Schnelltestzentrum Meinerzhagen seit vier Wochen in Betrieb

Schon mehr als 4000 Tests - aber noch viele freie Kapazitäten

Ein Mitarbeiter des Testzentrums Meinerzhagen führt ein Teststäbchen in die Nase des Kunden ein
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„Bitte Kopf leicht nach hinten“: Beim Abstrich wird das Stäbchen durchaus tief - aber äußerst vorsichtig - in die Nase eingeführt.

Seit mehr als vier Wochen ist es nun in Betrieb: das Schnelltestzentrum in der Meinerzhagener Stadthalle. Aber wie lief der erste Monat und auf welche Resonanz stößt das Angebot? Wir fragten nach.

Meinerzhagen – Der 22. März 2021 war ein besonderer Tag: für die Stadt Meinerzhagen und ihre Bürger ebenso wie für die Stadthalle – und die Medi-Co consulting GmbH aus Gummersbach. Am Donnerstag vor einem Monat ging das Unternehmen, das ursprünglich ganz andere Pläne hatte (siehe Info-Kasten), mit seinem Schnelltestzentrum in der Volmestadt an den Start. An einem Ort, an dem aufgrund fehlender Kultur-Veranstaltungen seit einem Jahr ungewohnte Ruhe herrscht. Aber: Die Stadthalle hat sich als Anlaufstelle für Testwillige etabliert, wie Sabrina Subat, Geschäftsführerin von Medi-Co, im Gespräch mit der MZ erklärt. Nach vier Wochen zieht sie eine erste Bilanz.

„Wir haben seit der Eröffnung mehr als 4000 Tests genommen und dabei viel positives Feedback erhalten. Das freut mich natürlich sehr, denn es zeigt, dass wir ein sehr engagiertes und tolles Team haben, auf das ich sehr stolz bin“, sagt Subat, die allerdings auch die Schattenseiten des Angebots kennt, das insbesondere in einer Corona-müden Gesellschaft nicht überall gut ankommt. „Es gibt natürlich auch solche Kunden, die das alles unnötig finden und grundsätzlich negativ da herangehen. Dass wir nichts für die Gesamtsituation können, wissen sie dann allerdings schon und sagen uns das beim Hinausgehen auch“, sagt die Geschäftsführerin, die in den ersten Tagen außerdem von einer App ausgebremst wurde, die nicht hielt, was die Macher versprochen hatten. „Das System lief nicht und wir mussten dann nach etwa anderthalb Wochen den Anbieter wechseln“, erklärt Sabrina Subat.

Mit neuem IT-Partner zufrieden

Seitdem ist die Buchung der Termine über das Portal des IT-Dienstleisters NO-Q möglich – zwar ohne App, aber dafür trotzdem bedienerfreundlich. Und das dank angepasster Internetseite im sogenannten Responsive-Design, also einer Seite, die sich dem Endgerät anpasst. „Seitdem wir den Anbieter gewechselt haben, klappt das wunderbar. Hinterher kann man sich eigentlich nur ärgern, dass wir uns nicht früher für ihn entschieden haben, weil wir in den ersten Wochen nach dem Wechsel noch Buchungen aus beiden Systemen abarbeiten mussten. Aber das ist jetzt kein Thema mehr“, sagt Subat.

Hier geht´s lang: Nach dem Test geht´s entweder nach links in den Wartebereich, wo etwa 15 Minuten später das Ergebnis mitgeteilt wird, oder - wenn man das Resultat per E-Mail erhalten will - nach Hause.

Abgesehen von diesen gelegentlichen „Störfeuern“ zeigt sie sich aber rundum zufrieden mit den ersten vier Wochen in Meinerzhagen. „Wir schaffen es, die Verweildauer in der Stadthalle auf das absolut Notwendige zu reduzieren. Dazu trägt auch bei, dass die meisten Besucher ihr Testergebnis per E-Mail zugeschickt bekommen wollen, die wenigsten warten vor Ort“, sagt die Medi-Co-Geschäftsführerin, die eine noch weitaus größere Resonanz auf ihr Angebot erwartet, wenn einzelne Geschäfte wieder öffnen dürfen und für den Besuch ein negativer Schnelltest notwendig wird – wie schon jetzt bei den Friseuren.

Wir wollen aber immer flexibel sein und das anbieten, was verlangt wird.

Sabrina Subat, Geschäftsführerin Medi-Co

„Wir wollen aber immer flexibel sein und das anbieten, was verlangt wird“, sagt Sabrina Subat. Aus diesem Grund habe man auch die Öffnungszeiten erweitert. „Freitags hatten wir seinerzeit gerade wegen des Wochenmarkts nicht geöffnet, weil wir eine Kollision vermeiden wollten. Daraufhin gab es aber viele Rückmeldungen, die uns fragten, warum wir ausgerechnet an einem Tag, wo auf dem Platz so viel los ist, die Türen geschlossen haben. Das haben wir geändert – und das Angebot wird auch an diesem Tag entsprechend gut angenommen.“ Auch die Erweiterung auf den Montag sei aufgrund einzelner Nachfragen erfolgt, weil besorgte Eltern ihre Schulkinder lieber ins Testzentrum schicken wollten, als sich auf einen Selbsttest in der Schule verlassen zu müssen. Da ein Großteil der Schüler im Märkischen Kreis aber weiterhin im Distanzunterricht lernt, habe man an diesem Wochentag noch Kapazitäten, räumt Subat ein.

Auch PCR-Tests sind jetzt möglich

Doch auf dem funktionierenden System will sich Medi-Co nicht ausruhen: Anfang der Woche startete das Angebot von PCR-Tests, die nun ebenfalls in der Stadthalle durchgeführt werden können. „Das hatten wir von Anfang an vor, allerdings hat uns das Problem mit dem Buchungsportal ein wenig ausgebremst, sodass wir uns zunächst auf die Schnelltests konzentriert haben“, erklärt die Geschäftsführerin. Nun können nicht nur Bürger mit positivem Schnelltest direkt an Ort und Stelle auch den dann obligatorischen PCR-Test machen lassen, sondern auch ganz unabhängig von einem Schnelltest einen (dann kostenpflichtigen) Termin dafür buchen – wenn etwa Geschäftsreisende oder andere wissen, dass sie für eine Reise solch einen Test brauchen.

Sabrina Subat, Geschäftsführerin der Medi-Co consulting GmbH.

Dass auch Sabrina Subat hofft, dass ihre Tests so selten wie möglich „positive“ Ergebnisse ergeben, steht außer Frage. Die Zahl der bisherigen Positivfälle bei den Schnelltests ist immerhin ermutigend - bis zum 23. April waren es 15. „ Man darf nicht vergessen, dass die Kunden nur symptomfrei zu uns kommen dürfen und die Virenlast deshalb ohnehin nicht so groß ist. Wir haben also verhindert, dass 15 Personen unwissend das Virus weiter verbreiten“, sagt Subat, die zudem der festen Überzeugung ist, dass Schnelltests ein wesentlicher Bestandteil sind, um durch und aus der Pandemie zu kommen.

So erhält man einen Termin

Die Buchung eines Testtermins ist möglich online über die Seite www.medi-co.org oder unter Tel. 0 23 54/7 72 98.

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