500-Euro-Schein ist unbeliebt

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Christof Lück von der Sparkasse mit einem 500-Euro-Schein

Meinerzhagen - Trotz ihrer sechs Sicherheitsmerkmale gilt die wertvollste Euro-Banknote, der 500-Euro-Schein, allgemein nicht als wirklich fälschungssicher und soll abgeschafft werden. Doch wie viele der lilafarbenen Scheine wechseln im Meinerzhagener Geschäftsalltag den Besitzer?

„Bei uns werden viele 500er abgeholt. Meist, um Barzahlungen für größere Anschaffungen, wie Autos oder Möbel, bar zu bezahlen“, weiß Sparkassen-Mitarbeiterin Silke Schembra. Sie sitzt täglich am Schalter der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen und hat es daher regelmäßig mit dem 82 mal 160 Millimeter großen Schein zu tun. Am Automaten gibt es die großen Banknoten nämlich nicht: „Vom Fünfer bis zum Fünfziger reicht das Papiergeld-Repertoire am Automaten. Alle Scheine, die einen höheren Wert haben, gibt es nur bei einem unserer Mitarbeiter am Schalter“, erklärt Schembra. Auch Kunden der Volksbank im Märkischen Kreis besorgen sich die großen Scheine für teure Anschaffungen: „In der Regel ist die Nachfrage gering. Es gibt Ausnahmen bei größeren Bargeldabholungen im vier- oder auch im fünfstelligen Bereich“, sagt Lavinia Heße, Direktorin des Vertriebsmanagements der Volksbank.

„Gerade um Weihnachten herum“, sieht Karola Böhm das lilafarbene Stück Papier häufig. Sie und die weiteren Angestellten des Juweliers Bullermann an der Hauptstraße haben einen speziellen Kontrollstift, um die Echtheit eines Euroscheins zu prüfen: „Ist die Note echt, sieht man einen hellen gelben Strich, der wieder verschwindet. Handelt es sich um eine Fälschung, hinterlässt der Stift einen roten Strich“, erklärt Böhm. So könne man auch „kleinere“ Scheine auf ihre Echtheit kontrollieren, „die werden wahrscheinlich noch öfter gefälscht als die großen Scheine“, vermutet Böhm. Vor der Anschaffung des Kontrollstiftes habe man 500-Euro-Scheine nur von bekannten Kunden entgegengenommen: „Bei denen weiß man, dass sie einem kein Falschgeld unterjubeln. Unbekannte haben wir gebeten, den Schein bei der Bank ,verkleinern’ zu lassen.“ Böhms Kollegin Gundel Neubert fügt hinzu: „Bei so großen Scheinen bekommt man schon ein mulmiges Gefühl.“

Direkt gegenüber des Juweliers liegt der Rewe Kaufpark – Kunden werden dort im Kassenbereich durch Schilder darauf hingewiesen, dass der 500er nur unter bestimmten Bedingungen akzeptiert wird: „Wenn jemand einen außergewöhnlichen Großeinkauf – ich denke da an Summen von 300 Euro und mehr – tätigt, nehmen wir den Schein an“, erklärt Filialleiter Robert Görl. Bei kleineren Geldbeträgen würde er nicht angenommen, da der Wechselgeldbestand sonst schnell aufgebraucht wäre.

Auch in der Tankstelle Jaeger an der Oststraße sei man darauf bedacht, den Bargeldbestand gering zu halten. „Ohne Ausnahme“ werde daher die Entgegennahme von 500-Euro-Scheinen verweigert, unterstreicht Inhaber Oleg Gerhardt. Sicherheitsgründe hätte die Handhabe nicht, da jeder Schein auf seine Echtheit geprüft werde.

„Logischer“ wäre es in den Augen von Christof Lück, Berater bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, und seiner Kollegin Silke Schembra, den 200-Euro-Schein abzuschaffen: „Für den gibt es quasi gar keine Nachfrage. Ob man jetzt zwei Einhunderter anstelle eines Zweihunderters nutzt, macht wenig aus. Bei sehr großen Summen sind Fünfhunderter einfach praktischer als Zweihunderter.“ Im Idealfall, erklärt Christof Lück, würden Kunden die Zahlungsart per EC-Karte nutzen: „Das ist am einfachsten und auch am sichersten.“

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