Neues Mähboot - alte Probleme an der Lister 

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Im Februar wurde erneut versucht, der "Elodea" an der Lister Herr zu werden. Bei der Aktion waren freiwillige Helfer im Einsatz. 

Listertalsperre - Es ist Fakt: Die Wasserpflanze „Elodea“ hat an der Listertalsperre bereits Badegäste in arge Bedrängnis gebracht. In einem Fall musste sogar ein Anwohner eingreifen und einen Schwimmer, der sich in der Pflanze verfangen hatte, aus seiner misslichen Lage befreien.

Der Betreiber der Listertalsperre, der Ruhrverband, hat allerdings speziell an der Lister nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, um einzugreifen. Problem erkannt, Problem gebannt? Dass gilt eher für andere Ruhrgebiets-Seen, in denen eine wirksame Bekämpfung der ungeliebten Wasserpflanze besser funktioniert.

„An der Lister können wir unser Mähboot nicht einsetzen. Hier hat sich die Pflanze in der Vergangenheit im Uferbereich ausgebreitet – dort, wo es nicht tief genug ist, um mit dem Boot fahren zu können. Wir würden da nur den Grund umgraben“, erläutert die stellvertretende Pressesprecherin des Ruhrverbandes Britta Balt.

Die rasante Verbreitung der „Elodea“ ist inzwischen zu einem derart großen Problem für den Ruhrverband geworden, dass dazu kürzlich ein Treffen am Baldeneysee in Essen stattfand. Dort wurde festgestellt: „Um eine möglichst weitgehende Wassersportnutzung des Baldeneysees sicherzustellen, hat der Ruhrverband im Rahmen des Aktionsplans zur Bekämpfung der Wasserpflanzentwicklung ein weiteres Mähboot angeschafft. Es ist im Vergleich zu den bisher eingesetzten Booten größer und leistungsfähiger“, erläutert Prof. Norbert Jardin, Vorstand Technik des Ruhrverbands, anlässlich des Pressegesprächs.

Leider ist auch dieses 200 000 Euro teure Boot allerdings nicht für die Lister geeignet, obwohl es transportabel ist. In heimischen Gefilden setzt der Ruhrverband deshalb weiter auf „Altbewährtes“ im Kampf gegen die Elodea. Britta Bald: „Es hat auch in diesem Jahr einen Einsatz mit Freiwilligen gegeben, die nach Absenkung des Wasserspiegels Pflanzen entfernt haben. Aber wir müssen uns da nichts vormachen, all das wird das Problem in der Lister nicht endgültig beseitigen. Die Elodea ist ein wahrer Überlebenskünstler und sie erholt sich rasch. Aktionen wie das Absenken des Wasserspiegels während einer Frostperiode, um die Pflanzen erfrieren zu lassen, werden sich immer nur positiv auf die bevorstehende Badesaison auswirken.“ 

Auch wenn sich die Situation an der Lister noch einmal verschärfen würde, werde der Ruhrverband allerdings keine Badeverbote aussprechen. Das sei Sache der Ordnungsbehörde. „Es liegt nicht in unserer Verantwortung."

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