.

Jugendzentrum fest in Cosplayer-Hand

Horrorkissen alias Daniela Winkler begeisterte ihr Publikum.

Für die erste Conventionam Ort war dem zehnköpfigen Mitarbeiterteam des Jugendzentrums keine Mühe zu groß. „Wir haben das gesamte Haus umgekrempelt“, berichtet Silke Stöhr. Was die Vielfalt des Angebots im Haus anging, konnte sich die Meinerzhagener Convention im kleinen, familiären Rahmen durchaus mit den großen, publikumswirksamen Events in den Großstädten messen. Vom Keller bis in die Obergeschosse war das Jugendzentrum fest in Cosplayer-Hand.

Vom Gamesroom mit alten und neuen Spielen bis zum Starauftritt von Horrorkissen alias Daniela Winkler war alles vorhanden, was sich Fans des japanischen Verkleidungstrends wünschen können. Durch die Freundschaft mit Jan Hegenberg, der Lieder/Musik für die Gamer-Szene schreibt, zum Texten eigener Lieder für die Anime und Manga-Szene gekommen, sorgte Horrorkissen mit ihrem Auftritt für Furore.

"Zelda" siegte beim Cosplay-Wettbewerb

Siegerin beim Cosplay-Wettbewerb „Zelda“.

Siegerin beim Cosplay-Wettbewerb wurde „Zelda“ (Nickname Sakuya), die durch die Darstellung einer emotionalen Szene überzeugte. Platz 2 sicherte sich „Tuxedo Mask Miku“ (Nickname Zero Molly). Mit der Darstellung des Charakters „Sakura Haruno“ landete „Chi“ auf dem dritten Platz. Zu sehen war ein „Törtchentheater“. Eindecken mit Accessoires, Lolita-Zubehör, Kissen und Plüschis, Figuren, Schmuck, Buttons, Illustrationen und vielem mehr konnten sich die Cosplayer darüber hinaus bei Händlern wie der „Manga-Mafia“ oder Szenekünstlern wie „Nekolein“. Überdies lockten eine große Tombola und draußen die Kletterwand.

„Es hätten noch ein paar mehr Leute kommen können. Aber das liegt bestimmt am Wetter“, meinte Convention-Organisatorin Larissa Lukas, die eine solche Veranstaltung gern wiederholen würde. „Das war das erste Mal.“ Auch wenn’s viel Arbeit war, das alles zu organisieren: Spaß machte die Convention der begeisterten Cosplayerin Larissa Lukas allemal: „Das war alles wirklich sehr harmonisch.“

Manga-Szene trifft sich zur Convention im Jugendzentrum Meinerzhagen

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare