Eiskeller soll „erlebbar“ werden

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Der größere der beiden Eiskeller an der Volmestraße soll erhalten werden und in Zukunft „erlebbar“ sein.

Meinerzhagen -  Die Tür wieder zuschütten und den neben der Volmestraße gefundenen alten Eiskeller einfach vergessen – oder die Anlage erhalten und für die Öffentlichkeit „erlebbar“ machen. Über diese beiden Alternativen diskutierten am Dienstag die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses.

Durchsetzen konnten sich am Ende klar die Befürworter der Maßnahme, die etwa 10 000 Euro kosten wird und durch die das alte Gewölbe künftig von jedem Interessenten angeschaut werden kann. Bei neun Zustimmungen, zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde schließlich dem Rat empfohlen, Maßnahmen einzuleiten, die den Eiskeller zu einer kleinen Attraktion am Rande der Innenstadt machen sollen.

Einst lagerten Meinerzhagener Bürger in dem Gewölbe Eis, um es im Sommer zur Kühlung zu nutzen. Während des Krieges suchten Bürger hier Schutz vor Luftangriffen. Lange Zeit lag die eiserne Eingangstür verschüttet am Hang zwischen Volmestraße und oberer Volmestraße, schräg gegenüber der Stadthalle. Rolf Puschkarsky (SPD) erinnerte an diese Zeiten: „Die Meinerzhagener kennen die Anlage – und 60 Jahre lang hat sie keinen interessiert. Sie war verkommen und zugewachsen. Jetzt gibt es auch keine Möglichkeit der Nachnutzung. Die Idee, sie zu erhalten, finden ich ja grundsätzlich auch gut – aber einen großen Nutzen sehe ich nicht. Und 10 000 Euro sind viel Geld, zumal wir uns in der Haushaltssicherung befinden.“

Neben Puschkarsky stimmte auch Ausschussvorsitzender Volkmar Rüsche (CDU) gegen die Erhaltung des Eiskellers. Er führte dafür aber einen anderen Grund an: „Ich halte den Bürgersteig in diesem Bereich generell für überflüssig wie einen Kropf. Deshalb bin ich auch gegen die Erhaltung des Eiskellers.“

Fast alle der übrigen Ausschussmitglieder vertraten aber eine deutlich andere Position, die Thorsten Stracke (CDU) so formulierte: „Der Plan zur Erhaltung ist gut. Das alles wieder zuzuschütten, wäre einfach schade. Das ist ein Stück Meinerzhagener Geschichte.“

Wenn der Rat nun zustimmt, soll der Eingang zum Eiskeller mit einer neuen Tür versehen werden, rundherum könnten Natursteine gesetzt werden. Eine Glasscheibe in der Mitte des Portals könnte freien Einblick in das Gewölbe gewähren, dessen Inneres illuminiert werden soll. Matthias Scholand (CDU) brachte in diesem Zusammenhang noch eine andere Idee in die Diskussion ein: „Vielleicht ist doch eine Nutzung möglich, eventuell könnte ein Exponat in die Gewölbe gestellt werden.“ Dass eine Erhaltung des Kellers Sinn mache, begründete Scholand so: „Wir haben in Meinerzhagen ohnehin nur wenig historische Baumasse. Zuschütten ist nicht gut, denn was einmal weg ist, ist weg.“

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