In der Innenstadt „hui“, in Außenbezirken „pfui“

Mooskissen und Gräser auf dem Dach, Schmierereien an den Wänden: Die Bushaltestelle in Ihne ist der negative Spitzenreiter bei den Haltestellen im Außenbereich. Auch das Schild zeigt, dass sich die Natur das Terrain offenbar langsam zurückerobert. - Fotos: Schüller

Meinerzhagen - Wer regelmäßig mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs ist, wird es wissen: Während die meisten Buswartehäuschen im Innenstadtbereich eine gute Figur abgeben, mit ihrem Design aus Glas und Metall auch gut zu reinigen sind, sieht das in den Außenbezirken ganz anders aus.

Von Petra Schüller

Ausnahmslos alle Beton-Unterstände entlang der L539 zwischen Valbert und Meinerzhagen sind mit Schmierereien beschmutzt, negativer Spitzenreiter ist die Haltestelle Ihne. Dort ist die Natur bereits dabei, sich das Terrain zurückzuerobern: Das Haltestellenschild ist so vermoost, dass es sich kaum noch vom Laub der Bäume abhebt, auch das Dach ähnelt einem kleinen Biotop voller Mooskissen und Gräser. Natürlich wurde dem Wartehäuschen auch hier mit Sprühdosen kräftig zu Leibe gerückt. Ähnlich unansehnlich ist die Haltestelle in Wilkenberg. Hier suchen die Fahrgäste vergeblich nach einem Fahrplan, nur die leere Halterung hängt noch an der Wand.

Jürgen Tischbiereck, Fachbereichsleiter Technischer Service, ist die Situation bekannt. „In den Außenbezirken, wo es selten Zeugen gibt, fällt es den Schmierfinken besonders leicht, die Wände zu besprühen“, bedauert er. Im Rathaus habe man allerdings schon über eine dauerhafte Lösung nachgedacht. „Ich bin dafür, einzelne Haltestellen von Jugendlichen kontrolliert besprühen zu lassen“, erläutert Tischbiereck die Idee. „Sprayer übersprühen die Bilder anderer Sprayer meist nicht“, hofft er, dass dieser Ehrenkodex auch in Meinerzhagen Wirkung zeigt. Anregungen erhielt Tischbiereck auch von einem Künstler, dem man in Köln grünes Licht gab, Wartehäuschen künstlerisch zu gestalten. „Meiner Meinung nach ist das ein probates Mittel.“ Denn leider zeigt die Erfahrung, dass frisch gestrichene unifarbene Wände wie eine Einladung wirken, darauf herumzuschmieren.

Dies zeigte sich jüngst am Schulzentrum Rothenstein. Die Wartehäuschen, die erst kürzlich weiß gestrichen wurden, sind schon jetzt an einigen Stellen wieder mit Kritzeleien bedeckt. „Es war geplant, dass die Gestaltung von einem Kunstkurs übernommen wird“, berichtet der Fachbereichsleiter. Leider sei das Projekt noch nicht umgesetzt worden. Wer im Rahmen eines Schulprojektes oder in privater Initiative ein Wartehäuschen gestalten möchte, kann sich mit seiner Idee direkt unter der Rufnummer 0 23 54 / 7 71 80 an Jürgen Tischbiereck wenden. Auch im Innenstadtbereich tut sich etwas in Sachen Haltestellen: Da diejenige an der Stadthalle im Zuge der Gestaltung des Stadthallenumfelds wegfällt, werde die Haltestelle an der Sparkasse demnächst deutlich aufgewertet, informiert er.

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