Erst junger Prinz, jetzt junger Schützenkönig

Maik Homuth aus Hunswinkel ist der neue Schützenkönig beim Schützenverein Zur Listertalsperre.

LISTERTAL ▪ Schützenfest im Listertal. Maik Homuth wird neuer Schützenkönig.

Im vergangenen Jahr war es um die Kandidaten-Frage beim Königsschießen im Listertal eher mau bestellt. Kanonier Fred Heckert avancierte am Ende zum Überraschungsregent beim Schützenverein Zur Listertalsperre – was die Freude schließlich aber umso größer werden ließ. Er und seine Frau Natalie genossen ihre Regentschaft sicher, repräsentierten den Verein bei zahlreichen Anlässen als überaus sympathisches Schützenkönigspaar und machten so ihre unverhoffte Amtszeit zu einem wunderbaren Erlebnis für sich selbst und alle übrigen Beteiligten. Als es am Samstag um die Nachfolge ging, war diesmal ein deutlich größeres Interesse von Bewerbern zu verzeichnen. Am Ende setzte sich nach einem überaus spannenden Kampf an der Vogelstange aber wieder jemand durch, den vorher so recht niemand auf der Karte hatte: Maik Homuth, Königsadjutant und 2. Vorsitzender des Vereins, sorgte mit seinem entscheidenden Treffer so ganz nebenbei auch dafür, dass auch 2011 die Königsresidenz wieder in der Straße „Überm See“ in Hunswinkel zu finden ist.

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Schützenfest in Hunswinkel Königsvogelschießen und Festzug

Doch zur Chronologie des ersten Festtages: Um 14 Uhr ließ Hauptmann Michael Drees die Schützen vor der Listertal antreten. Nach dem Austeilen der Freibiermarken durch die Zugführer erfolgte die Meldung an den Oberst Holger Körby. Der zeigte sich begeistert, dass es „nun endlich wieder soweit ist: Unser geliebtes Listertaler Schützenfest kann beginnen!“ Dass auch das Wetter mitspielte, erfreute alle. Nicht zu heiß, nicht zu kalt, „man kann locker Jacke tragen“, so der Oberst.

Bevor sich der Festzug erstmals auf den Weg zur „Bergetappe“ in Richtung Königsresidenz machte, standen noch zwei Ehrungen an: Rudi Zelinski aus Eseloh war 1960 Schützenkönig geworden und wurde nun für sein 50-jähriges Regentenjubiläum mit einem Orden geehrt. Der jetzt 82-Jährige, der selbst auch längere Zeit Vorsitzender des Vereins war, schaffte übrigens als Einziger das Kunststück, den Königsschuss noch zweimal zu wiederholen, nämlich 1967 und 1980.

Schützenkönig im Jahr 1985 wurde der jetzige Schriftführer des Vereins, Harald Lüsebrink. Auch sein 25-jähriges Königsjubiläum wurde mit einem Orden belohnt.

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Schützenfest in Hunswinkel Krönung des neuen Königspaars

Musikalisch begleitet und in richtigen Marschtritt gebracht von den in stattlicher Stärke angetretenen Musikfreunden Schreibershof und dem erstmals im Listertal aufspielenden Fanfarenzug aus Lieberhausen ging es dann zur Königsresidenz von Fred und Natalie Heckert. Die Straße „Überm See“, die bis zur kommunalen Gebietsreform 1969 übrigens noch Bergstraße hieß, bekam an diesem Tag so ganz nebenbei noch einen dritten Namen, war von Freunden des Königspaars per Hinweisschild flugs zur „Königsallee“ gemacht worden. An der Königsresidenz erwarteten neben dem Königspaar auch das amtierende Kaiserpaar Wolfgang und Marietta Kittner, das Prinzenpaar Patrick Plate und Lisa Wiech sowie das am Freitag neu gekürte Kinderkönigspaar Marvin Burow und Denise Homuth auf die Schützen und ihre Offiziere. König Fred Heckert bedankte sich mit herzlichen Worten für die Unterstützung während der nun zu Ende gehenden Regentschaft und ließ erkennen, wieviel Freude ihm seiner Frau das Amt bereitet hatte. Oberst Holger Körby gab die Komplimente zurück und unterstrich die große Einsatzbereitschaft und Gastfreundschaft, die das Schützenenkönigspaar bei diversen Anlässen unter Beweis gestellt habe. Und noch einmal war dies der Fall, denn auf alle Beteiligten warteten an der Residenz gut gekühlte Getränke als willkommene Stärkung für den danach folgenden großen Festzug durch das Dorf.

In feierlicher Zeremonie wurde nach der Ankunft auf dem Festplatz der Königsvogel hochgezogen und ohne weitere Pause dann gleich heftigst unter Beschuss genommen.

Schon um 16.10 Uhr fiel das Zepter und wurde Beute von Michael Schulte. Als weitere Insignienschützen zeichneten sich aus: Ex-Kaiser Hartmut Körby (Apfel), Herbert Zelinski (Krone), Siegfried Drees (linker Flügel) und Jörg Busenius (rechter Flügel).

Gegen 17 Uhr wurde umgespannt auf Brennecke. Und die spannende Frage, wieviele ernstafte Bewerber es denn wohl diesmal geben würde, war ebenso schnell wie überraschend beantwortet: Fünf Schützen, allesamt erkennbar entschlossen und gewillt, die höchste Schützenwürde zu erringen. Darunter auch der Oberst Holger Körby. Ferner der Jubiläums-König Harald Lüsebrink, der es noch einmal wissen wollte. Mit den Brüdern Carsten und Maik Homuth zwei weitere Vorstandsmitglieder und schließlich aus den Reihen der „Hähne“ der Schütze Thomas Benninghaus. Unter den zahlreichen gut gezielten Schüssen zerfledderte der anfangs noch komplette Rumpf des Holzadlers mehr und mehr und schrumpte auf „Brathähnchengröße“, wie einer der zahlreichen Schaulustigen am Schießstand treffend bemerkte.

Um 17.24 Uhr war es dann Maik Homuth, der den Rest von der Stange zur Erde beförderte. 2001 war er im damals frühst möglichen Alter bereits Schützenprinz im Listertal geworden. Jetzt, mit 25 Jahren, krönte er im wahrsten Sinne des Wortes seine steile Schützenkarriere und konnte sein Glück kaum fassen. Viele freuten sich mit ihm, auch die vier fairen Mitbewerber, auch wenn der eine oder andere von ihnen zunächst erst einmal ein paar Tränen der eigenen Enttäuschung verdrücken musste. Am Abend dann wurden Maik Homuth und seine Freundin Sarah Decker zum Königspaar gekrönt.

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