Einkaufen an Heiligabend in der Kritik: „Ladenöffnung ist überflüssig“

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Geschäfte haben an Heiligabend nur in Ausnahmefällen geöffnet.

Meinerzhagen - Mit Last-Minute-Geschenken und vergessenen Zutaten fürs Weihnachtsmenü wird es in diesem Jahr schwierig: Heiligabend fällt auf einen Sonntag – den 4. Advent.

Händler in Nordrhein-Westfalen könnten ihre Läden dank einer Sonderregelung an diesem Tag für vier Stunden bis maximal 14 Uhr öffnen. Die meisten Discounter haben aber bereits jetzt entschieden, auf diese Möglichkeit zu verzichten und ihren Mitarbeitern den freien Tag zu gönnen.

Öffnen dürfen Lebensmittelmärkte, Bäckereien und Verkaufsstellen für Weihnachtsbäume. Sicher ist, dass Aldi, Lidl und Penny ihre Filialen am 24. Dezember nicht öffnen werden. Auch die Hit-Märkte würden an Heiligabend und Silvester – ebenfalls ein Sonntag – geschlossen bleiben. Das teilte Angelika Feigl vom Zentralen Kundenservice-Center auf Anfrage der MZ mit. Ob der Netto-Markt für seine Kunden öffnen wird, dazu gab es bis gestern gegenüber der Redaktion keine Stellungnahme seitens des Unternehmens.

Einig sind sich bei diesem Thema Klaus Majoress, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, und Thorsten Rehberg, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Maria Immaculata. „Die Menschen sollten an diesem Tag frei haben“, sagt Superintendent Majoress. Der Sonntag sei ein geschützter Tag und wegen des 4. Advents gelte zudem das Feiertagsgebot.

Dass Unternehmen ihre Geschäfte öffnen, wenn der 24. Dezember auf einen Werktag falle, kann Thorsten Rehberg verstehen: „An einem Sonntag sollte man aber allen, die sonst arbeiten müssten, zugestehen, dass auch sie in Ruhe feiern können und mehr Zeit haben, vielleicht um zu backen, den Tannenbaum zu schmücken oder sich einfach mit der Familie aufs Christkind zu freuen“, meint der katholische Geistliche. Für die Weihnachtseinkäufe sei in der Woche zuvor genügend Zeit: „So groß ist die Not dann nicht.“ Im Einzelhandel Tätige sollten nicht leiden, „weil andere sich nicht organisieren können“.

Auch Monika Grothe hat als Verdi-Gewerkschaftssekretärin für den Einzelhandel im Bezirk Südwestfalen vor allem die Beschäftigten im Blick. „Sie leiden ohnehin unter den verlängerten Öffnungszeiten.“ Zumindest an Heiligabend sollten sie zuhause bleiben können. Genügend Einkaufsmöglichkeiten gebe es schließlich in den Tagen zuvor. „Eine Ladenöffnung ist völlig überflüssig.“

Die Entscheidung haben die Bundesländer selbst getroffen: Dass Rheinland-Pfalz entschieden hat, alle Geschäfte am 24. Dezember geschlossen zu lassen, begrüße Grothe: „Ich würde mir genau das auch für NRW wünschen.“ In Berlin, Brandenburg und Sachsen hingegen dürfen Händler an diesem Tag sogar von sieben bis 14 Uhr öffnen. „Das braucht kein Mensch!“, betont sie.

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