Die AG Einkaufsstadt löst sich auf

Der Vorstand der AG Einkaufsstadt wickelt die Geschäfte bis zum Jahresende ab.

MEINERZHAGEN ▪ Der Beschluss fiel einstimmig.

Die Arbeitsgemeinschaft Einkaufsstadt Meinerzhagen löst sich zum 31. Dezember 2010 auf. Den bisherigen Mitgliedern des Dachverbandes des örtlichen Einzelhandels wird der Beitritt zum Stadtmarketing Verein empfohlen. Unter dessen Dach sollen die bisherigen Aktivitäten auf einer neuen, professionelleren Basis fortgeführt und zudem neue Projekte zur Stärkung eines attraktiven Angebots in der Volmestadt auf den Weg gebracht werden. Damit endet eine lange und durchaus erfolgreiche Vereinsgeschichte. Die AG Einkaufsstadt war 1972 gegründet worden.

Dabei war die Abschiedsvorstellung am Donnerstag Abend im Saal der Gaststätte Zur Rose irgendwie symptomatisch. Obwohl es, wie der Vorsitzende Jan Lienenkämper noch einmal unterstrich, um eine „wegweisende Entscheidung“ ging, war die Beteiligung eher enttäuschend. Von den noch 40 eingeschriebenen Mitgliedern erschienen gerade mal 13. Damit wäre die laut Satzung für den anstehenden Auflösungsbeschluss notwendige Zweidrittelmehrheit nicht gegeben gewesen. Erst als nach mehreren Telefonaten schließlich noch ein weiteres Mitglied in die Versammlung geholt werden konnte, war die notwendige Mindestzahl erreicht. Die Abstimmung hätte ansonsten in einer weiteren Versammlung mit dann ausreichender einfacher Mehrheit erfolgen müssen.

Von Resignation indes war im Kreis der erschienenen Aktivisten keine Spur. Im Gegenteil: Der Vortrag von Geschäftsführer Bernd-Martin Leonidas über „Ziele und Hebel“ des Stadtmarketing Vereins weckte bei den Teilnehmern erkennbar neue Aufbruchstimmung.

„Wir wollen in Meinerzhagen Geld verdienen. Wir wollen keinen Leerstand von Ladenlokalen“, verdeutlichte Leonidas die aktuelle Situation mit zwei Kernaussagen. In seiner Zustandsbeschreibung zeigte er ungeschminkt die vorhandenen Defizite Meinerzhagens auf. Zurzeit reiche das vorhandene Angebot eben nicht aus, um attraktiv auch für auswärtige Besucher zu sein. Der demografische Wandel im Zusammenwirken mit anderen Faktoren habe zu einem deutlichen Absinken der Kaufkraft vor Ort geführt. Verändertes Kaufverhalten, wie zum Beispiel der Einkauf in großen Shopping-Centern oder per Internet, trügen ein Übriges dazu bei, dass es dem Einzelhandel immer schlechter gehe. Die Standortqualität habe deutlich unter dieser Gesamtentwicklung gelitten. Der Stadtmarketing Verein wolle alle verfügbaren Kräfte bündeln. Nur gemeinsam könne man wieder stark werden. „Es müssen viele mitmachen, damit wir erfolgreich sind“, so Leonidas mit seinem Appell. Aktuell gehören dem vor zwei Jahren gegründeten Stadtmarketing Verein 114 Mitglieder an. Das solle und das müsse noch deutlich mehr werden – auch vor dem Hintergrund, dass damit auch die finanzielle Basis für die geplanten Aktivitäten weiter gestärkt werden könne.

Den Hebel ansetzen will der Stadtmarketing Verein vor allem im Rahmen einer Tourismusstrategie. Es müsse das Ziel sein, wieder deutlich mehr Tages- und am Ende vielleicht auch Langzeit-Gäste in die Stadt zu holen. Dazu habe auch der Märkische Kreis ein Konzept vorgelegt und nachgewiesen, wie sich das letztlich auch in Euro und Cent auszahlen könnte. Leonidas rechnete vor: „Nur 1000 Tagesbesucher in einem Monat lösen bei einem statistisch errechneten Wert von durchschnittlich 24,40 Euro an Konsum vor Ort einen zusätzlichen Monatsumsatz von 292 000 Euro aus.“ Die „Nacht der langen Tische“ sei zuletzt ein Beispiel dafür gewesen, wie es mit attraktiven Angeboten gelingen könne, mehr Besucher nach Meinerzhagen zu locken.

Auch die Arbeitsgruppe Handel/Gastronomie im Stadtmarketingverein soll künftig noch aktiver werden. Einbringen können sich hier auch all die, die bislang aktiv in der AG Einkaufsstadt waren. Im Oktober soll dazu noch zu einer gesonderten Versammlung eingeladen werden, kündigte Leonidas an. Bis zum Jahresende werden Jan Lienenkämper, Rainer Nowak, Torsten Feldmann und Frank Theis noch als Vorstand der AG Einkaufsstadt im Amt bleiben und die Vereinsgeschäfte abwickeln. Das vorhandene Guthaben will man zweckgebunden zur Verbesserung der Weihnachtsbeleuchtung einsetzen. Und dann hoffe man, dass der Neustart unter dem Dach des Stadtmarketings auch die gewünschten neuen Impulse für den heimischen Einzelhandel bringen werde, brachte es Lienenkämper auf den Punkt. ▪ -fe

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