Zukunft der ehemaligen Jugendherberge ungewiss

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Keine Kinder mehr, keine Flüchtlinge mehr – nur noch ein paar Handwerker logieren derzeit in der ehemaligen Jugendherberge an der Bergstraße. Wie es mit der Immobilie weiter geht, ist derzeit unklar.

Meinerzhagen - Einst war sie ein „Notnagel“, inzwischen wird die Immobilie nicht mehr gebraucht. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 brachte die Stadt Meinerzhagen Schutz suchende Menschen hauptsächlich aus Syrien auch in der ehemaligen Jugendherberge an der Bergstraße unter.

Mittlerweile ist auch der letzte Flüchtling ausgezogen. Jetzt können sich die Besitzer der Immobilie sogar vorstellen, den Komplex wieder zu verkaufen.

Rolf Lutz ist Sprecher der Investorengemeinschaft aus Gelsenkirchen, die nicht nur das Quartier der Generationen in der ehemaligen Hauptschule errichtet, sondern im Sommer 2016 auch die Herberge vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) kaufte. Das Haus konnte nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, erneute Investitionen waren vom DJH nicht mehr geplant. Lutz kann in Sachen Weiternutzung noch keine konkrete Lösung präsentieren.

Der einstige Plan, in dem Komplex ein Hospiz einzurichten, ist jedenfalls ad acta gelegt. Mit dem plötzlichen Tod von Petra Hasenau Anfang 2017, die ebenfalls Mitglied der Investorengemeinschaft war, hatte sich alles geändert. Denn: Es war Herzenswunsch der Verstorbenen, hier eine Pflegeeinrichtung für Sterbenskranke zu errichten. Das ist nun kein Thema mehr. Fakt ist lediglich, dass die Stadt als Mieter das Haus – zumindest für Flüchtlinge – nicht mehr benötigt. Rolf Lutz jedenfalls ist nicht abgeneigt, es zu verkaufen: „Ich würde es zum selben Preis abgeben, zu dem ich es erworben habe. Im Moment nutzen wir es als Unterkunft für Handwerker von außerhalb, die am Quartier der Generationen an der Genkeler Straße arbeiten.“

Rückblick: Im März 2016 bestätigte das Deutsche Jugendherbergswerk auf MZ-Anfrage, dass die Jugendherberge an der Bergstraße schließt. Simon Drath, beim DJH für Presse und Marketing zuständig, nannte seinerzeit vor allem wirtschaftliche Gründe, die das Herbergswerk zur Schließung bewegt hätten: „In Meinerzhagen ist die Nachfrage in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Ein Grund ist der demografisch bedingte Rückgang bei Schulklassen. Ein weiterer Grund ist, dass die Jugendherberge nur über fünf Zimmer mit Dusche und WC verfügt.“ Nicht nur Familien würden Wert darauf legen, Zimmer mit eigenen Nasszellen zu belegen. Diese Nachfrage könne man in Meinerzhagen jedoch nicht bedienen. Drath: „Um die Jugendherberge marktfähig zu halten, wären somit hohe Investitionen notwendig, die sich bei den zu erwartenden Übernachtungszahlen nicht rentieren würden.“

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