Wildwest in Meinerzhagen

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Dieses Schild am Fritz-Paulmann-Weg wurde offensichtlich mit grobem Kaliber beschossen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Das Verkehrsschild an der Einmündung Bergstraße/Fritz-Paulmann-Weg in unmittelbarer Nähe zur Jugendherberge ist rund, außen rot umrandet und in der Mitte weiß. Mit ein wenig Phantasie erinnert es an eine Zielscheibe. Dass es tatsächlich auch als eine solche missbraucht wird, wundert allerdings einigermaßen.

Aber ein Blick auf das Durchfahrt-verboten-Zeichen für Lastwagen bestätigt: Jemand hat wohl mit einer großkalibrigen Waffe auf das Schild geschossen – und getroffen. Sieben Einschusslöcher blieben zurück, jedes beinahe so groß wie der Durchmesser eines kleinen Fingers. Und ein Projektil durchschlug sogar das Straßenschild am Rand des Verkehrszeichens. Wildwest in Meinerzhagen?

Wann die natürlich illegalen Schießübungen passiert sind, aus welchem Grund und wer hier zur Waffe gegriffen hat – das bleibt zunächst ein Rätsel. Dass es sich bei den Schüssen nicht um eine einzelne Tat handelt, ist hingegen klar. Willi Müller, Vorsitzender des SGV Meinerzhagen, ist mit seinen Vereinskollegen wöchentlich „auf Achse“ in Meinerzhagen und rund um die Volmestadt herum. Er bestätigt: „Durchschossene Schilder findet man an vielen Stellen. Früher haben wir uns im SGV darüber auch noch unterhalten. Das tun wir heute kaum noch, denn es ist schon zur Normalität geworden.“ Spontan fällt Müller ein weiteres Schild ein, das Einschusslöcher aufweist: „Es steht am Rothenstein, am Weg zu den Wasserbehältern, in der Nähe der Autobahn.“ Auch beim SGV hat man sich natürlich Gedanken gemacht, wer so etwas tut. Zu einem Ergebnis hat das aber noch nicht geführt, die Sache mit den Schüssen ist und bleibt rätselhaft.

Von einem Dumme-Jungen-Streich sind die beschriebenen Taten weit entfernt, es besteht schließlich höchste Lebensgefahr, wenn „wild in der Gegend“ herumgeballert wird. Nicht nur, dass Autofahrer, Wanderer oder „einfache“ Passanten getroffen werden könnten, die Tat vom Paulmann-Weg zeigt, wie wenig Skrupel die Übeltäter haben. Denn: Etwa 200 Meter entfernt liegt die Jugendherberge, in deren Umfeld fast zu jeder Jahreszeit Gäste wohnen. Dass bisher nichts passiert ist, scheint also eher Zufall zu sein.

Dass mit Luftgewehren auf Schilder geschossen wird, hat auch die Polizei im Märkischen Kreis bereits festgestellt, beispielsweise im Raum Menden und Iserlohn. „Diese Einschüsse in Meinerzhagen haben aber eine ganz andere Qualität. Das war eindeutig keine Diabolo-Munition“, ist auch Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski erstaunt über die Vorgänge in Meinerzhagen. Dass Jäger für die Schüsse verantwortlich sind, kann er sich nicht vorstellen. Die Fahndung nach den Übeltätern gestaltet sich jedoch schwierig, außer den Einschusslöchern gibt es keine Anhaltspunkte. Deshalb bittet Boronowski: „Wenn verdächtige Beobachtungen gemacht werden oder Schüsse zu hören sind, bitten wir Zeugen, sich bei der Polizei zu melden. Dann sollte gleich die 110 angerufen werden.“ ▪ beil

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