E-Tankstellen: Viele Kilowattstunden, wenige Nutzer

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Meinerzhagen/Kierspe - Mehr E-Autos brauchen auch mehr Stromtankstellen: Zu diesem Schluss kommt bekanntlich auch die Stadtverwaltung, die bereits Vorkehrungen für Stellplätze an der Lindenstraße getroffen hat (die MZ berichtete am Dienstag). Doch auf welche Resonanz stoßen eigentlich die beiden heimischen Ladestationen der Mark-E in Meinerzhagen und der Stadtwerke Kierspe? Die Auswertung ergibt drastische Unterschiede.

Was an den konventionellen Tankstellen der Treibstoff, ist an den Ladestationen der Strom – und dessen Menge wird bekanntlich nicht in Litern, sondern in Kilowattstunden (kWh) gemessen. Die Stationen in Meinerzhagen und Kierspe gehören der Enervie-Gruppe in Hagen, die auch eine genaue Statistik über den Verbrauch an den E-Tankstellen führt. Und beim Blick auf das Zahlenwerk wird schnell deutlich, dass die Ladestation an der Volmestraße in Meinerzhagen offenbar auf weitaus größere Resonanz stößt als die an der Kiersper Thingslindestraße. 

In 463 Ladevorgängen „zapften“ E-Autos in Meinerzhagen im vergangenen Jahr insgesamt 4811,24 kWh Strom – das entspricht ungefähr dem durchschnittlichen Jahresverbrauch einer vierköpfigen Familie. Zum Vergleich: In Kierspe waren es im Jahr 2016 nur 1536,33 kWh, die in 174 Ladevorgängen getankt wurden. Eine Differenz, die umso erstaunlicher ist, da der Stellplatz in Meinerzhagen im November aufgrund der Baustelle auf der Volmestraße gar nicht angefahren und damit auch nicht genutzt werden konnte. 

Und die Differenz scheint noch deutlicher zu werden. Im laufenden Jahr 2017 liegt der Verbrauch in Meinerzhagen bereits jetzt (Stand Ende Juli) über dem des Vorjahres (6322,86 kWh). In Kierspe wechselten bislang nur 580,25 Kilowattstunden den Besitzer. 

Wie es vonseiten des Energieversorgers Enervie heißt, habe das mit einem Transportunternehmen zu tun, das zwei E-Fahrzeuge in seiner Flotte hat und den Service der Mark-E gerne nutzt. Denn: Das Angebot ist kostenlos und verleitet dazu, das Fahrzeug am Ende des Tages am Mark-E-Kundencenter abzustellen, um es – vollgeladen – am nächsten Morgen abzuholen. 

Ob dieser Service aber aufrecht erhalten werden kann, ist unklar. Denn an den Ladestationen kommt es beizeiten zu Konflikten – wenn das Fahrzeug längst vollgeladen ist, aber nicht abgeholt wird und auch Stunden später noch den Lade-Stellplatz blockiert. Eine mögliche Lösung könnte die Berechnung der „überflüssigen“ Parkzeit über die sogenannte Drive-Card sein, die für das Stromtanken an den Enervie-Plätzen notwendig ist. 

Die Zahl der Karten, die in Kierspe und Meinerzhagen im Umlauf sind, ist allerdings (noch) überschaubar: Sieben Kiersper und neun Meinerzhagener verfügen über die Erlaubnis zum kostenlosen Stromtanken an Ladestationen der Enervie-Gruppe. Keine Menge, die einen Boom in Sachen Elektromobilität erkennen lässt...

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