Schutzmasken sind vorrätig

Entspannte Versorgungslage in den Apotheken: "Wir werden mit Masken zugeworfen"

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Wiederverwendbare Alltagsmasken aus Stoff sind in den vergangenen Monaten immer beliebter geworden.

Meinerzhagen – Im Februar ahnte noch niemand, wie sehr Corona das Leben auch in Meinerzhagen verändern würde. In der Ebbehalle stieg die Party „60 Jahre Valbert lot gohn“. Eine Woche später feierten die Kleinsten Karneval. 555 Gäste nahmen teil.

Noch am 24. Februar starteten heimische Jecken vom Bahnhof Meinerzhagen aus mit der Bahn zum Kölner Straßenkarneval. Am Veilchendienstag feierten 20 000 Narren dann die fünfte Jahreszeit auf den Attendorner Straßen.

Doch das Unheil nahm seinen Lauf, die Furcht vor der Ansteckung mit „dem Virus“ ging um. Hochwertige Gesichtsmasken gab es in Meinerzhagen zu diesem Zeitpunkt kaum mehr zu kaufen. Der Preis für den einfachen Mund-/Nasenschutz stieg drastisch. Ein heimischer Apotheker berichtete, dass 50 solcher Masken 150 Euro kosteten. Am 9. März meldete Aldi an der Lindenstraße bereits 30 Minuten nach Ladenöffnung „Desinfektionsmittel sind ausverkauft“. Und noch gab es keinen einzigen Infizierten in Meinerzhagen. Das änderte sich allerdings rasch – bis zum heutigen Tag wurden mehr als 40 Meinerzhagener angesteckt.

 Probleme sind überwunden

Allerdings hat sich die Versorgungslage bei Dingen, die vor Ansteckung schützen, inzwischen deutlich entspannt. Das bestätigt auch Markus Blumenthal, Inhaber der Valberter Ihne-Apotheke. Er hatte noch am 5. Februar feststellen müssen, dass über seinen Großhändler keine höherwertigen Masken mehr zu besorgen waren. „Stand jetzt sind diese Probleme überwunden. Masken gibt es aktuell in verschiedenen Ausführungen, sie sind normal lieferbar. Und auch Desinfektionsmittel für die Hände ist vorrätig“, berichtete er. Etwas anders sieht es allerdings bei der Flächendesinfektion aus. „Da gibt es bei mir einen Engpass. Das ist übrigens auch bei Schutzhandschuhen so. Die werden in Pflegeberufen benötigt oder von Menschen, die Angehörige pflegen“, bilanziert Blumenthal.

Zu Beginn der Pandemie deckten sich viele Meinerzhagener vorsorglich mit fiebersenkenden Medikamenten ein. Auch Schmerzmittel waren damals sehr gefragt. Das führte zu Engpässen in der Versorgung. Auch hier gibt Markus Blumenthal inzwischen Entwarnung: „Der Nachschub klappt bei diesen Mitteln jetzt besser. Das gilt auch für bestimmte Schilddrüsen-Medikamente, die zeitweise schwierig zu besorgen waren.“ Wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird, da mag der heimische Apotheker keine Prognose abgeben: „Eventuell ist das jetzt die Ruhe vor dem Sturm. Aber das kann niemand vorhersagen.“ Immerhin: Alles in allem bezeichnet Markus Blumenthal die Versorgungslage als „nicht sehr kritisch“, mit einigen Ausnahmen, siehe Einweg-Handschuhe. 

Angebote kommen per Mail

„Mit Schutzmasken wird man momentan regelrecht zugeworfen. Da kommen täglich zahlreiche Angebote per Mail.“ Albert Rasche von der Apotheke Zum Alten Teich muss inzwischen nicht mehr befürchten, Kunden ohne den gewünschten Mund-/Nasenschutz wieder nach Hause schicken zu müssen. Und das betreffe einfache Masken ebenso wie solche mit hoher Filterwirkung, berichtet er. Das liegt nach Rasches Ansicht nicht nur an der inzwischen gesteigerten Masken-Produktion, sondern auch daran, dass viele Menschen so genannte Alltagsmasken verwenden, die immer wieder desinfiziert und dadurch mehrmals getragen werden können. „Von diesen Modellen sieht man sehr viele, darunter auch ganz modische“, hat Rasche festgestellt.

Er hat ähnliche Erfahrungen gemacht, wie sein Kollege aus Valbert – jedenfalls was Einweghandschuhe betrifft: „Schwierig zu besorgen“, stellt Rasche fest. Flächen-Desinfektionsmittel habe er allerdings noch vorrätig, berichtet Rasche. Und das gelte übrigens auch für fiebersenkende beziehungsweise schmerzstillende Medikamente, fügt er hinzu. Auch Albert Rasche hält die Gesamtsituation, was die Versorgung der Kunden angeht, zurzeit ebenso wie Markus Blumenthal für recht unproblematisch.

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