„Einfachheit und Luxus„ bei Taizé-Fahrt

Auch Sport stand bei der Taizé-Fahrt auf dem Programm.

MEINERZHAGEN ▪ 64 Jugendliche aus Meinerzhagen und Kierspe verbrachten eine Woche in der Communauté de Taizé. Zusammen mit ihren Betreuern starteten die Jungen und Mädchen mit drei Fahrzeugen von Kierspe in Richtung Burgund. Da dennoch nicht genug Plätze vorhanden waren, fuhren zwölf Jugendliche mit einer Gruppe aus dem benachbarten Gummersbach nach Taizé.

Taizé, der von Prior Frère Roger gegründete und bis zu seiner Ermordung im Jahr 2005 geleitete ökumenische Männerorden, ist ein Ort, an dem jährlich bis zu 200 000 Menschen, hauptsächlich Jugendliche, unterschiedlicher Nationalitäten und Konfessionen zusammenkommen. Der Orden besteht aus knapp 100 Mitgliedern, von denen die meisten vor Ort leben.

Dreimal am Tag finden Gebete statt, außerdem jeden Morgen eine Bibeleinführung mit einem anschließenden Treffen in Kleingruppen. Die Mahlzeiten nehmen alle zusammen ein und abends verbringen die Jugendlichen ihre Zeit am Oyak, um Musik zu machen und sich zu unterhalten, oder sie kehren in die Kirche zurück, um den Tag in Ruhe abzuschließen und noch einmal über das Gehörte und Erlebte nachzudenken. Das klingt wenig spektakulär, ist aber durch die Bandbreite zwischen Ernsthaftigkeit und Spaß, Entspannung und Arbeitseinsatz, Einfachheit (Essen und Unterkunft) und Luxus (Zeit für Gemeinschaft) zutiefst beeindruckend.

Jeder ist eingeladen, im christlichen Glauben einen Sinn für sein eigenes Leben zu finden und sich darauf vorzubereiten, auf seinem weiteren Lebensweg Verantwortung zu übernehmen. Außerdem hat jeder die Möglichkeit, ein persönliches Gespräch mit einem der Brüder zu suchen, die von den die Jugendlichen begleitenden Priestern aus aller Welt unterstützt werden.

In der Woche nach Ostern sind überwiegend Deutsche anzutreffen, aber das Sprachengewirr ist dennoch beeindruckend.

Immer wieder kommen fremde Menschen miteinander ins Gespräch, sei es in einer Essensschlange oder bei dem Verteilen von „Free Hugs“. Alle sind sehr viel zugänglicher und lockerer, als zu Hause, verschiedene Sprachen und Nationalitäten spielen dabei keine Rolle. Viele Jugendliche halten über Jahre Kontakt oder verabreden sich direkt für das nächste Jahr wieder in Taizé.

Dies und die Gelassenheit, mit der die Teilnehmer wieder nach Hause und in den Alltag zurückkehren, mögen wohl Gründe dafür sein, weshalb sie so zahlreich sind. Manche waren schon zum zweiten, dritten oder sogar zum fünften Mal dabei. Und auch diesmal hieß es wieder von allen Seiten: Bis Ostern 2013.

Wer zumindest einen Teil des Taizé-Feelings erleben möchte, ist herzlich zu den Andachten eingeladen, die in regelmäßigen Abständen in Meinerzhagen und Kierspe stattfinden. So auch am Freitag, 27. April, um 18.30 Uhr in St. Josef in Kierspe.

Für alle Taizéfahrer und deren Familien findet im Anschluss ein Nachtreffen statt.

http://www.taizé.de

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