Festlich gestaltetes Chorkonzert in der Jesus-Christus-Kirche

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Ein beeindruckender Klangkörper: Chor, Solisten und Orchester beim Vortrag in der Jesus-Christus-Kirche.

Meinerzhagen - Mit einem Chorkonzert stimmte die Evangelische Kirchengemeinde am Sonntagabend in der Jesus-Christus-Kirche auf das 500. Reformationsjubiläum ein, das für die Protestanten eine große Bedeutung hat.

Es wird daher in besonderem Maß an die Veränderungen erinnert, die die Reformation ausgelöst haben. Es waren wohl nicht nur die 95 von Martin Luther an die Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen Thesen, die in Folge zur Entstehung der evangelischen Kirche geführt haben. Beim Chorkonzert am Sonntag wurde deutlich, welche Überzeugungskraft der Reformator auch in seine (Lied-)Texte eingebracht hat und welche Bedeutung die Bilder der Maler Vater und Sohn Lucas Cranach auf die Abwendung der Missstände durch die damalige Kirchenform hatten. „Ohne die Bilder wäre die Reformation nicht das geworden, was sie geworden ist“, betonte Pfarrer Hellwig Bröckelmann. 

Wertvolle Informationen dazu lieferte schon eingangs der Veranstaltung das sorgsam aufbereitete Programmheft. Inhaltlich wurde es von Pfarrer Bröckelmann betreut. Die grafische Gestaltung hatte Hans Martin Brinkmann übernommen. Begrüßt wurden die Besucher im bis zur Empore hinauf voll besetzten Kirchenraum von Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase. Er bedankte sich schon vorab bei allen beteiligten Musikern und ganz besonders bei der musikalischen Leiterin Gerlinde Rentrop für den Einsatz im Vorfeld des Konzerts. 

Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase begrüßte die Konzertbesucher.

Anschließend machten sich Musiker und Zuhörer mit Hilfe der ausgesuchten Lutherchoräle auf eine bewegte Reise durch das Kirchenjahr. Mit „Ein feste Burg ist unser Gott“ bildete eines der bekanntesten Lieder des Reformators den Einstieg. Der evangelische Kirchenchor Meinerzhagen und der Chor Cantamus aus Kierspe zeigten sich den ganzen Abend über als ein kraftvoller Klangkörper, dessen Qualität bei der Eingangskantate in der Bearbeitung von Otto Nicolai schnell spürbar wurde. 

Dirigentin Gerlinde Rentrop vor dem Orchester. Die Kantorin wird Ende des Jahres ausscheiden.

Deutlich wurde auch schon bei diesem Lied, zu dem Luther wohl auch die Melodie geschrieben hat, das harmonische, gut abgestimmte Miteinander des großen Chores mit dem eigens für dieses Konzert gebildeten Projektorchester aus Musikfreunden, Studierenden und Profimusikern. Das anschließende Eingangstor zur Reise durch das Kirchenjahr bildete das Lied „Nun komm der Heiden Heiland“ in der Bearbeitung von Georg Philipp Telemann. In der Kantate für Sopran, Bass, Chor und Orchester konnten erstmals an diesem Abend die Solisten Christine Fischer (Sopran), Gabriele Fuchs-Rinscheid (Alt), Manuell Knoll (Tenor) und Nikolaus Rentrop (Bass) ihr Können zeigen. 

Weitere Themen waren Weihnachten (Vom Himmel hoch), die Passionszeit (Aus tiefer Not), Ostern (Christ lag in Todesbanden) und Pfingsten (Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist). Bei den Werken „Aus tiefer Not“ in der Bearbeitung von Sigfried Karg-Elert und „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist“ nach der Vorgabe von Johann Sebastian Bach gestaltete Ben Köster die Choralvorspiele auf der Orgel. 

Für den jungen Kirchenmusiker war die Veranstaltung etwas Besonderes. Der Student der Kirchenmusik bereitet sich seit einiger Zeit darauf vor, die Aufgaben in der evangelischen Kirchengemeinde von der Ende des Jahres ausscheidenden Kantorin Gerlinde Rentrop zu übernehmen. 

Die Solisten Nikolaus Rentrop (Bass), Manuell Knoll (Tenor), Gabriele Fuchs-Rinscheid (Alt) und Christine Fischer (Sopran).

Fortgesetzt wurde die Reise durch das Kirchenjahr mit einer weiteren Version von „Ein feste Burg“ – diesmal als Motette für zwei Chöre und Instrumente. Das anschließende „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“ stand für den Vergänglichkeitsgedanken und das Vertrauen darauf, durch Gott befreit und aufgehoben zu sein. 

Mit dem Lied „Wir glauben all an einen Gott“ in der Bearbeitung von Felix Mendelssohn Bartholdy endete das Chorkonzert. Die Kantate für Soli, Chor und Orchester band erneut alle beteiligten Musiker mit ein. Der Vortrag sprach das Publikum noch einmal an. Am Ende gab es Applaus für die Gestaltung des Konzertabends.

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