Energie steht im Mittelpunkt

Mehr als 30 Aussteller beteiligen sich an der Energiemesse der Stadtwerke. Fünf örtliche Handwerker präsentierten sich im Rahmen der Vorbereitungen vor dem Messestand der Stadtwerke (von links): André Berges (A. & M. Berges), Michael Holz (Heizungsbau Holz), Olaf Schlaupitz (Heizungsbau Schlaupitz), Thomas Winter (E. Winter & Sohn) und Thorsten Berges (Berges Sanitär- und Heizungstechnik) sowie Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Berkenkopf.

MEINERZHAGEN ▪ Viele Haus- und Wohnungseigentümer möchten Energie sparen oder erneuerbare Energien nutzen und damit aktiv die Energiewende in Deutschland unterstützen. Doch es ist nicht immer leicht, die richtige Lösung zu finden.

„Unsere Kunden wünschen sich neben günstigen Preisen vor allem Sicherheit und Umweltfreundlichkeit bei der Energieversorgung,“ fasst Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Berkenkopf die Reaktionen der Verbraucher zusammen. „Wir spüren ein deutlich steigendes Interesse an erneuerbaren Energien, Energiespartechniken und verschiedenen Zukunftskonzepten bei der Mobilität.“

Orientierung und Entscheidungshilfen für die richtigen Investitionen wird die Energiemesse der Stadtwerke am Samstag, 30. Juli, auf dem Schützenplatz geben. Von 10.30 Uhr bis 18 Uhr präsentieren sich über 30 Firmen und Handwerker in einem großen Zelt sowie auf dem Freigelände. Mit dabei sind neben den heimischen Handwerks- und Dienstleistungsfirmen auch die großen Heiztechnik-Firmen aus Deutschland sowie Anbieter von Solaranlagen und unweltfreundlichen Fahrzeugen. „Ich freue mich über die große Teilnahme der örtlichen Betriebe auf unserer Energiemesse am 30. Juli“, sagt Berkenkopf. Die Besucher der Messe können sich im Dialog mit den Handwerkern und Firmenchefs am kommenden Samstag selbst ein Bild davon machen.

Nach aktuellen Berechnungen entfallen derzeit 72 Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines privaten Haushalts auf die Raumheizung. Für warmes Wasser und Kochen müssen noch einmal knapp 20 Prozent aufgebracht werden. Damit hat die Wärme einen Anteil von rund 90 Prozent am gesamten Energiebedarf eines Wohngebäudes – und bietet zugleich das größte Potenzial zur Steigerung der Effizienz und Senkung der Kosten.

Verbraucher, die Kosten, Zuverlässigkeit und Umweltfreundlichkeit in ein ausgewogenes Verhältnis bringen wollen, setzen heute vor allem auf die Gas-Brennwerttechnik. Bei der Brennwerttechnik wird durch einen zusätzlichen Wärmetauscher auch den Abgasen Energie entzogen. Es verbleibt nur ein kleiner Rest, der für den Auftrieb im Schornstein notwendig ist und den Kamin vor Versottung schützt. Brennwertgeräte sind bis zu 20 Prozent sparsamer als herkömmliche Heizkessel. Zu den beliebtesten Gas-Brennwertgeräten gehören die kompakten wandhängenden Anlagen, die platzsparend installiert werden können und nahezu geräuschlos arbeiten. Wichtig, sowohl für die Kosten wie auch für den Komfort, ist die richtige Dimensionierung des Warmwasserspeichers.

Wie moderne Gasbrennwerttechnik und die Sonnenenergie kombiniert werden können, präsentieren auf der Stadtwerke Messe die Firmen Heizungsbau Mann und Heizungsbau Schlaupiz in Kooperation mit der Firma Bosch Thermotechnik mit ihrer Marke Buderus. Eine solarthermische Anlage auf dem Dach kann merklich zur Warmwasserbereitung und zum wirtschaftlichen Betrieb der Heizungsanlage beitragen. Präsentiert werden Gasbrennwertgeräte beispielsweise auf dem Stand der Firma Viessmann von Thorsten Berges.

Ganz neu auf dem Markt sind Mini-Kraftwerke für den Keller von Ein- und Zweifamilienhäusern. Verwendet werden dabei Kolbenmotoren wie sie auch für Autos eingesetzt werden. Die Kurbelwelle treibt einen kleinen Generator an. Der erzeugte Strom kann entweder selbst verbraucht werden oder – staatlich gefördert – ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die beim Betrieb des Motors anfallende Wärme wird für die Heizung genutzt. Das Ganze trägt den Namen Kraft-Wärme-Kopplung und hat den Vorteil, dass bis zu 90 Prozent des eingesetzten Brennstoffs, zumeist Erdgas, in Form von Strom oder Wärme genutzt werden kann. Verschiedene Minikraftwerke werden auf der Messe in Meinerzhagen gezeigt, so auf den Ständen der Firmen A. & M. Berges und Heizungsbau Holz. Eine besondere Innovation demonstriert die Firma E. Winter und Sohn mit der Zeolith-Wärmepumpe der Firma Vaillant, einer gasbetriebenen Absorptions-Wärmepumpe.

Ein wichtiges, aber oft vernachlässigtes Feld der Energieeinsparung ist die Wärmeverteilung: Rohrisolierungen, kurze und gut durchströmte Leitungsstränge sowie moderne Umwälzpumpen können die laufenden Energiekosten merklich senken.

Das A und O eines energieeffizienten Wohngebäudes ist die Wärmedämmung. Dach, Geschossdecken, Außenwände sowie Türen und Fenster bieten vor allem im Altbaubestand eine Fülle von Ansatzpunkten. Doch sollte niemals planlos drauflos saniert werden. Die Stadtwerke empfehlen zunächst eine kompetente Energieberatung inklusive einer fachmännischen Hausschau. Nur ein Energieberater kann zuverlässig abschätzen, welche Maßnahmen notwendig und wirtschaftlich sind. Hilfreich ist in vielen Fällen eine Gebäudethermografie, wie sie von den Stadtwerken Meinerzhagen regelmäßig angeboten wird. Doch Wärmeisolierungen bergen auch Risiken. Wer sein Haus abdichtet, muss durch eine gut durchdachte Lüftung für ein gutes Raumklima sorgen sowie gegen Schimmel und Feuchtigkeit vorbeugen.

Energieeinsparungen sind immer mit Investitionen verbunden. Die Stadtwerke Meinerzhagen halten auf ihrer Internetseite eine regelmäßig aktualisierte Übersicht über Förderprogramme bereit. Es gibt Zuschüsse oder verbilligte Kredite. Grundsätzlich gilt, je höher der Energieeinspareffekt sein soll, desto tiefer muss der Hausherr in die Tasche greifen. Auch hier lohnt es sich, vorher Rat vom Fachmann einzuholen. Aktuell erleichtert das niedrige Zinsniveau die Finanzierung von Energieeinsparinvestitionen, da sich die meisten Aufwendungen innerhalb weniger Jahre bezahlt machen. Wichtig ist, Förderanträge vor der Bauausführung zu stellen. Hier helfen speziell geschulte Berater der Banken und Sparkassen, die auch auf der Energiemesse der Stadtwerke dabei sind.

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