Eisig kalt, aber noch kein Kälterekord

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Das Thermometer zeigte heute nach Sonnenaufgang 18 Grad minus. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Der subjektive Eindruck vieler Volmestädter heute Morgen zum Wochenbeginn täuschte nicht: Die gefühlte bittere Kälte entsprang tatsächlich der bislang kältesten Nacht in diesem Winter.

An der Wetterstation Redlendorf maß Reinhard Hinz heute nach Sonnenaufgang um 8 Uhr in zwei Metern über Boden eine Temperatur von 15,4 Grad minus. Am Boden selbst war es mit 18 Grad noch deutlich frostiger.

„Das sind allerdings auch für unsere Breiten noch längst keine Rekordwerte. Von einer ungewöhnlichen Situation kann daher nicht gesprochen werden“, ordnet es Hinz ein, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Station auf Meinerzhagener Stadtgebiet betreibt. Dass die Thermometeranzeige sogar auf unter 20 Grad minus sank, hat es schon des Öfteren gegeben. Zuletzt übrigens am 19. Dezember 2009, als mit 22,9 Grad minus der kälteste Tag dieses besonders langen und schneereichen Winters zu verzeichnen war.

Seit dem 29. Januar hat es auch in Meinerzhagen in ununterbrochener Folge sogenannte „Eistage“ gegeben. Das sind laut meteorologischer Definition Tage, an denen sowohl die Höchst- als auch die Tiefstemperatur binnen 24 Stunden im Minusbereich liegen. Bei sogenannten Frosttagen klettert das Thermometer dagegen zwischenzeitlich auch in den Plusbereich.

In Meinerzhagen lag die gemessene höchste Temperatur in diesem Zeitraum tagsüber bei minus 3,2 Grad. Ansonsten bewegte sie sich immer relativ konstant um fünf Grad minus. In den Nächten herrschten dagegen regelmäßig zweistellige Minustemperaturen.

Bis zum meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März kann es sicherlich noch die eine oder andere Wetterkapriole geben – unter dem Strich aber steht schon jetzt fest, dass der Winter in heimischen diesmal eher zu warm und vor allem auch schneearm war – vor allem auch im direkten Vergleich mit den beiden vorangegangenen Winterperioden.

Der Dezember verlief auch in Meinerzhagen relativ mild, war dafür aber in punkto Regen ein Monat der Superlative. Vorangegangen war ein außergewöhnlich trockener November mit einer Gesamtniederschlagsmenge von nur 9,9 Litern auf den Quadratmeter. 302 Liter wurden es dann im Dezember – „an eine solche Monatsmenge kann ich mich selbst nicht entsinnen“, so der heimische Wetterbeobachter. Nass war auch der Januar mit insgesamt 256 Litern. „Wenn das alles als Schnee herunter gekommen wäre, hätte es sicherlich wieder große Probleme gegeben.“

Wer sich angesichts der zumindest noch bis zur Wochenmitte andauernden Kälte jetzt schon nach dem Frühling sehnt, der wird womöglich diesmal deutlich länger als im vergangenen Jahr warten müssen. Bereits am 7. Februar hatten 2011 die ersten über Meinerzhagen gesichteten Kraniche das nahende Ende der kalten Jahreszeit angekündigt. Und am 24. März gab es dann tatsächlich mit 16 Grad Plus einen ungewöhnlich warmen Frühlingstag.

Am Mittwoch soll es zu einer allerdings nur kurzen Frostabschwächung kommen. Schon ab Donnerstag der Woche wird’s erneut kälter, so die Prognose. ▪ -fe

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