Waldaktivpfad bei Heed soll Menschen in den Forst locken

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Auch Bürgermeister Jan Nesselrath legte Hand an – hier an der letzten und bereits fertigen Station.

Meinerzhagen - Kann der Wald mit Smartphones, Playstations und Computern konkurrieren? Einen Versuch ist das auf jeden Fall wert.

Dieser Meinung sind jedenfalls einige Frauen und Männer, die im Forst bei Meinerzhagen ein Projekt anschieben, das in dieser Form einzigartig ist. Es soll Menschen jedes Alters in die Natur locken. Rund um den Heedberg wird bis Ende 2020 deshalb ein Waldaktivpfad entstehen. Am Montag fand dazu der symbolische erste Spatenstich statt. 

Rund 74 000 Euro wird der Aktivpfad mit seinen 15 Stationen und einer Länge von etwa 4,8 Kilometern kosten. Das sei nur deshalb zu „schultern“, weil das Projekt mit Mitteln aus dem Leader-Förderprogramm zu 65 Prozent bezuschusst werde, informierte Ideengeber Matthias Kretschmer vom wald- und umweltpädagogischen Zentrum in Heed bei einem Ortstermin. An dem nahmen neben dem Meinerzhagener Bürgermeister Jan Nesselrath auch Vertreter des Naturschutzzentrums Heesfelder Mühle aus Halver teil. Und das war kein Zufall: Das Zentrum in Heed kooperiert in Sachen Waldaktivpfad mit dem Verein Heesfelder Mühle.

Das neue Angebot ist auch ein Teil des bereits laufenden Vorhabens „Naturerlebnis oben an der Volme“. Gemeinsam möchten die vier Kommunen Schalksmühle, Halver, Kierspe und Meinerzhagen so ihre Attraktionen miteinander verknüpfen, um Besuchern ein möglichst breites Spektrum an Angeboten anzubieten. 

„Glaube mir, denn ich habe es erfahren. Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.“ Mit diesem etwa 1000 Jahre alten Zitat von Bernhard von Clairvaux begrüßte Matthias Kretschmer die Gäste, die zum „ersten Spatenstich“ gekommen waren. Wobei: Erstmals kam der Spaten am Montag nicht zum Einsatz. Denn: Die erste und die letzte Station sind bereits fertig. Das Baumscheiben-Sägen und die Info-Tafel „heimische Vögel“ stehen schon.

Und warum dauert es noch bis Ende 2020, bis auch die übrigen 13 Stationen eingerichtet sind? „Wir stemmen das ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften. Und schließlich müssen wir auch noch Sponsoren finden, die uns bei der Finanzierung der verbleibenden 35 Prozent an den Gesamtkosten helfen“, erläuterte Kretschmer. Er hofft nun, dass sich Freiwillige melden, die mit anpacken und/oder einen finanziellen Beitrag zur Umsetzung des Projektes leisten. 

Dass sich der ganze Aufwand lohnen wird, das glauben jedenfalls alle, die sich für den Waldaktivpfad engagieren – auch Anja Büren aus der Projektleitung „Naturerlebnis Oben an der Volme“. Sie war ebenso nach Heed gekommen wie Hans-Jürgen Badziura, der Vorsitzende des Vereins Heesfelder Mühle, und Günter Marquaß, ein engagierter Anwohner aus Heed. Der stellt übrigens eine Scheune zur Verfügung, in der dann fleißig an der Ausstattung der Stationen gearbeitet werden kann.

Für die Stadt Meinerzhagen, die sich ebenfalls für die Realisierung des Pfades einsetzt, sagte Bürgermeister Nesselrath einige Sätze: „Es gibt so viele ablenkende Medien. Ich finde es gut, dass Kinder wieder hinaus in die Natur kommen und ich wünsche dem Projekt alles Gute.“

Das Gelände für den Waldaktivpfad wird übrigens vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt. Der wurde vertreten durch Revierförster Bernd Rosenbauer. Auch er ist begeistert: „Das ist genau das, was auch wir fördern wollen.“

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