Altes Gewölbe diente als Eiskeller

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In der Tiefe reicht der große Keller von der Volmestraße bis unter die Eisenbahnstrecke nach Kierspe. Nach der Aufbewahrung der Eisvorräte suchten im zweiten Weltkrieg hier die Menschen Schutz bei Luftangriffen.

Meinerzhagen - Wird eines der beiden Kellergewölbe im Uferbereich der Volmestraße erhalten? Die Stadtverwaltung wird einen solchen Vorschlag im Fachausschuss am kommenden Dienstag unterbreiten.

Für die Anlieger der „oberen Volmestraße“ ist das, was seit der Baustelleneinrichtung auch für den unbedarften Betrachter zu sehen ist, nichts Unbekanntes: Die beiden Eingänge zu den unterirdischen Gewölben im Böschungsbereich.

Verriegelt mit Stahltüren, befindet sich dort bei der größeren der beiden Anlagen ein rund 40 Meter tiefer und gut zehn Meter breiter Raum. Damit reicht dieser von der Volmestraße bis an die hinter den Häusern liegende Eisenbahnstrecke Richtung Kierspe heran. Der kleinere „Stollen“ bringt es hingegen nur auf eine Tiefe von etwa 20 Metern.

Was es mit diesen historischen Bauwerken auf sich hat, berichtete jetzt Horst Dango. Dabei konnte er sich auf eigene Erlebnisse, aber auch auf Erzählungen seiner Familie stützen. Seit rund sieben Jahrzehnten bewohnt der 77-jährige gebürtige Meinerzhagener ein Haus an der Volmestraße, welches von seinem Großvater Anfang 1900 errichtet wurde.

Zunächst reichte die Bebauung an der Straße ungefähr bis zum Haus mit der Nummer 35. „Dahinter waren nur Gärten und darunter schon die Gewölbe“, erzählt Horst Dango. Auf dem Eingang zum Größeren habe sich nur ein kleines Haus von Opa „Wölfchen“ befunden. Der wiederum habe im Auftrag der Gemeinde für Sauberkeit auf der Straße gesorgt und sei ansonsten als Schuster tätig gewesen. „Zu der Zeit ist im großen Keller das Eis für die Gaststätten gelagert worden“, berichtet Dango.

Im Zweiten Weltkrieg erfüllte der Raum dann seinen Zweck als Luftschutzbunker.

Ein vorhandener Plan, auch den kleineren Stollen weiter in den Berg zu treiben und beide mit einem Gang zu verbinden, wurde nicht mehr realisiert. Nach den Kriegszeiten, so Harst Dango, wurden die beiden Keller nicht mehr genutzt und der Zutritt wurde für die Öffentlichkeit durch Stahltüren verhindert.

„Dass es dort diese Bunker gibt, war uns bekannt. Im Rahmen der Baufeldfreimachung haben wir aber genauer gesehen, welche Dimension die Anlage hat“, so Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck.

Dieser „neue Eindruck“ führte dann direkt zu der Überlegung, über einen möglichen Erhalt des Bauwerkes nachzudenken. „Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir mit vertretbarem Aufwand eine Lösung finden können“, so Tischbiereck. Dabei denkt der Fachbereichsleiter an eine eventuelle Einbindung des hergerichteten Eingangs-portals des großen Kellers – mit einer „Einsichtsmöglichkeit“ – in die zurzeit entstehende Böschungsgestaltung. Der kleinere Keller hingegen soll nicht mit einbezogen werden. „Zwischenzeitlich hat ein Fachunternehmer die für die Arbeiten notwendigen Kosten überschlägig ermittelt. Nicht zuletzt wegen der notwendigen Grundsatzentscheidung des Bau- und Vergabeausschusses am kommenden Dienstag“, erläutert der Fachbereichsleiter.

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