In der Jugendherberge ist Warten angesagt

In der Jugendherberge an der Bergstraße werden in diesen Tagen 144 Flüchtlinge erwartet. Wann genau, ist noch unklar. - Foto: Beil

Meinerzhagen - Ob am Donnerstag wirklich 144 Flüchtlinge in die Jugendherberge an der Bergstraße einziehen werden, ist weiter unklar.

Als bekannt wurde, dass die Einrichtung von Oktober bis März als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen dienen soll, ging das Jugendherbergswerk von einer Belegung ab dem 1. Oktober aus. Doch dieser Termin war nicht zu halten.

Als neues Datum für die Unterbringung der Hilfesuchenden wurde der 15. Oktober angestrebt. Ralf Ciekanowski ist Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Er hofft, am Mittwoch Details bekanntgeben zu können.

In Meinerzhagen wird die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung der Menschen, die in der Jugendherberge eine vorübergehende Bleibe finden, vom Land bezahlt. „Wir haben die Komplettleistung Betreuung und Sicherheit bei der Firma European Homecare eingekauft“, erläutert Ciekanowski. Warum es seine Zeit dauert, bis die ersten Menschen einziehen, hat laut Ciekanowski mehrere Gründe: „Geeignetes Personal muss gefunden werden. Und wir stellen dann eine Sicherheitsanfrage beim Landeskriminalamt. Da gibt es einen Punkteplan, der genau eingehalten werden muss“, beschreibt der Pressesprecher. Grund für diese Maßnahmen sind sicherlich auch die schlechten Erfahrungen, die mit dem Personal gemacht wurde, das in einer Burbacher Unterkunft Flüchtlinge misshandelt haben soll.

„Aus gegebenem Anlass hat die Bezirksregierung Arnsberg deshalb – im Einvernehmen mit den Betreuungsorganisationen Malteserwerke, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Kolpingbildungswerk sowie European Home Care – Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheitsstandards in den Landeseinrichtungen deutlich zu verbessern. Kernpunkte: Seit dem 1. Oktober 2014 dürfen die Betreuungsorganisationen bei der Beauftragung von Sicherheitsfirmen keinen Einsatz von Subunternehmen mehr akzeptieren. Und wer künftig in einer Asylbewerbereinrichtung des Landes als Sicherheitskraft arbeiten will, muss sich mit einer Sicherheitsüberprüfung durch Polizei und Verfassungsschutz einverstanden erklären“, heißt es auf der Homepage der Bezirksregierung Arnsberg.

Die Bezirksregierung habe darüber hinaus eine Arbeitsgruppe mit der Bezeichnung „Mobile Qualitäts- und Sicherheitsüberwachung“ gebildet. Die in diesem Team mitwirkenden Polizeibeamten und Mitarbeiter der Bezirksregierung würden eine dauerhafte Präsenz und Kontrolle in allen derzeit betriebenen Asylbewerbereinrichtungen des Landes sicherstellen – insbesondere mit Blick auf die Hygiene in den Unterkünften, die Verpflegung, die medizinische Versorgung in der jeweiligen Sanitätsstation und die Präsenz von Betreuungspersonal.

Für Ciekanowski jedenfalls ist klar: „Wir würden am 15. Oktober in Meinerzhagen starten. Allerdings melden wir, wenn das Okay von European Homecare kommt, dann nur unsere freien Plätze. Im Anschluss kann es theoretisch noch einige Tage dauern, bis die ersten Menschen in die Jugendherberge kommen.“

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