Straßensperrung und fünf Monate Bauzeit

Einstiger Weltrekordhalter: Fuchs tauscht 30.000-Tonnen-Giganten aus

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Damals (links ein Bild von 1964) wie heute beeindruckend: Die 30 000-Tonnen-Presse von Otto Fuchs war seinerzeit die größte ihrer Art weltweit – und: Sie wurde ohne jegliche staatliche Subvention gebaut. Links ein Bild vom Tag der Einweihung im Jahr 1964.

Meinerzhagen - Als sie am 3. September 1964 in Betrieb genommen wurde, war sie nicht nur für Meinerzhagen ein Meilenstein: Die Gesenkschmiedepresse der Firma Otto Fuchs war  damals die größte Einzylinder-Großpresse der Welt. Jetzt ist ihre Zeit gekommen – sie muss einem neuen – gleich dimensionierten – Modell Platz machen

Mit einem Gewicht von 1500 Tonnen und einer Höhe von 16 Metern ist die alte Presse ein echtes Monstrum. Doch nicht allein die Maße sind beeindruckend: Nicht ohne Stolz vermeldete das Unternehmen Otto Fuchs, dass die von der Firma Hydraulik GmbH Duisburg gebaute Maschine damals komplett ohne staatliche Subventionen angeschafft werden konnte.

„Damit war sie bis 1981 die größte, privat finanzierte Gesenk-Schmiedepresse der Welt“, heißt es rückblickend vonseiten der Otto Fuchs KG, die seinerzeit 10 Millionen D-Mark in das Projekt investierte. 

Bereits zur Einweihung war den Beteiligten die Bedeutung der Investition klar, wie auch anhand der Berichterstattung in der Meinerzhagener Zeitung deutlich wurde. Ehrengäste waren unter anderem der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Fritz Berg sowie der Ehrenpräsident des Bundesverbandes der Deutschen Arbeitgeberverbände Dr. Hans Constantin Paulssen. Aber auch aus dem Landeswirtschaftsministerium und dem Bundestag waren Vertreter vor Ort. 

Sprung von 8000 auf 30.000 Tonnen Presskraft

Bis zur Einweihung der 30 000-Tonnen-Presse waren bei Fuchs nur Druckwerte bis 8000 Tonnen möglich gewesen. Von der neuen Maschine profitierten in erster Linie die Luftfahrt- und Raumfahrtindustrie, aber auch der Fahrzeugbau. Verarbeitet wurden Aluminium, Magnesium, Titan und deren Legierungen, wie es damals hieß. 

Sperrung: Der Kapellenweg kann bis Ende November nicht befahren werden.

„Wir erhoffen von ihr, dass sie alle unsere Produktionserwartungen erfüllt und uns zu einem weiteren Absatz in der Welt verhilft und damit für unsere Betriebsangehörigen eine noch sicherere Existenz schafft“, wurde der damalige Firmenchef Hans Joachim Fuchs in der MZ vom 4. September 1964 zitiert. 

Investition in schwierigen Zeiten

Einen großen Anteil am Erfolg der Firma Fuchs hatte die Presse zweifellos – und doch hat sie nun ihren Dienst getan, muss durch eine neue Großpresse ersetzt werden, die nicht minder bedeutend für die Zukunft des Unternehmens sein soll. 

Zur Investitionssumme wollte das Unternehmen auf MZ-Anfrage nichts sagen. Dass auch in diesen schwierigen Zeiten – die Corona-Krise trifft auch die Otto Fuchs KG mit voller Wucht – die Anschaffung einer neuen Presse ein Bekenntnis zum Standort ist, steht aber außer Frage.

Kapellenweg gesperrt

Doch die Arbeiten dafür sind umfangreich – und haben auch Einfluss auf die Verkehrsführung im Umfeld von Otto Fuchs. So ist der Kapellenweg bereits seit Mittwoch gesperrt, um vorbereitende Arbeiten für den Abtransport der alten und der Anlieferung der neuen Großpresse vornehmen zu können. Der Kapellenweg ist von der Einfahrt Derschlager Straße bis zum Werkseingang gesperrt. Die Zufahrt zum Arbeitsmedizinischen Zentrum (AMZ) ist gewährleistet. 

Insgesamt fünf Monate sind für den Tausch vorgesehen, sodass die Sperrung Anfang Dezember wieder aufgehoben werden kann. Die ersten Pressenteile werden am Montag erwartet.

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