Auch Meinerzhagen wird auf H-Gas umgestellt

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Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Berkenkopf ist zuversichtlich, dass die Umstellung auf H-Gas reibungslos funktioniert.

Meinerzhagen - Die Regierung der Niederlande hat eine Drosselung der L-Gas-Produktion angekündigt. Das hat Auswirkungen bis nach Meinerzhagen. Auch in der Volmestadt werden die Gas-Endgeräte nach heutigem Zeitplan ab Mitte des Jahres 2022 von L- auf sogenanntes H-Gas umgestellt.

Über die Hintergründe dieser Maßnahme informieren die heimischen Stadtwerke auf ihrer Homepage: „In Deutschland werden derzeit zwei verschiedene Arten von Erdgas, zum Beispiel zum Heizen oder Kochen und in der Industrie, verwendet. Zum einen wird H-Gas genutzt. Die Bezeichnung ist aus dem englischen Begriff ,high calorific gas’ abgeleitet und kennzeichnet Erdgas mit einem hohen Energiegehalt.“ Allerdings finde auch L-Gas Verwendung – sowohl in Meinerzhagen als auch im Norden und in weiteren Teilen Westdeutschlands. Dieser Begriff leitet sich aus dem Englischen „low calorific gas“ ab und bezeichnet Erdgas mit einem niedrigeren Energiegehalt als H-Gas. 

„Die Netze, in denen diese beiden unterschiedlichen Gasqualitäten transportiert werden, werden getrennt voneinander betrieben. Nach der langen Nutzung über mehrere Jahrzehnte ist eine schrittweise Verringerung der L-Gas-Produktion aufgrund der natürlichen Erschöpfung in den Erdgasfeldern in den Niederlanden und in Deutschland abzusehen“, informieren die Stadtwerke.

Und was bedeutet das für den Endverbraucher? Die meisten Gas-Geräte lassen sich laut Michael Berkenkopf, Geschäftsführer der heimischen Stadtwerke, mit geringem Aufwand auf H-Gas umrüsten. „Das geht schnell und es fallen für die Geräte-Betreiber auch keine Kosten an“, sagt Berkenkopf. Lediglich bei sehr alten Gas-Geräten müsse im Einzelfall geprüft werden, ob eine Umstellung möglich sei.

Um die Kunden rechtzeitig zu informieren und alles für die Umstellung vorzubereiten, werden die Stadtwerke bereits im kommenden Jahr mit einer Datenerhebung beginnen. Berkenkopf: „Das werden wir in jedem Haushalt durchführen, in dem Erdgas-Geräte verwendet werden.“ Damit folgen die Stadtwerke einer Empfehlung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches. „Für gewöhnlich handelt es sich dabei nur um einen Austausch von Düsen, wofür keine Kosten entstehen. Die Netzabteilung der Stadtwerke Meinerzhagen wird sich hierzu rechtzeitig mit den Kunden in Verbindung setzen“, kündigt Michael Berkenkopf an. 

Die Konzepte zur Umsetzung, die für die Netzbetreiber mit einem enormen Aufwand verbunden sein wird, werden in Meinerzhagen laut des Stadtwerke-Chefs zurzeit „als Teil eines umfassenden Infrastrukturprojektes erarbeitet“. Die Kunden selbst müssen zunächst nichts unternehmen. „Im gesamten Prozess – von der aktuell anstehenden Vorbereitung bis hin zur konkreten Anpassung der Geräte und Umstellung selbst – ist es für uns als Gasnetzbetreiber besonders wichtig, unsere Kunden seriös zu begleiten. Dazu gehört auch, dass wir kontinuierlich über die weiteren Entwicklungen informieren und alle Kunden zeitnah kontaktieren, sobald die Planungen sich weiter konkretisieren“, verspricht der Stadtwerke-Geschäftsführer. Er empfiehlt auch: „Sollte eine Heizungserneuerung geplant sein, empfehlen wir, sich mit dem Gasinstallateur in Verbindung zu setzen, um dieses Thema zu besprechen. Auch unsere Mitarbeiter stehen beratend zur Seite.“

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