Eine Konferenz der Religionen

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Die Lehrer Heiner Schwarz (stehend, links) und Jean-Louis Gindt gaben Hilfestellung. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Unbemerkt von der Welt-Öffentlichkeit fand gestern und am heutigen Dienstag eine „Konferenz der Religionen“ statt.

In Zeiten globaler und teilweise blutiger Auseinandersetzungen ein Treffen, das nötiger denn je erscheint. Ort des Geschehens war Meinerzhagen und hier die Aula des evangelischen Gymnasiums am Bamberg.

Von dort ging heute mit Abschluss der Zusammenkunft und durch die gemeinsame Resolution allerdings kein internationaler Impuls aus, der Politiker und Religionsführer auf eine bessere, gemeinsame Zukunft einschwört. Denn: Der „Dialog der Religionen“ war ein Projekt des heimischen Gymnasiums und des „Athénée de Luxembourg“. Von dieser weiterführenden Schule, die im Jahr 1603 gegründet wurde, waren Zehntklässler mit ihren Lehrern Jean-Louis Gindt und Magalie Sanctuary in die Volmestadt gereist. Dieser Austausch findet bereits seit Jahren statt – am Montag und heute stand das Treffen unter dem Motto „Unsere Welt in 20 Jahren“.

Obwohl die Signalwirkung der Projekttage eher begrenzt sein dürfte, hat auch der jüngste Austausch mit den Freunden aus Luxemburg große Bedeutung für die beteiligten Schüler und ihre Lehrer. Über den Tellerrand hinausblicken, gemeinsam Lösungsansätze erarbeiten und sich mit globalen Themen befassen – diese Erfahrungen erweitern den Horizont aller Beteiligten enorm. Und es ist gut zu sehen, dass dieselben Probleme auch in einem anderen Land auf der Tagesordnung stehen.

Rollenspiele sind eine geeignete Form, um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Das fanden sowohl die Luxemburger Gäste als auch die Lehrer Heiner Schwarz und Petra Bergmans, die das Treffen für das Gymnasium organisierten und begleiteten. Und so schlüpften die Schülerinnen und Schüler aus Luxemburg in die Rollen von Juden, Muslimen, Zeugen Jehovas, Hinduisten, Buddhisten und Anhängern des „Meisters Konfuzius“. Ihre Meinerzhagener „Gegenspieler“ positionierten sich als Christen und Businessmanager. An runden Tischen wurde nun diskutiert, um gemeinsam Vorschläge für eine bessere Zukunft und ein harmonisches Zusammenleben zu finden. Die Jugendlichen im Plenum durften dabei fleißig mitdiskutieren. Am Ende standen gemeinsam erarbeitete Leitlinien, die dem Plenum zur Abstimmung vorgelegt wurden.

Neben der Theorie hatten die Gäste aus Luxemburg aber natürlich auch Gelegenheit, Eindrücke über das Leben in Deutschland zu sammeln. Sie wohnten in Meinerzhagener Familien und lernten deren Alltag kennen. Ein Ausflug an die Listertalsperre stand trotz der knappen Zeit auf dem Programm. Kanufahren und ein „Austausch am See“ waren vorgesehen. Heute brechen die Besucher vom „Athénée de Luxembourg“ dann wieder gen Heimat auf – über Köln.

Sechs Besuche dieser Art hat es in der Vergangenheit bereits gegeben, sie haben für beide Seiten einen hohen Stellenwert. Sprachprobleme gibt es übrigens nie, denn Deutsch ist neben Französisch und Luxemburgisch Unterrichtssprache und somit Alltag für die Gäste. ▪ beil

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