Gibt’s für Valbert eine neue Kneipe?

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Die Zigarrenkiste war bereits Dorfkneipe. Der Sanierungsaufwand dürfte dort allerdings ziemlich erheblich sein.

Valbert - Am kommenden Mittwoch, 28. Juni, soll es eine Antwort auf die Frage geben, ob es in Valbert in absehbarer Zeit wieder eine Dorfkneipe geben wird.

Um sie zu erhalten, hat Ortsvorsteher Hans-Gerd Turck alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in die Ebbehalle eingeladen. Und auch Regionalmanagerin Frederike Schriever wird anwesend sein und über eventuelle Fördermöglichkeiten informieren (die MZ berichtete).

Doch zunächst ein Rückblick: Nach mehrfachem Wechsel der Wirtsleute in den vergangenen Jahren, schloss die Traditionsgaststätte Hültekanne Ende September 2016 ihre Türen. Zwar liefen zwischenzeitlich weitere Überlegungen und Verhandlungen für eine Wiederinbetriebnahme, passiert ist indes nichts. Und so steht das über 500 Jahre alte Gasthaus mit den darüberliegenden Wohnungen leer.

Anlass genug für Ortsvorsteher Hans-Gerd Turck, über alternative Lösungen nachzudenken. In einem ersten Gespräch bezog er hierzu vor einigen Tagen auch die Vertreter der Valberter Vereine ein.

Zwar wurde hierbei sofort klar, dass sich keine der bestehenden Organisationen den Betrieb einer Ehrenamtskneipe „ans Bein binden“ kann, ein speziell hierfür gegründeter Dorfverein aber sehr wohl.

Wer für diese Behauptung ein praktisches Beispiel sucht, wird in der Nachbarschaft sehr schnell fündig: der „Alte Bahnhof“ in Drolshagen-Hützemert. Mit der Stilllegung der Bahnstrecke im Jahre 1979 hatte er seine Funktion als Dorfmittelpunkt und Treffpunkt verloren. Im Februar 2008 wurde das Gebäude als letztes noch erhaltenes Bahnhofsgebäude auf Drolshagener Gebiet in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen und in nur dreizehnmonatiger Umbauzeit von der Dorfgemeinschaft Hützemert (Dorfverein) zu einem Dorfhaus umgebaut.

Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und die am Wochenende geöffnete Jausenstation sorgen seitdem für Leben im und um das Gebäude. Neben Fördermitteln aus der Regionale 2013 und erheblichen Eigenleistungen, musste der Dorfverein aber auch noch Fremdmittel zur Finanzierung aufnehmen, die er unter anderem durch die Vermietung der Räume tilgt.

Ein räumlich nicht ganz so umfassendes Angebot wie der „Alte Bahnhof“ bietet in Valbert die „Zigarrenkiste“. Sie hat eine gastronomische Vorgeschichte und könnte, wenn auch mit erheblichem Sanierungsaufwand, eine Möglichkeit für eine Dorfkneipe in Valbert sein. Dass in der Kneipe immer etwas los war, weiß Brigitte Pies zu berichten. Denn sie und ihr Mann waren bis zum Jahr 1972 dort die Wirtsleute. Danach gab es zwar noch weitere Nutzungen als Gaststätte oder Imbissbetrieb, seit Längerem steht die „Zigarrenkiste“ leer und verfällt mehr und mehr. „Ein gut gezapftes Bier und Kleinigkeiten zu essen, aber bei Feiern auch komplette Gerichte, gab es bei uns. Und dann auch die beliebte Bowle“, so Brigitte Pies im Gespräch mit der MZ. In dem erwähnt sie ebenfalls, dass schon vor mehr als drei Jahrzehnten eines klar war: Für den langfristigen Erhalt als Gaststätte hätte es erheblicher Investitionen bedurft.

Unabhängig von den eventuellen Möglichkeiten, auch ein Raum in der Ebbehalle zählt dazu, ist es für Ortsvorsteher Turck unabdingbar, dass eine breite Mehrheit der Valberter Bürgerschaft und auch der umliegenden Ortschaften an einem derartigen Projekt beteiligt sind. „Neben allen weiteren Hürden ist die einer breiten Beteiligung der Bürger an der Ehrenamtskneipe eine sehr hohe.“

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