Aktionen des Einzelhandels

"Heimat shoppen": Der kreative Kampf um den Kunden

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Eine Aktion ganz nach dem Geschmack von Stephanie Erben von der SIHK und Stadtmarketing-Geschäftsführer Bernd-Martin Leonidas: Marc Heyder (rechts) hat in seinem Geschäft eine Selfie-Box aufgebaut, in der sich Kunden aller teilnehmenden „Heimat shoppen“-Geschäfte ablichten können.

Meinerzhagen - Das Grauen des örtlichen Einzelhandels fängt mit A an. Und der Online-Gigant Amazon scheint auch – oder gerade – während der Einzelhandelsaktion „Heimat shoppen“ eine besondere Rolle zu spielen.

Schließlich geht es bei der Initiative der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) doch um nicht weniger als die Rettung der örtlichen Geschäftswelt. „Aber ,Heimat shoppen‘ ist absolut keine Kampagne gegen das Online-Shopping!“, betont Projektkoordinatorin Stefanie Erben. 

Gestern und heute sind erneut viele Einkaufstüten mit dem markanten „Heimat shoppen“-Logo in den Schaufenstern zu finden. Was es damit auf sich hat, mag an diesen Tagen indes nicht allen Kunden bewusst sein. Für die Einzelhändler verdeutlicht diese Aktion aber den steten Kampf ums Überleben – in einer Welt, in der die Finger schneller auf der Computermaus klicken als das Auto einen Parkplatz in der Innenstadt findet. 

Das mag auch der Grund dafür sein, warum Bernd-Martin Leonidas, Geschäftsführer des Meinerzhagener Stadtmarketings, eine recht hohe Resonanz auf das „Heimat shoppen“ verzeichnet. „Die Einzelhändler finden die Aktion super, haben sogar schon einen verkaufsoffenen Sonntag anlässlich des ,Heimat shoppens‘ vorgeschlagen.“ Circa 20 Geschäfte nehmen in diesem Jahr an der Initiative teil – sei es durch besondere Angebote, Services oder Aktionen. 

Eigenes Foto vor heimischer Kulisse 

Aktionen wie die „Selfie-Box“ im Fotostudio Heyder, die zugleich stadtweit beworben wird und alle Einzelhändler zusammenbringt. Denn: Wer an den Aktionstagen in den teilnehmenden Geschäften einkauft, erhält einen Gutschein, mit dem er sich (und andere) vor besonderen Hintergründen ablichten kann. Ob Schanze, Kreisel-Schütze oder Altes Rathaus – per Touchscreen kann schnell gewählt werden, in welcher Umgebung man sich virtuell fotografieren lassen will. 

Eine Aktion, die auch SIHK-Projektkoordinatorin Stephanie Erben gefällt. Sie weiß um die Herausforderung, Einzelhändler zu motivieren und zu einem kreativen Ansatz zu bewegen. „Meinerzhagen ist dank des Stadtmarketings beim ,Heimat shoppen‘ aber schon von Anfang an ein Aktivposten“, sagt sie. 

Erbens erklärtes Ziel ist die Aktivierung der Einzelhändler just in dem Moment, wenn in der Stadt etwas los ist. Stichwort „verkaufsoffene Sonntage“: „Da reicht es eben nicht, nur die Tür zum Geschäft zu öffnen“, betont Stephanie Erben, die aber um die hohen Hürden weiß, die es in der Kommunikation mit nicht allen, aber vielen Händlern zu bezwingen gilt. 

Online heißt nicht zwingend „Shop“

„Natürlich wünscht man sich manchmal eine größere Resonanz etwa auf unser Einzelhandelslabor. Aber man darf auch nicht vergessen, dass viele einfach keine Zeit haben, dieses Angebot anzunehmen: Sie stehen alleine im Geschäft, wissen manchmal auch nicht, wo sie anfangen sollen, etwas zu verbessern“, zeigt die SIHK-Vertreterin Verständnis für die Situation der Geschäftsleute. Nachhaltigkeit ist das erklärte Ziel Und doch ließe sich auch im laufenden Geschäft die Kraft des Internets nutzen – sei es durch Social-Media-Beiträge, sogenanntes Click & Collect, durch das sich Kunden ihre Ware vor Ort reservieren können, oder 360-Grad-Aufnahmen aus dem Laden. 

„Man muss nicht gleich einen komplexen Online-Shop eröffnen. Manchmal genügt das Angebot digitaler Services“, sagt Erben, die sich entsprechend auch vom „Heimat shoppen“ weit mehr erhofft als nur einen zweitägigen bewussten Umgang mit der eigenen Situation. „Das Angebot, das einige Geschäfte an diesen Tagen machen, darf sich natürlich gerne auch nachhaltig etablieren.“

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